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23.01.2015 - 

Fatale Bewerbungsfehler

Erfolgreiche Bewerber weisen Problemlösungen vor

Peter Gruber ist Mitglied des Teams Management der Digitalredaktion. Er arbeitet hauptsächlich für die Portale Computerwoche und CIO.
Viele Bewerber treten als Bittsteller oder Selbstdarsteller auf. Sehr zum Leidwesen der Personalverantwortlichen, die "Problemlöser" suchen.

Bewerbungsunterlagen sind heute aufgrund der Vielzahl der Bewerbungsratgeber zunehmend standardisiert und wenig aussagekräftig. Arbeitgeber stehen dann vor der Aufgabe, aus einer Flut meist nichtssagender Einheitsfloskeln und fragwürdiger Selbstdarstellung die passenden Bewerber zu einem persönlichen Gespräch einzuladen.

Das Erwin-Lindemann-Syndrom

Madeleine Leitner: Bewerbungen weisen oft formale Fehler auf und sind nichtssagend.
Madeleine Leitner: Bewerbungen weisen oft formale Fehler auf und sind nichtssagend.
Foto: Privat

Die Erfahrung der Personalverantwortliche lehrt, dass bei Bewerbungen immer noch grundlegende Fehler gemacht werden. Neben gravierenden formalen Mängeln beklagen sie, dass die Unterlagen oft völlig am Thema vorbeigehen. Die meisten Bewerber gehen dabei von ihrer eigenen Perspektive aus, nach dem Motto: "Ich bin, ich kann, ich will". Die Diplom-Psychologin und Karriereberaterin Madeleine Leitner bezeichnet dies frei nach einem Sketch des Humoristen Loriot als das "Erwin-Lindemann-Syndrom" ("Ich bin Erwin Lindemann....").

Von diesem Syndrom unterscheidet sie zwei Grundtypen:

  • Erwin Lindemann, den Bittsteller, der an die Gnade des Arbeitgebers appelliert und

  • Erwin Lindemann, den Selbstdarsteller. Dieser Typus hat zu viele Bewerbungsbücher gelesen, in denen er vor allem dazu ermuntert wird, selbstbewusst aufzutreten. So strotzt er vor Selbstbewusstsein und tritt als Schaumschläger auf.

Aus Sicht von potenziellen Arbeitgebern sind beide Typen des "Erwin-Lindemann-Syndroms" wenig interessant.

Viele Personalverantwortlichen beklagen sich deshalb über nichtssagende Bewerbungen. Arbeitgeber betrachten Bewerber viel lieber unter dem Aspekt, ob sie erkennbar zur Lösung seiner Probleme beitragen könnten. Spricht ein Bewerber also vor allem von sich, geht das grundlegend am Interesse des möglichen Arbeitgebers vorbei.

Selbst-Marketing als K.o.-Kriterium

Statt also dem Erwin-Lindemann-Syndrom zu verfallen, sollten Stellensuchende sich Arbeitgebern gegenüber im Sinne eines potenziellen Problemlösers nähern, rät Leitner. Doch wodurch zeichnet sich diese Haltung aus? Ein Bewerber sollte durch seine Argumentation zu erkennen geben, dass er die Probleme des Arbeitgebers kennt und weiß, wo diesen der Schuh drückt. Und er sollte aufzeigen, dass er glaubhaft imstande ist, diese Probleme zu lösen. Glaubhaft wird er nicht, wenn er sich im Sinne eines falsch verstandenen Selbst-Marketing in Lobeshymnen auf seine angeblichen Fähigkeiten ergeht. Glaubhaft sind seine Behauptungen nur dann, wenn er ähnliche Probleme in der Vergangenheit erfolgreich gelöst hat und Belege vorweisen kann.

Die Haltung des Problemlösers bedeutet vor allem, dass Stellensuchende ihre eigene Perspektive in den Hintergrund stellen und sich stattdessen in die Sichtweise potenzieller Arbeitgeber versetzen. Die Haltung des Problemlösers zeigt sich bereits in der Form und in der Argumentation der schriftlichen Unterlagen, aber auch im Vorstellungsgespräch, natürlich nur dann, wenn man dazu eingeladen wird - Erwin Lindemann wird es dabei wohl schwer haben.

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