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24.07.1992 - 

Anwender verklagen Tastatur-Hersteller

Ergonomische Knicktastatur soll Hände und Arme schonen

MÜNCHEN (CW) - Eine ergonomische Knicktastatur für IBM-kompatible PCs und PS/2-Rechner, die für schnelleres und ermüdungfreieres Schreiben sorgen soll, will die Marquardt GmbH im September herausbringen.

Das Tastenfeld der "Mini Ergo MF2" ist in der Mitte geteilt, die beiden Tastaturhälften sind um rund 15 Grad nach außen gedreht, und die Cursortasten liegen vorne in der Mitte. Vor der Tastatur schließt eine Handauflage an. So ermögliche das Produkt eine natürlichere und damit gesündere Handhaltung, erklärte der Hersteller.

Die Idee solcher Tastaturen ist nicht neu, neu ist aber der Preis, den Marquardt für das Keyboard verlangen wird.

Mußte man bisher 700 bis 800 Mark für solche Spezialtastaturen auf den Tisch legen, soll das Marquardt-Produkt für rund 300 Mark angeboten werden (der genaue Preis stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest).

Die neue Tastatur zielt auf Vielschreiber, die häufig unter der sogenannten RSI-Krankheit zu leiden haben (Repetetive Strain Injury). RSI ist der Tennisarm der Sekretärin: So werden Verletzungen oder Entzündungen von Sehnen, Gelenken und Muskeln der Hand bezeichnet, die durch falsche Handhaltung bei hoher Schreibleistung auftreten können. Eine Umfrage der Technischen Hochschule Darmstadt hat ergeben, daß rund 20 Prozent der Befragten schon einmal wegen solcher Beschwerden in Behandlung waren.

Doch viele Anwender müssen erst eine Hemmschwelle überschreiten, bevor sie sich von ihrer vertrauten PC-Tastatur verabschieden - viele finden Knicktastaturen gewöhnungsbedürftig. Das ergab auch die Studie der TU Darmstadt. Kurz nach dem Wechsel auf Knicktastaturen sei die Schreibgeschwindigkeit im Test um 23 Prozent gesunken, so der Psychologe Hardo Sorgatz. Doch dieser Effekt sei vorübergehend: Schon nach kurzer Zeit werde eine höhere Geschwindigkeit erreicht als vorher.

In den Vereinigten Staaten könnten ergonomische Tastaturen schneller ins Rampenlicht rücken, als manchem lieb ist: Mitte Juli reichten 44 PC-Anwender in New York Produkthaftungs-Klagen gegen die Hersteller von Notebooks mit kleinen Tastaturen ein. Unter den Beklagten findet sich PC-Prominenz wie Apple, IBM und NCR. Die Kläger gaben an, sie hätten sich wegen der kleinen Tastaturen beim Tippen Hände und Arme verletzt.

Vor solchen Folgen hätten die Notebook-Hersteller sie warnen müssen. Bekommen die Kläger vor Gericht recht, könnten sie mit Schmerzensgeldern zwischen 30 000 und 50 000 Dollar rechnen, schätzen Juristen.