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11.03.1994

Entwicklung bleibt im Haus Hannen Brauerei gibt VSE-RZ auf und wird Kunde von Debis

MOeNCHENGLADBACH (hv) - Zu hohe Kosten gaben bei der Hannen Brauerei, Moenchengladbach, den Ausschlag fuer die Entscheidung, den Betrieb des eigenen VM/VSE-Rechenzentrums aufzugeben. Der Altbierhersteller bezieht fuer zunaechst sieben Jahre RZ-Services aus dem Duesseldorfer Rechenzentrum der Debis Systemhaus GmbH, Leinfelden-Echterdingen.

Outsourcing bedeutet fuer Hannen keineswegs die Abschiebung der DV- Verantwortung. Zwar laufen fortan saemtliche SAP-R/2-Anwendungen nicht mehr im eigenen VSE-Rechenzentrum, sondern unter MVS beim Dienstleister, doch die Rheinlaender haben ausschliesslich den reinen RZ-Betrieb abgegeben.

Aufgaben wie Anwendungsentwicklung und -wartung sowie PC-Support bleiben ebenso im Haus wie die komplette SAP-Verantwortung. "Wir bleiben auch in Zukunft direkter SAP-Kunde", betont DV-Leiter Frank Siebenmorgen. Bei Problemen wende man sich an das Softwarehaus, der RZ-Dienstleister muesse nicht eingeschaltet werden.

Die Hannen Brauerei setzt zur Zeit an rund 80 Arbeitsplaetzen die meisten der verfuegbaren R/2-Module ein. Dienstleister Debis hat die Standardsoftware komplett von der VSE-Umgebung des Kunden in die eigene MVS-Welt ueberfuehrt. Fuer individuelle Anpassungen war jedoch die Entwicklungsabteilung der Brauerei selbst verantwortlich. Neben der Standardsoftware hat das Debis-RZ auch noch einige Individualanwendungen uebernommen, die nach wie vor unter VM/VSE laufen. Auch hier obliegt die Anwendungsverantwortung dem Kunden.

Siebenmorgen nennt die unverhaeltnismaessigen Kosten des eigenen RZs als alleinigen Grund fuer die Outsourcing-Entscheidung. Fuer Betriebssystem, Wartung, Hardwaremiete etc. seien so hohe Ausgaben noetig geworden, dass die Auslagerung einfach nahe gelegen habe. "In einem Grossrechenzentrum wie dem von Debis laufen wir einfach nebenher mit", erklaert der DV-Chef. Die Einsparungen, die die Auslagerung allein wegen der Groesse des Service RZs nach sich ziehe, seien fuer ihn ueberraschend hoch gewesen.

Von einer Kapitulation der eigenen Datenverarbeitung will der DV- Verantwortliche nichts wissen - im Gegenteil, das relativ kleine VSE-Rechenzentrum im Hause sei vollstaendig automatisiert und auf dem modernsten Stand gewesen. Hannen sei mit einer Operator- Schicht pro Tag ausgekommen, der Personalaufwand war zuletzt extrem gering.

Dennoch habe das Unternehmen mit der eigenen VSE-Installation bei weitem nicht das Kosten-Nutzen-Verhaeltnis erreicht, das der Dienstleister in Aussicht stellte. Dass Debis mit seinem Recovery- Rechenzentrum in Muenchen auch die im Ernstfall noetigen Backup- Services anbieten konnte, habe die Entscheidung erleichtert.