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17.09.1999 - 

Nach dem Börsengang stehen die Zeichen auf Expansion

Erfolg von Clarify soll das Wachstum von SHS Informationssysteme beflügeln

Von Beate Kneuse* MÜNCHEN - Mit gut gefüllter Kasse nach ihrem erfolgreichen Börsengang im Mai bastelt die SHS Informationssysteme AG, München, nun an ihrer Expansionsstrategie. Dienstleistungen rund um das Thema Customer-Relationship-Management (CRM) sollen vor allem europäische Telekommunikationsunternehmen ansprechen.

Systemintegration, Consulting und Produkte heißen die drei Geschäftsfelder, von denen sich die SHS AG neben ihrem bisherigen Kerngeschäft das größte Wachstum verspricht. Gut im Rennen liegen dabei nach Auskunft von Finanzvorstand Adrian Taciulescu die beiden ersten Bereiche: Sie steuerten zu den 8,1 Millionen Mark Umsatz des ersten Halbjahres 1999 elf Prozent beziehungsweise 26 Prozent bei.

Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren auf Systemintegration und Consulting bei Gesamteinnahmen von 5,05 Millionen Mark Anteile von jeweils acht Prozent entfallen. Der Anteil der beiden bisherigen Kerngeschäftsbereiche Anwendungsentwicklung und Betrieb reduzierte sich damit auf 48 (Vorjahreszeitraum: 61) beziehungsweise 15 (23) Prozent. Laut Taciulescu verzeichnet SHS jedoch auch hier nach wie vor Wachstum.

Die Münchner, die nicht nur im CRM-, sondern auch im Internet-Business kräftig mitmischen wollen, haben allerdings in Sachen Produkte noch nicht viel zu bieten. Man liege mit dem Aufbau dieses neuen Segments im Plan, erklärte Stefan Möller, der im Vorstand für die Ressorts Strategie und Marketing verantwortlich zeichnet. Mit "SHS Risk Management", das sowohl für die Bonitätsprüfung von Privat- und Firmenkunden als auch für das Scoring und die Bewertung von Neu- und Bestandskunden zum Einsatz kommt, seien aber bereits erste Lizenzerlöse erzielt worden.

Im Juli brachte SHS zudem das Projekt-Controlling-System "Pro C" heraus. Dieses auf Intranet-Technologie basierende Produkt wurde für Angebotsverwaltung, Projektzeiterfassung, Reisekostenabrechnung und Rechnungsverwaltung samt Auswertungsmöglichkeiten sowie für das Projekt-Controlling konzipiert.

Einen zusätzlichen Schub soll die im Juni vereinbarte strategische Partnerschaft mit dem amerikanischen CRM-Spezialisten Clarify bringen. Zertifiziert für die Clarify-Software fungiert SHS europaweit als Systemintegrator. Die noch junge Allianz, berichtete Taciulescu, trage mit zwei Neukunden bereits erste Früchte. Weitere sollen folgen, verkündete Firmengründer und Vorstandschef Karl-Peter Schmid doch vollmundig: "Wir stehen am Beginn einer neuen Ära, nämlich die der Front-Office-Lösungen. Und mit Clarify zusammen sind wir ganz vorne mit dabei."

Obwohl SHS hier bisher noch nicht viel vorzuweisen hat, scheinen die hochgesteckten Erwartungen an die Partnerschaft nicht aus der Luft gegriffen zu sein. Zum einen sind die Wachstumsprognosen für den europäischen CRM-Markt rosig. Laut Marktforschern von Frost & Sullivan wird er sich bis zum Jahr 2003 von derzeit rund einer Milliarde Dollar auf gut 3,5 Milliarden Dollar verdreifachen. Zum anderen zählt Clarify weltweit zu den führenden Software-Anbietern, wenn es um die Optimierung von Kundenbeziehung und -bindung geht.

Die Softwareschmiede wächst momentan nach Aussage von Tobias Nittel, Marketing Communications Manager von Clarify, in Europa rasant. Von den für 1999 erwarteten Einnahmen von rund 220 Millionen Dollar würden voraussichtlich mehr als 30 Prozent diesseits des Atlantiks erzielt.

SHS erwartet von der Kombination einer Branchenausrichtung auf den Telekommunikationsmarkt und einer Konzentration auf die Clarify-Software eine überdurchschnittliche Geschäftsentwicklung. Allerdings adressieren die Münchner auch zunehmend andere Branchen - etwa die der Energieversorger, die sich dem Thema laut SHS-Vorstand Möller allerdings bisher nur verhalten nähert. Auf Dauer möchte Unternehmenschef Schmid auch Finanzdienstleister sowie die Pharmaindustrie bedienen.

Vorankommen wollen die Münchner zudem in Europa. Mittelfristig lautet das selbstgesteckte Ziel, den europäischen Telekommunikationsmarkt zu durchdringen. Dabei will man sich nicht nur über erfolgreiche Projekte etablieren, sondern auch über Akquisitionen zunächst vornehmlich in Südeuropa seßhaft werden.

Hier allerdings ist Vorsicht das oberste Gebot: Obwohl der Börsengang Mitte Mai dem Dienstleister rund 32 Millionen Mark einbrachte, wurde noch kein Zukauf getätigt. Taciulescu erklärte jetzt, man stehe in Verhandlungen mit einem Unternehmen in Frankreich und erwarte deren erfolgreichen Abschluß für das vierte Quartal 1999.

Die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von 19,4 Millionen Mark, die gegenüber 1998 einen Anstieg von 47 Prozent bedeuten würde, will SHS nicht anheben. Generell plane man ein organisches Wachstum, so Taciulescu. An Gewinn nach Steuern, aber vor den Kosten des Börsengangs, die sich insgesamt auf rund 3,7 Millionen Mark belaufen dürften, erwarten die Münchner für 1999 ungefähr zwei Millionen Mark.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.