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18.02.1994 - 

BMI-Mitarbeiter beurteilt die Erfahrungen mit Euro-Handbuch positiv

Ephos II empfiehlt Anwendern CU-Kabel im tertiaeren Bereich

BONN - Waehrend die EU-Kommissare von der politischen Union reden, nimmt, zumindest auf dem Papier, das vereinigte Europa der DV- Landschaften konkretere Formen an. Rund zwei Jahre nach Veroeffentlichung des ersten europaweiten Beschaffungshandbuches "Ephos" fuer die oeffentlichen Verwaltungen wurden jetzt in Bonn Vorabergebnisse des zweiten Handbuchteils praesentiert.

Mit dem Ziel, die Interoperabilitaet getrennt beschaffter IT- Systeme durch Angleichung der Spezifikationen zu verbessern, waren die Autoren des ersten "European Procurement Handbook for Open Systems" (Ephos) vor etwa zwei Jahren angetreten, um den DV- Verantwortlichen europaweit bei Beschaffungsmassnahmen einheitliche Orientierungshilfen zu geben.

Die erste Ephos-Phase praegten im wesentlichen die drei Themen MHS, FTAM und X.400-E-Mail. Ergebnisse, die auf den ersten Blick bei einem Kapitalaufwand von einer Million ECU aeusserst bescheiden erscheinen. Allerdings sei, so verteidigt Uwe Ossenberg, Ephos- Experte bei der Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung fuer Informationstechnik im Bundesministerium des Innern (BMI), in diesem Stadium "nicht das Produkt das wesentliche Ergebnis gewesen". Vielmehr gilt der gewonnene Common sense fuer die internationale Arbeitsweise als eigentliches Ergebnis der ersten Phase.

Zurueckblickend bewertet Ossenberg die Ergebnisse dieser Periode insgesamt positiv. Er glaubt an die Relevanz der Richtlinien bei oeffentlichen Beschaffungsmassnahmen. Bestes Beispiel dafuer ist fuer den BMI-Mann die Bundesverwaltung, die mittlerweile alle Einkaeufe, die Kommunikationsaufgaben betreffen, auf Grundlage der Ephos- Anforderungen taetigt. Darauf angesprochen, zahlreiche Kommunen wuerden nach wie vor Ephos nicht beruecksichtigten und bei den alten Hoflieferanten bestellen, raeumt der DV-Experte ein, es gebe hier noch Kommunikationsprobleme. Dennoch wuerden sich die EU- Richtlinien auch auf unterster Ebene durchsetzen. Bereits heute, so Ossenberg, "rufen mich viele Gemeinden an und fragen nach dem Ephos-II-Handbuch".

Erweiterungen in den Bereichen FTAM und X.500

Standen in der ersten Projektphase noch organisatorische Massnahmen im Vordergrund, so legten die Autoren der zweiten Ausgabe mehr Wert auf den Inhalt. Wie bei einer Vorabpraesentation - die Abschlusskonferenz zu Ephos II findet im April in Bruessel statt - der Proseminaris Propress Verlagsgesellschafts mbH in Bonn zu erfahren war, behandelt der zweite Reader nun elf Themenbereiche.

Der bereits im ersten Handbuch aufgefuehrte Themenkomplex FTAM wurde um den Dateizugriff und die Dateiverwaltung erweitert, und die Ausfuehrungen zur Nachrichtenuebermittlung wur- den gemaess X.400 fortgeschrieben. Ergaenzend behandelt das Werk nun den Verzeichnisdienst X.500. Auch zum Problem der Zeichenvorraete beziehungsweise -codierung im X.400-Bereich sowie bezueglich des elektronischen Datenaustausches via EDI geben die Autoren nun den oeffent- lichen Beschaffern Planungshilfen. Als Dokumentenformat zum Datenaustausch in heterogenen Welten propagiert Ephos kuenftig die "Open Document Architecture" (ODA). Auch dem Thema virtuelle Terminals, fuer das Ossenberg momentan nur einen punktuellen Bedarf sieht, widmeten die Initiatoren ihre Aufmerksamkeit.

Mehr Raum schenkten die Verfasser dem LAN-Komplex sowie den Uebergaengen vom LAN- in den WAN-Bereich. Ein Problemfeld, das, so der BMI-Mann, im oeffentlichen Bereich immer mehr an Bedeutung gewinnt. Abweichend vom sonstigen Konzept des Handbuches befassen sich die Autoren auch mit dem Thema Infrastruktur. Nach heftigen "Glaubenskriegen zwischen den Glasfaser- und Kupferkabel- Verfechtern", wie Ossenberg die Arbeit schildert, lautet die Verkabelungsempfehlung nun: Im primaeren und sekundaeren Bereich sind Lichtwellenleiter einzusetzen, im tertiaeren Bereich in der Regel symmetrische Kupferkabel der Gueteklasse 5 zu verwenden.

Nur rudimentaer wird dagegen in der zweiten Ephos-Phase das Netz- Management behandelt. Generell empfehlen die europaeischen DV- Spezialisten das Common Management Information Protocol (CMIP) der OSI. Allerdings soll der Bereich Netzverwaltung in der Projektphase 2b ausfuehrlicher eroertert werden. Darueber hinaus arbeiten die europaeischen DV-Experten an Empfehlungen fuer Betriebssysteme, Datenbankzugriffe, Transaktionsverarbeitung, Sicherheit und MANs.