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26.01.1990

Ergonomie, Ökologie und Ökonomie am Arbeitsplatz

Ab Mitte der achtziger Jahre büßte das bislang dominierende

Großrechnerkonzept mit zentraler CPU und angeschlossenen Terminals

seine Vormachtstellung ein. Die Anwender forderten eine verteilte

Datenverarbeitung, aus der heute die Unterteilung der DV-Landschaft in Host-, Abteilungs- und Arbeitsplatzebene resultiert. Im Schlagabtausch auf Arbeitsplatzebene konnten Hersteller kompatibler Bildschirme durch innovative Lösungen ihre Position einigermaßen halten.

IBM zielt nach wie vor darauf ab, eigene Produkte auf allen Ebenen einzusetzen. Die heutige Strategie ist jedoch darauf ausgelegt, auch Fremdrechner in das Gesamtsystem einzubinden. Mit dieser Öffnung trägt der Marktführer den Bestrebungen der Anwender Rechnung, nicht mehr die gesamte DV-Hierarchie aus einer Hand zu beziehen. Dieses gewandelte Kundenverhalten ist vorrangig darauf zurückzuführen, daß angesichts der wachsenden Komplexität der DV-Strukturen kein Hersteller über eine ausreichende Kompetenz auf allen Ebenen verfügt.

Hersteller moderner Bildschirmarbeitsplätze reagierten prompt auf die veränderte Bedarfsstruktur und definierten den entstandenen Markt als IBM-Marktraum. Dieser Begriff drückt das funktionelle Zusammenwachsen der unterschiedlichen Computersysteme aus. In der Vergangenheit war von den Terminalherstellern eine starke Spezialisierung auf die unterschiedlichen Rechnersegmente gefordert. Sie ging hin bis zum Aufbau von unterschiedlichen, auf den jeweiligen Markt angepaßten, Vertriebswegen. In Zukunft werden sich im Markt nur Anbieter behaupten, die auf Arbeitsplatzebene das Zusammenwachsen der Rechnersysteme nachvollziehen können. Die Forderung für die Terminalentwicklung, sei es für DEC/Unix-, IBM Coax- oder IBM Twinax-Systeme, lautet: Einheitlichkeit in der Bedienung bei voller Kompatibilität im Anschluß an die Systeme.

Deshalb wird man berechtigterweise auf die universelle Einsetzbarkeit der PCs hinweisen. Bei genauerer Betrachtung ist der PC jedoch kein Substitut für das Terminal, auch wenn der Anschaffungspreis künftig von untergeordneter Bedeutung sein wird. Als klassischer Einzelplatz konzipiert, ist der Mikro für autonome Anwendungen prädestiniert. Demgegenüber weist das Terminal eindeutige Stärken auf, sobald auf zentral gespeicherte Informationen zurückgegriffen werden muß und hohe Ansprüche an Integrität und Konsistenz, Schutz und Sicherheit der Daten gestellt werden.

Zwingende Voraussetzung für die Akzeptanz kompatibler Produkte beim Anwender ist, daß die Geräte minimal ein funktionelles Abbild des Originals sind, sich also in allen Situationen hundertprozentig gleich verhalten. Wettbewerber im Markt müssen den vorgenannten Mindestanforderungen genügen.

Wesentlich komplexen gestaltet sich die Realisierung einer einheitlichen Bedienbarkeit. Skandinavische Anbieter haben neben der kompatiblen Bedienung zur Einstellung der Terminals, dem Setup, eigens ein zweites Bediensystem entwickelt, das dem Benutzer unter ergonomischen Gesichtspunkten entgegenkommt. Alle Einstellungen lassen sich dialogorientiert auf Softkeybasis vornehmen. Nur ein solches System für das Setup gewährleistet, daß Benutzer eines DEC-, eines IBM Coax- und eines IBM Twinax-Terminals in der Lage sind, jedes Terminal für ihre Bedürfnisse einzustellen.

Die Leistung der Hersteller kompatibler Terminals erschöpft sich gewöhnlich nicht in der Abbildung des Originals. Mit zusätzlichen bedienerfreundlichen Leistungsmerkmalen können sich kompatible Geräte vom Original und dem Mitbewerb abgrenzen.

Der Interessierte findet hier ein großes Zusatzangebot und unterschiedlichste Vorgehensweisen. Teilweise stehen besonders preiswerte Produkte zur Verfügung, zum anderen legt man mehr Wert auf die Spezialisierung des Übertragungsnetzes und bietet die Terminals als Abrundung des Angebotes an.

Eine weitere Möglichkeit der Abgrenzung besteht darin, sich gezielt mit der ergonomischen Qualität eines Bildschirmarbeitsplatzes auseinanderzusetzen. Es werden verschiedentlich Terminals angeboten, "die die Faktoren Ergonomie, Ökologie und Ökonomie berücksichtigen. Mit steigender Verbreitung

von Bildschirmarbeitsplätzen gewinnen ergonomische Aspekte zunehmend an Bedeutung. Wie inzwischen nicht nur Studien belegen, sondern auch die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, erhöhen benutzerfreundliche Datensichtgeräte die Akzeptanz neuer Techniken, verringern die Streßbelastung und steigern somit die Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Man weiß heute, daß die Tätigkeit am Bildschirm den Menschen in vielfältiger Weise beanspruchen kann, zum Beispiel durch Augenermüdung, einseitige Belastung der Körpermuskulatur, Monotonie, unerwünschte Strahlung und Zeitdruck durch das Antwortzeitverhalten des Systems.

Diese Belastungen auszuschließen, ist Ziel der ergonomischen Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen. Beispielsweise kann der Ermüdung der Augen durch hochauflösende und kontrastreiche Bildschirme, optimale Lichtverhältnisse oder günstigere Anordnung der Arbeitsgegenstände (große Sehentfernungen) entgegengewirkt werden. Die einseitige Belastung der Muskulatur läßt sich mit auf den jeweiligen Einsatzzweck angepaßten Tastaturen verringern. Der Druckpunkt, die Wölbung der Tastenoberfläche, der Tastaturklick und die farbliche Trennung der Tastenbereiche sind nur einige Faktoren, die zu beachten sind.

Ökologie: Die Gefährdung minimieren

Im Mittelpunkt der Diskussion um mögliche Gefährdung durch die Bildschirmarbeit steht seit einiger Zeit das Thema Strahlung. Angeregt durch die Berichterstattung in den Medien wächst das Informationsbedürfnis der Bildschirmbenutzer. Technisch bedingt ist jedes Bildschirmgerät eine Strahlungsquelle, genau wie jedes Fernsehgerät, jeder CD-Player oder jeder Mikrowellenherd. Die heute üblichen Bildschirme mit Kathodenstrahlröhre erzeugen verschiedene Arten von Energiefeldern und Strahlungen. Die Röntgenstrahlung der Bildröhre, das elektrostatische Feld durch Hochspannung und das elektromagnetische Feld der Ablenkspule (elektromagnetisches Wechselfeld) seien als die wichtigsten hier genannt.

Skandinavische Terminal-Hersteller haben Verfahren entwickelt, um die Gefährdungen auf ein Minimum zu begrenzen. Die Perfektionierung dieser Technologie erlaubt es, Bildschirme herzustellen, die in ihren ökologischen Werten weit unter denen der schwedischen Empfehlung liegen.

Ökonomie: Nützlich, doch nicht quantifizierbar

Der Zusatznutzen kompatibler Terminals beschränkt sich bei den Anbietern dieser Produkte nicht auf ergonomische und ökologische Aspekte. Einige Hersteller haben ihre Terminals darüber hinaus mit weiteren Funktionen ausgestattet wie Taschenrechner, Notizbuch, Kalender und Erweiterung des Speichers für programmierbare Funktionstasten.

Die wirtschaftliche Bedeutung zusätzlicher Funktionalität erkennt der Anwender meist schnell. Dagegen herrscht noch häufig Unsicherheit darüber, ob und in welchem Ausmaß ein unter ergonomischen und ökologischen Erkenntnissen gestalteter Bildschirm die Produktivität am Arbeitsplatz zu steigern vermag. Als Beispiel sei die Schwarzweiß-Darstellung angeführt: Personen mit häufigem Blickwechsel auf eine Schreibvorlage sparen pro Blickwechsel 350 ms, die das Auge zur Anpassung an unterschiedliche Leuchtdichten benötigen würde, Reflexionen und Spiegelungen verringern sich, die Lesbarkeit der Zeichen wird verbessert. Deutlich wird, daß schon bei Berücksichtigung nur eines Details der Streß reduziert wird.

Als zweites Beispiel ist die Wärmeabgabe zu nennen. Moderne Terminals arbeiten mit sehr geringen Werten (monochrom zirka 45 Watt). Damit benötigt das Gerät nicht nur weniger Strom, sondern die reduzierte Wärmeabgabe wirkt sich kostensparend auf Klimaanlagen aus, die diese Wärme wieder vernichten müssen.

Anhand dieser einfachen Beispiele läßt sich der materielle Nutzen der Ergonomie verdeutlichen. Kaum quantifizierbar, für den Gesamterfolg eines Unternehmens heute jedoch immer entscheidender, ist die Vergrößerung der Akzeptanz der DV bei den Mitarbeitern durch den Einsatz benutzerfreundlich gestalteter Bildschirmgeräte. Diskussionen über die Gefahren der Bildschirmarbeit kann mit der Installation solcher Geräte wirkungsvoll begegnet werden. Der Einsatz von Terminals gleicher Entwicklungsausrichtung an unterschiedlichen Rechner. Systemen erzeugt darüber hinaus das Gefühl der Gleichberechtigung und trägt als weiterer Mosaikbaustein zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz bei. Arbeiten unter reduzierten Streßbedingungen verringert die Ausfall- und Krankheitsraten im Betrieb. Die Qualität der Arbeitsergebnisse verbessert sich, und davon profitieren nicht nur die Mitarbeiter am Bildschirm, sondern auch die Personen und Abteilungen, die dieses Material weiterverarbeiten - in letzter Konsequenz folglich alle.