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30.08.2002 - 

IT-Beratung/Wie sieht der passende Berater aus?

Erfahrener und solider Partner gesucht

Entscheidend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit externen IT-Beratern ist es, dass der vereinbarte Kosten- und Zeitrahmen eingehalten wird. Auch andere Kriterien spielen bei der Auswahl der Consulting-Firma eine wichtige Rolle. Von Jost Hoppermann*

Viele Unternehmen orientieren sich bei der Entscheidung für eine externe Beratungsfirma ausschließlich an deren Größe oder am Preis der angebotenen Dienstleistung. Auf den Erfolg der Zusammenarbeit hat aber noch eine Reihe von weiteren objektiven und subjektiven Kriterien Einfluss. Vor einer detaillierten Bewertung des jeweiligen Anbieters empfiehlt es sich zunächst, eine Vorauswahl zu treffen. Als Eingangskriterien können zum Beispiel persönliche Erfahrungen mit einem Dienstleister, die Empfehlung beziehungsweise Kritik von anderen Unternehmen sowie Referenzprojekte dienen. Auch die finanzielle und organisatorische Stabilität des Kandidaten gewinnt in einer Zeit, in der auch Beratungsfirmen zunehmend in finanzielle Turbulenzen geraten, aufgekauft werden, fusionieren oder sich grundlegend umorganisieren, an Bedeutung. Interne Probleme im Consulting-Unternehmen können Kundenprojekte ernsthaft verzögern oder sogar zum Scheitern bringen.

Nach der Vorauswahl sollten konkrete, projektbezogene Themen in Gesprächen mit dem potenziellen Auftragnehmer geklärt werden. Die entscheidende Frage ist dabei, ob der externe Dienstleister im geplanten Zeitraum hinreichend qualifizierte Ressourcen bereitstellen und die anstehende Aufgabe auch im vorgesehenen Budgetrahmen bewältigen kann. Wenn diese grundlegenden Anforderungen nicht gegeben sind, ist eine Beschäftigung mit den übrigen Kriterien nur in Ausnahmen sinnvoll.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Kontakt zu den Ansprechpartnern des Beratungshauses. Da das Consulting-Geschäft in der Regel sehr personalintensiv ist, sollte der Auftraggeber die Kandidaten an Hand von personalwirtschaftlichen Instrumenten wie Lebenslaufauswertungen und Interviews - ähnlich wie bei der Auswahl interner Mitarbeiter - beurteilen. Bei umfangreichen Projekten mit vielen Beteiligten sind Maßnahmen dieser Art allerdings zu aufwändig. In solchen Fällen empfiehlt es sich, zumindest die Hauptansprechpartner dem Auswahlverfahren zu unterziehen. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch "weiche Faktoren" - etwa gegenseitige Sympathie, eine schnelle Auffassungsgabe und das Interesse des Beraters an der bevorstehenden Aufgabe.

Natürlich ist es ratsam, möglichst erfahrene Berater ins Haus zu holen. Allerdings ist das nicht immer möglich. Vor allem in Spezialgebieten mangelt es häufig an qualifizierten Fachkräften. Zudem stehen auch die Consulting-Firmen zurzeit unter einem Kostendruck, den sie mit dem verstärkten Einsatz von Junior-Beratern abzufedern versuchen. Die auf diese Weise erzielten Preisvorteile können sie zwar zunächst an ihre Kunden weitergeben. Wenn sich die Projektlaufzeiten jedoch wegen der mangelnden Erfahrung der Consultants verlängern oder das Projekt sogar daran scheitert, entstehen dem Auftraggeber unter Umständen im Nachhinein weit höhere Kosten, als wenn er von Anfang an mit erfahreneren Fachleuten zusammengearbeitet hätte.

Die Qualifikation des technischen Personals lässt sich etwa an Hand von anbieterinternen Ausbildungsprogrammen und Laufbahnmodellen beurteilen. Grundsätzlich muss Klarheit darüber bestehen, wie viele Berater mit dem geforderten Know-how und Erfahrungshintergrund verfügbar sind. Bei relevanten Projekten ist es zu empfehlen, die jeweiligen Kompetenzträger namentlich im Vertragstext aufzuführen.

Von entscheidender Bedeutung ist zudem das Thema Wissenstransfer. Viele Anwenderunternehmen bemängeln, dass ihre Mitarbeiter nach Abschluss des Projekts nicht über die notwendigen Kenntnisse verfügen, um den Projektnutzen vollständig ausschöpfen zu können. Der potenzielle Auftraggeber sollte sich daher darüber informieren, wie umfassend die Verantwortlichen das Projekt-Know-how in der täglichen Zusammenarbeit an seine Mitarbeiter weitergeben - zum Beispiel in Form von gemischten Teams. Wie viel Wert das Beratungshaus in der Vergangenheit auf Wissenstransfer gelegt hat, lässt sich zum Beispiel in Gesprächen und über Referenzen herausfinden.

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Bewertung der Beratung ist die Qualität der internen Prozesse des Anbieters. In Deutschland dient dafür als Orientierung der Standard ISO 9000ff. Internationale Anbieter sind häufig nach dem "Capability Maturity Model" (CMM) des Software Engineering Institute zertifiziert, das im Gegensatz zu ISO 9000ff mehrere Qualitätsstufen berücksichtigt. Grundsätzlich muss die Qualität eines Consulting-Unternehmens, das auf eine offizielle Zertifizierung verzichtet, nicht schlechter sein. Unter Umständen ist die Flexibilität des Anbieters für den Kunden sogar wichtiger als ein Zertifikat. Es gibt auch Firmen, die eigene Prozesse zur Messung der Beratungsqualität eingeführt haben. Allerdings ist die individuelle Bewertung des potenziellen Auftragnehmers zeitaufwändiger und setzt eine entsprechende Beurteilungsqualifikation voraus.

Wichtig ist auch die vertragliche Flexibilität des Consultant. Wenn der potenzielle Kandidat bereits vor Vertragsabschluss nicht bereit ist, sich auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden einzustellen, ist es unwahrscheinlich, dass sich daran später etwas ändert. Zu viel Entgegenkommen sollte der Auftraggeber allerdings nicht erwarten, da das Projekt für den Consulting-Anbieter sonst wirtschaftlich uninteressant werden kann.

Relevant kann neben den Vereinbarungen zu Unterauftragnehmern auch die Bereitschaft eines Beraters ein, in bestimmten Fachgebieten mit anderen Anbietern zusammenzuarbeiten. Zu berücksichtigen ist hierbei vor allem, dass die Aufgabenverteilung transparent ist und eine klare Zuordnung der Verantwortungsbereiche vorsieht.

Ein weiteres Moment, das bei der Auswahl eines Consultants ein Rolle spielen sollte, ist die Skalierbarkeit: Ein Beratungsunternehmen muss zum Kunden passen. Wenn eine bisher auf kleinere Aufträge spezialisierte Firma ein Projekt der geplanten Größenordnung zuvor noch nicht bearbeitet hat, sollte geklärt werden, ob sie sich mit Recht zutraut, eine sehr umfangreiche Aufgabe in Angriff zu nehmen. Zu diesem Zweck empfiehlt sich eine Analyse der internen Prozesse, der voraussichtlich in das Projekt involvierten Mitarbeiter und der vorhandenen Infrastruktur des Beratungshauses.

Ein letztes wichtiges Kriterium ist die im Angebot konkret festgehaltene Projektvorgehensweise. Ist sie klar und nachvollziehbar inklusive Terminen und angestrebten Ergebnissen beschrieben? Wie verhält es sich mit den Mitwirkungspflichten des Auftraggebers? Werden - speziell bei größeren und langfristigen Projekten - Möglichkeiten zur Änderung des Vertragsinhalts angesprochen? Je nach Projektart und -umfang können weitere optionale Punkte hinzukommen. Dazu zählen die Breite des Angebots (bei Großprojekten), das Vorhandensein von fundiertem Branchen-Know-how oder die geografische Abdeckung (bei internationalen Vorhaben). (sp)

*Jost Hoppermann ist Vice President Research Europe bei der Giga Information Group in Frankfurt am Main.

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Das entscheidende Kriterium bei der Auswahl eines externen IT-Consultant besteht darin, dass dieser den vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen einhält. Auch die wirtschaftliche Situation des potenziellen Auftragnehmers sollte berücksichtigt werden. Aufschluss über die eigentliche Qualität der Beratung geben unter anderem Faktoren wie Erfahrung und Qualifikation der in das Projekt involvierten Personen sowie die Bereitschaft und Fähigkeit des Anbieters, das notwendige Wissen an die Mitarbeiter des Anwenderunternehmens weiterzugeben. Auch die vertragliche Flexibilität des Consulting-Unternehmens und die Skalierbarkeit seines Angebots spielen eine wichtige Rolle für eine reibungslose Zusammenarbeit.

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