Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.07.1992 - 

"Werkzeugkoffer" nicht nur für Außendienstmitarbeiter

Entwicklungstendenzen im Markt portabler DV-Systeme

Der Markt für mobile Computersysteme ist durch stetige Aufwärtsentwicklung gekennzeichnet Indikatoren hierfür sind die enormen Zuwachsraten bei Laptops, Notebooks und portablen Druckern sowie die gestiegene Zahl der Anbieter in diesen Marktsegmenten. Parallel wurde die Forderung nach dem "mobilen Büro" von Außendienstmitarbeitern aus allen Branchen artikuliert, die auch unterwegs nicht auf DV-Unterstützung verzichten wollen oder können.

Vor diesem Hintergrund wurde in den letzten Jahren eine Reihe von Komplettlösungen entwickelt, die dem Außendienstmitarbeiter als relativ leichte und einfach zu bedienende, portable Systeme zur Verfügung stehen. Mittlerweile wird in einzelnen Häusern bereits die fünfte Generation dieses mobilen DV-Handwerkszeugs produziert, dessen Hauptbestandteile Koffer, Laptop beziehungsweise Notebook und ein portabler Drucker sind.

Viele Systeme lehnen sich an Rechnern des damaligen und auch heutigen Marktführers im Segment tragbarer Computer an, nämlich Toshiba. Heute existieren auch Rechner anderer Hersteller wie Compaq, IBM, SNI oder Librex für mobile Systeme.

Die interne Elektronik ist in der Regel mikroprozessorgesteuert. Dies soll eine kontrollierte Schnelladung von Rechner- und Kofferakkus über das zentrale Netzteil gewährleisten.

Als Drucker werden beispielsweise Kodak Diconix 180si (de Nachfolger des Modells 150 +) und 701 integriert, häufig auch die kleinen Canon-Drucker. Aufgrund ihrer geringen Abmessungen, niedrigen Gewichts und ihrer für den Zweck befriedigenden Druckqualität haben sich diese Geräte für den mobilen Einsatz bewährt.

Die Einsatzgebiete mobiler Systeme gestalten sich heute umfangreicher, als sich das zu Beginn der Entwicklung andeutete. So ist heute fast jeder, der auch außerhalb seines Büros nicht auf professionelle DV-Unterstützung verzichten will, ein potentieller Benutzer dieser portablen Komfortpakete. Besonders gilt das für Anwender in den traditionell außendienstintensiven Branchen wie Versicherungen und Journalismus sowie generell für Mitarbeiter aller Bereiche, die mit Beratung und Verkauf vor Ort zu tun haben.

Informationsfluß wird beschleunigt

Mobile Computersysteme können hier eine erhebliche Arbeitserleichterung bedeuten, wenn sie souverän gehandhabt und von der DV des Unternehmens ad hoc unterstützt werden.

Häufige Anwendungen sind das Erstellen von Angeboten, die Auftragserfassung und das Abrufen von Daten aus einem Zentralrechner per Datenfernübertragung. Die Systeme können also den Informationsfluß verbessern und beschleunigen sowie Routinearbeiten vereinfachen.

Journalisten nutzen die Systeme zum Schreiben vor Ort und übermitteln die Artikel per DFÜ an ihre Redaktionen. Umgekehrt können sie auf diese Weise Informationen für ihre Recherchen von mobil verfügbaren Datenbanken abrufen.

Führungskräfte aus Industrie und Verwaltung sind in der Lage, auch außer Haus stets über wichtige Unterlagen beziehungsweise Informationen zu verfügen, Präsentationen professionell zu gestalten und Verträge abzuschließen. Zur Verwaltung und Bearbeitung größerer Datenbestände können Erfassungsgeräte, etwa Barcode-Leser oder Massenspeichereinheiten wie CD-ROM-Laufwerke oder optomagnetische Plattenspeicher in das Koffersystem integriert werden. Auch hierdurch lassen sich Zeitaufwand und Kosten deutlich reduzieren.

Gerade für Außendienstmitarbeiter aus verkaufenden oder beratenden Branchen ist das Erscheinungsbild eines mobilen Computersystems wichtig. Der Koffer sollte also mehr sein als nur ein reines "Transportmedium". Er sollte nicht als "Werkzeugkoffer" empfunden werden.

Alles paßt in einen Koffer

Deshalb wird häufig ein normaler Aktenkoffer ausgewählt, wie er überall im beruflichen Alltag Verwendung findet. Das erhöht deutlich die Akzeptanz beim Benutzer. Durch eine Kunststoff-Hartschale mit Alu-Rahmen als Verstärkung schützt er zudem die Hardware. Die Innenausstattung mit Papierfach und Aufnahmemöglichkeiten für allgemeine Utensilien macht die Mitnahme eines zweiten Koffers überflüssig. Der abnehmbare Deckel bietet den Vorteil, eine Barriere zwischen Außendienstmitarbeiter und Kunden zu vermeiden.

Leichte und feste Werkstoffe von hoher Stabilität

Ein besonderer Aspekt bei der Entwicklung mobiler Computersysteme ist das Gewicht. Deshalb müssen leichte Werkstoffe mit sehr hoher Festigkeit und Stabilität gewählt werden. So beträgt das Gewicht für ein komplett ausgestattetes Koffersystem mit Rechner, Drucker, Elektronik und Akku-Satz nur zirka neun Kilogramm.

Mobile Computersysteme sollen in der Handhabung und Bedienung benutzerfreundlich sein, was die interne Technikleiste gewährleisten soll. So wird bei den meisten Modellen das gesamte System durch Einschalten des Rechners in Betrieb gesetzt. Die Verbindung der einzelnen Komponenten wird in der Regel über die integrierte Technikleiste realisiert.

Das Snap-in-Prinzip, das in verschiedenen Angeboten angewendet wird, bietet einen weiteren Vorteil. Spezielle Führungsschienen sorgen dafür, daß die Geräte exakt auf die an der Technikleiste fest montierten Schnittstellen zugeführt werden. Ein problemloses Anschließen von Notebook und Drucker sollte hierdurch immer gewährleistet sein.

Die Stromversorgung des gesamten Systems kann alternativ über ein internes Weitbereichsnetzteil (nach VDE-Vorschrift) oder durch im Koffer integrierte Zusatzakkus erfolgen. Im Akku-Betrieb ist je nach Rechner und Anwendung des Kunden eine netzunabhängige Betriebsdauer von drei bis vier Stunden möglich. Eine Aufladung der Rechner- und Kofferakkus läßt sich auch über einen Adapter im Auto realisieren.

Mobile Computersysteme sind nur halbe Lösungen, sofern es keine Möglichkeiten gibt, vor Ort erfaßte Daten zu versenden oder mit anderen DV-Systemen zu kommunizieren.

Dieses kann über interne Modems, Akustikkoppler oder eine spezielle Bus-Ankoppelung innerhalb des Koffers realisiert werden. Die Kommunikationsadapter werden aus den Kofferakkus mit Strom versorgt.

Notebook: Bedarf wächst mit dem Markt

Der Bedarf an mobilen Computersystemen ist in den letzten Jahren parallel zum Notebook-Markt gewachsen. Außendienstmitarbeiter aller Branchen nutzen sie als unverzichtbare Arbeitsmittel bei ihren beruflichen Aktivitäten.

Mittlerweile werden mehr und mehr Systeme nicht nur für kaufmännische, sondern auch für technische Anwendungen nachgefragt.

Sie befinden sich bei einigen Technischen Überwachungsvereinen und auch bei der Telekom im Servicebereich bereits im Einsatz. Hier dienen sie der Erstellung von Testberichten und Gutachten.

Mobile Computersysteme, wie sie hier beschrieben wurden, kosten je nach Ausstattung zwischen 2500 und 4500 Mark. In diesem Preis sind, bis auf den Rechner selbst, alle Komponenten enthalten.

* Klaus Hauptmann ist Marketing Assistent bei der RFI Elektronik GmbH in Mönchengladbach.