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23.11.1990 - 

Trotz des niedrigen Lohnniveaus

Entwicklungsländer machen mit Software kaum Geschäfte

GENF (CW) - Länder der Dritten Welt werden auf dem internationalen Softwaremarkt langfristig nur eine untergeordnete Rolle spielen. Eine von der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) in Genf veröffentlichte Studie schließt eine Nord-Süd-Verlagerung, wie sie in der exportorientierten Konsumgüterindustrie eingetreten sei, aus.

Der Handel mit Software- und Computerdiensten bleibt auch in Zukunft weitgehend auf das Gebiet der hochentwickelten OECD-Länder beschränkt. In dem IAO-Bericht, heißt es: "Nur wenige Unternehmen in den Schwellenländern exportieren Computerdienste und einige Softwareprodukte, ihre Einnahmen sind unbedeutend."

Anbieter Nummer eins unter den Niedriglohnländern ist mit Abstand Brasilien, wo der Umsatz im Softwarebereich 1987 insgesamt etwa 4,2 Milliarden Dollar betrug. Mit ungefähr 337 Millionen Dollar folgt Indien vor Mexiko, der Republik Korea, Singapur und Taiwan.

Der hierzulande oft zitierte Arbeitskostenvorteil dieser Länder hat, nach Einschätzung der Studie in Wirklichkeit, nur eine geringe Bedeutung. Der technologische Rückstand, der begrenzte und Kostspielige Zugang zur Hardware sowie eine unterentwickelte Infrastruktur wirken sich zu verheerend aus, als daß dieser Vorteil effizient genutzt werden könnte.

Aufgrund dieser Mißstände ziehen es die reichen Industrieländer vor. Arbeitskräfte aus den Billiglohnländern einzukaufen anstatt Großaufträge an Unternehmen in diesen Regionen zu vergeben. Das traurige Fazit der Studie: Obwohl multinationale Unternehmen in einigen Schwellenländern Zentren die Software-Entwicklung aufgebaut haben, konnte die Datenverarbeitung dort bisher kaum neue Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten

schaffen.

Diese Perspektive Steht in einem eklatanten Gegensatz zur prognostizierten Entwicklung des Softwaremarktes: Der Weltmarkt für Software- und Seirviceleistungen hatte in der ersten Hälfte der 80er Jahre ein Gesamtvolumen von rund 55 Milliarden Dollar. Bis 1991 dürfte sich diese Summe nach Angaben des IAO-Berichtes sogar verdreifacht haben. Für 1996 wird sogar ein Umsatz von 340 Milliarden Dollar erwartet.