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01.03.1996 - 

Will Gene Amdahl es der IBM noch mal zeigen?

Entwickler des /360-Mainframes baut neue Hochleistungs-Server

Mit dieser Praemisse ging Amdahl wieder ans Werk und will jetzt kryogenische Verfahren einsetzen, um Prozessoren auf Temperaturen von -73 bis -173 Grad Celsius herunterzukuehlen. Kryogenik ist ein Forschungszweig, der sich mit den Eigenschaften von Elementen und Stoffen im Temperaturbereich unterhalb von -100 Grad Celsius bis zum absoluten Nullpunkt von -273,15 Grad Celsius befasst.

Amdahl geht davon aus, dass solchermassen kuehltemperierte Prozessoren viel leistungsstaerker sind als hitzige CPUs. Ein in CMOS-Technologie ausgelegter Uniprozessor sei bis zu 150 MIPS schnell, wenn man ihn extremer Kaelte aussetze. Das sind rund 23 Prozent mehr als die 122 MIPS, die ein Uniprozessor aus Hitachis "Skyline"-Grossrechner in die Waagschale werfen kann. Im Gegensatz zu einem CMOS-Chip sind die Mainframe-Prozessoren der Japaner aber in der eigentlich sehr viel leistungsfaehigeren, allerdings auch erheblich teureren ECL-Technologie gebaut (ECL = Emitter Coupled Logic).

Das Comeback von Amdahl wurde durch eine Veroeffentlichung der Supercomputer Technologies Inc. publik. Das Unternehmen aus Santa Barbara arbeitet schon seit geraumer Zeit an kryogenisch gekuehlten Sparc-CPUs. Von CDS-Chef Amdahl habe man eine Absichtserklaerung (Letter of intent) erhalten ueber die Bestellung solcher Chips samt Hunderter Kuehlelemente im Wert von mehr als drei Millionen Dollar. CDS wolle diese in zu IBMs S/390-Hosts kompatiblen Hochgeschwindigkeits-Servern einsetzen.

Das Kuehlelement der Kalifornier arbeitet mit Helium. Die Systemplatine wird, so die vorliegenden Informationen, komplett eingekapselt, um die CPU und den Cache-Speicher auf die erforderliche tiefe Temperatur bringen zu koennen.

Ein erstes Modell des coolen Rechners wurde auf der Uniforum in San Franzisko gezeigt. Die zwoelf mal fuenf mal fuenf Zoll grosse Einheit mit einer Sparc-CPU, die als Multi-Chip-Modul mit Controllern und Cache-Speicher ausgelegt war, soll noch mehrere tausend Dollar kosten.

Bevor Amdahl sich fuer den kuehlen Monoprozessor stark machte, wollte er mit seiner Andor Systems Inc. "IBMulatoren", steckerkompatible Grossrechner (PCM), produzieren, die preisguenstiger als IBMs 3090-Maschinen sein sollten. Noch vor dem Andor-Abenteuer hatte sich der Vater des Mainframes mit der Trilogy Systems Inc. an der Entwicklung einer IBM-kompatiblen Zentraleinheit und der Wafer-Scale-Integration versucht - ein Vorhaben, das nicht gluecklich, sondern mit neunstelligen roten Zahlen endete.

Bekannt sind die Amdahl-Rechner - auch dies steckerkompatible Konkurrenzmodelle zu IBMs Grossrechnern. Sie baute Amdahl ab 1970 bei der Amdahl Corp.