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04.12.1974 - 

ADL-Vorstand bei IBM

Erhebliche Vorbehalte gegen die Preiserhöhungen

STUTTGART- Bei einem Gespräch des neuen ADL-Vorsitzenden Thilo Steinbrinck mit Dr. Hermann G. Holzapfel, Mitglied der IBM-Geschäftsleitung und IBM-Managern wurde von IBM zur Rechtfertigung der jüngsten Preiserhöhungen, das unbefriedigende Ergebnis der letzen Geschäftsjahre angeführt. Holzapfel verwies darauf, daß 1973 gegenüber 1972 nur eine Umsatzsteigerung von einem Prozent erreicht wurde. Dem entgegnete Steinbrinck mit Zahlen aus eben diesem Geschäftsbericht, die ausweisen, "daß IBM 22 Prozent Gewinn vor Gewinnsteuern machte". "Dieser erhebliche Überschuß, finanziert aus den Zahlungen der Anwender, dürfte für IBM doch wohl weiterhin genügend Polster sein, die 1975 zu erwartenden Mehrkosten ohne weitere Belastung an die Kunden zu verkraften."

Das Stuttgarter Gipfelgespräch war geplant als offizielle Vorstellung des ADL-Verbands unter neuem Management, gewann aber durch die Ankündigung der Preiserhöhungen brandaktuelle Bedeutung (siehe auch. CW Nr. 1 und 2). Zu den Zielen des ADL-Fachverbands für Informationsverarbeitung E. V. sagte Steinbrinck: "Wir verstehen uns als Interessenverband für die EDV-Benutzer. Der ADL-Verband will dem Computeranwender nicht nur Unterstützung in vielen Bereichen der Datenverarbeitung zukommen lassen. Als wichtigstes Ziel unserer Arbeit sehen wir die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen Herstellern und Anwendern."

Zum Thema Preiserhöhungen nannte der Controller der IBM Deutschland drei Gründe:

1. Eine überdurchschnittliche Steigerung der Personalkosten.

2. Erhöhte Risiken bei Finanzierungen.

3. Geringere Umsätze im Geschäftsjahr 1973 als erwartet.

Daraufhin bezeichnete der ADL-Vorsitzende IBMs Verhalten als "geradezu monopolitisch", denn "wie anders soll man das nennen wenn durch Preiserhöhungen für alte, bereits installierte Systeme nicht eingetroffene Markterwartungen kompensiert werden sollen".

"Nach dieser ersten Runde", er klärte Thilo Steinbrinck der Computerwoche, "steht fest, daß IBM Benutzer mehr denn je gezwungen sind, selber nach Alternativlösungen zu suchen. Der ADL würde in einer offiziellen Stellung nähme des Verbands zum Thema "Preiserhöhungen" den EDV-Anwendern empfehlen mit Leasing Gebraucht-Computern sowie Mixed Hardware bei Hauptspeichern, Peripherie und Terminalsystemen zu den alten IBM-Preise vielfach wesentlich höhere Leistungen zu realisieren."