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24.02.1978

Entwicklungstendenzen Hardware Software

Charles P. Lecht ist Gründer und Vorsitzender der Advanced Computer Techniques Corporation (ACT).

Übersetzung Reinhold Falkner.

Der Erfolg der EDV wird an ihrer Integration in die organisatorische Struktur eines Unternehmens, am Ausmaß der Überwindung ihres Status als selbständige Unternehmenssubeinheit gemessen.

Darüber hinaus muß die EDV-Abteilung in der Lage sein, zuverlässige Informationsgrundlagen für Investitionsentscheidungen im eigenen Bereich zu liefern. Es geht also um qualifizierte Entscheidungshilfen bei Kapazitätserweiterungen, wie dem Kauf von neuen Computersystemen, Datenfernübertragungseinrichtungen etc.

Hier müssen Informationen zu den technischen, politischen, psychologischen und wirtschaftlichen Konsequenzen genau derjenigen DV-Systeme erstellt werden, deren Einsatz die Unternehmensleitung im Hinblick auf die betrieblichen Informationsbedürfnisse für erforderlich hält.

Die Datenverarbeitung eines modernen Unternehmens muß in der Lage sein, eine langfristige Gesamtkonzeption der innerbetrieblichen Informationsverarbeitung zu erstellen. Diese Konzeption ist stufenweise und unter Berücksichtigung kurzfristiger Entwicklungen laufend weiter fortzuschreiben.

Angesichts der ständig wachsenden Einsatzmöglichkeiten der Datenverarbeitung ist es erforderlich, daß die DV-Abteilung eigene Verfahren und Standards entwickelt, um damit einen reibungslosen Übergang auf neue DV-Systeme und Konzepte zu gewährleisten.

Im Hinblick auf die Forderungen unserer "EDV-Charta" sind die Feststellungen der Guide-Studie (CW Nr.8 vom 17. 2. 78) wahrlich entmutigend. Vielleicht ein kleiner Trost: Genau die gleichen Feststellungen waren zu jedem Zeitpunkt der letzten 25 Jahre mehr oder weniger zutreffend gewesen. Wenn auch nicht ausschließlich, so wäre dieses harte Urteil jederzeit allein schon durch den mangelhaften Zustand der Software-Ausrüstungen gerechtfertigt gewesen.

Es ist noch gar nicht so lange her, daß sich die Hardware-Hersteller an die Lösung der grundliegenden Softwareprobleme gemacht haben. Lediglich die Programmiersprachen sind bereits in einem starken Veränderungsprozeß begriffen. Aus den hochintellektuellen Symbolsprachen der 50er und 60er Jahre haben sich die viel natürlicheren Computersprachen für spezialisierte Applikationsbereiche entwickelt.

Compiler für quasi-natürliche Programmiersprachen, Datenbank -Managementsysteme und ähnliches werden viel Programmierarbeit überflüssig machen.

Ende der siebziger Jahre dürften die neuen Systeme von IBM Burroughs, Univac, Honeywell, NCR und anderen Anbietern den Forderungen unserer EDV-Charta viel weiter entgegenkommen, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Faktoren wie Benutzerfreundlichkeit, Endbenutzereffektivität, Flexibilität und funktionales Potential werden den Erfolg dieser Systeme ganz entscheidend mitbestimmen.

Benutzerfreundlichkeit heißt in unserem Zusammenhang, daß die Systemarchitektur optimale Voraussetzungen für die Entwicklung einfacher, quasi-natürlicher Programmiersprachen bietet. Dies ist für alle Benutzergruppen bis hin zum Großanwender von höchster Bedeutung.

So kann zum Beispiel eine ganz spezielle Version einer bestimmten Programmiersprache besonders für Ärzte, Lehrer, Wissenschaftler, Ingenieure oder Rechtsanwälte geeignet sein, während eine andere Version der gleichen Sprache den andersartigen Bedürfnissen von Managern, Buchprüfern, Sicherheitsspezialisten

etc. besser entspricht.

Die Programmiersprachen der Zukunft werden einen wichtigen Beitrag zur Optimierung von Arbeitskräften und Hardwarepotential leisten. Am Anfang wird dies auf Kosten von Maschinenzykluszeit, Speicherkapazität und anderen Hardware-Ressourcen geschehen. Später jedoch werden sich Hardware und Software zu einem synergetischen Leistungspotential vereinigen-eine Zielsetzung, die angesichts der gegenwärtigen Disparitäten gar nicht hoch genug bewertet werden kann.

Die erfolgreichen Computerhersteller von heute müssen, wenn sie dies bleiben wollen, zu einer Vielzahl von "arbeitswissenschaftlichen" Problemen Stellung beziehen. Hier gibt es nur einen Weg: Die Entwicklung von Programmiersprachen, die den natürlichen Sprachen weitgehend angenähert sind, und die Bereitstellung von Systemen, die den physischen und physiologischen Gegebenheiten des Menschen vermehrt Rechnung tragen. Einige Hersteller setzen sich mit diesen Problemen bereits auseinander.

Die von Honeywell auf Cobol-Grundlage entwickelte Programmiersprache TPS/IDS ist ein Schritt in dieser Richtung. Mit dieser Sprache verfügt der Benutzer über ein Hochleistungspotential für Transaktionsverarbeitung und Datenmanipulation. Vergleichbare Leistungen konnten bisher nur durch das Schreiben von Tausenden von Programmzeilen erreicht werden. Bei Burroughs entwickelt man neue Systeme im Hinblick auf die Verwendung derartiger Benutzersprachen.

Beide Hersteller haben bewiesen, daß einige fähige Leute durchaus in der Lage sind, mit neuen Methoden anspruchsvolle Applikations-und Steuerungssoftware wirtschaftlicher zu entwickeln. Nur geht man verschiedene Wege: Honeywell fährt den Beweis mit sorgfältig geplanter Software - Burroughs ist den Weg über eine neu durchdachte Hardwarekonzeption gegangen.

Gegenwärtig ist die Softwareentwicklung und die Softwarewartung eine teure Angelegenheit. Sie ist für Hersteller und Benutzer gleichermaßen kostenintensiv. Computersysteme, bei denen die zuvor erörterte Benutzerfreundlichkeit nicht mit eingebaut ist, werden dabei künflig wenig Marktchancen haben - gleichgültig, wie technisch anspruchsvoll ihre Hardwarekomponenten ausgelegt wird.

Wird fortgesetzt