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18.02.2000 - 

Mit dem Handy in den Xetra-Handel

EQ Online startet in Deutschland

MÜNCHEN (CW) - Mit dem finnischen Internet-Aktienhändler "EQ Online" tummelt sich seit Anfang Februar ein weiterer Discount-Broker am deutschen Markt. Das Angebot beschränkt sich bisher auf alle im Xetra notierten Aktien. Aufträge werden nur über das Internet angenommen. Die Spezialität der Finnen - der Wertpapierhandel via Handy - wird allerdings noch auf sich warten lassen.

Experten erwarten, dass die Zahl der Kunden, die Aktien über das Internet handeln, europaweit auf über zwei Millionen ansteigen wird. Das Marktforschungsunternehmen Durlacher Research errechnete, dass der mobile Aktienhandel und Zahlungsverkehr bis 2003 ein Umsatzvolumen von rund fünf Milliarden Euro erreichen wird. Dabei gilt Deutschland als mit Abstand größter Markt in diesem Bereich. Die Marktforscher von Datamonitor schätzen, dass bereits 2002 gut drei Prozent aller Deutschen ihre Wertpapiere über das Internet kaufen oder verkaufen werden. Dabei kann die Technologie, so die Investmentbank J.P. Morgan, beim Direkt-Brokerage zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.

Keine Umwege mehr über Broker oder BankenGute Aussichten also für ein Unternehmen, das im Internet- und Handy-Land Finnland erste Erfahrungen sammeln konnte. 1997 als EQ Securities Ltd. gegründet, bietet die Firma unter dem Namen EQ Online seit Mai 1998 ihre Dienste erfolgreich im Heimatland an. Firmenangaben zufolge wurden 1999 bereits knapp zehn Prozent des heimischen Aktienhandels über das junge Unternehmen abgewickelt. In Deutschland hat sich EQ Online vorgenommen, im ersten Jahr 10000 Kunden anzulocken. Dabei will man sich besonders gegen Anbieter mit niedrigen Gebühren wie Fimatex oder Netbank behaupten.

"Wir wollen vor allem die Aktienhändler ansprechen, die häufig handeln und dabei eine schnelle Abwicklung ihrer Orders schätzen." Wie Petri Rutanen, Geschäftsführer von EQ Online gegenüber der "FAZ" äußerte, sind Zuverlässigkeit und Schnelligkeit die wesentlichen Pluspunkte des Online-Wertpapierhandels. Daher konzentrieren sich die Dienste der Nordlichter zunächst auf eine direkte Schnittstelle zu XetraAktien, also ohne Umweg über Broker oder Banken. Für die Kunden bedeutet dies jedoch: kein außerbörslicher Handel, keine Optionsscheine oder Fondsanteile sowie keine Kaufmöglichkeiten an ausländischen Börsen.

Seine Internet-Technik entwickelte das Unternehmen gemeinsam mit dem Handy-Hersteller Nokia sowie der Sonera-Smart-Trust, einer Tochter der ehemaligen Telecom Finnland. Mit ihrem eigentlichen technischen Vorteil, dem Wertpapiergeschäft über Mobiltelefone (entweder WAP- oder neue GSM-Handys), können die Finnen allerdings bislang nicht auftrumpfen. Noch laufen die Verhandlungen mit den vier deutschen Mobilfunkanbietern über den Zugang zu Handys. Deutschland-Geschäftsführer Thomas Ambs rechnet laut "Handelsblatt" damit, dass der mobile Aktienhandel dennoch in diesem Jahr anlaufen kann. Voraussetzung hierfür ist allerdings auch, dass die derzeitigen Lieferprobleme der Hersteller von Endgeräten gelöst werden.