Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

24.06.1977

Erhöht das Bildschirm Terminal die Produktivität in der Fachabteilung?

"Der Bildschirm allein ist dunkel", so die bündige Stellungnahme eines Bildschirm-Großanwenders auf die CW-Frage "Erhöht das Bildschirm-Terminal die Produktivität in der Fachabteilung?" Es muß also immer noch ein Computer dahinterstehen. In der Kernaussage bestätigen die drei nachfolgenden Statements aber doch die Vorzüge, die der Display-Einsatz -vor allem bei bestimmten Anwendungen, nämlich solchen, die den Sachbearbeiter-Dialog erfordern - in der Fachabteilung bringt. Vorbehalte gegenüber dem Bildschirm als Druckerersatz ("Ich habe es so eingegeben", "Ich habe es so erfaßt") lassen vermuten, daß die erste Bildschirm-Euphorie abgeklungen ist und einer nüchternen Einstellung Platz gemacht hat. Insofern wird die CW-Auffassung bestätigt, die wir bereits vor zwei Jahren hatten, als wir ebenfalls im Thema der Woche argwöhnten, daß viele Firmen (damals) noch im Experimentierstadium standen und deshalb eher geneigt waren, Schwierigkeiten zu verharmlosen. Geflissentlich wurde übergangen, ob denn der Bildschirm schon als Management-Informations-System eingesetzt wird -wie es die Hersteller in ihren Prospekten so selbstverständlich hinstellen.

Klaus Murrer, Leiter der EDV-Abteilung der Firma Goldpfeil, Offenbach

Die elektronische Datenverarbeitung im Hause Goldpfeil wurde 1972 eingeführt. Von Anfang an wurden zur Anwendung und Steuerung der EDV Datensichtgeräte eingesetzt. Die Anwendung von Datensichtstationen ermöglichte einerseits einen höheren Grad der Programmierung und Automatisierung, ergibt andererseits aber einen stärkeren Eingriff in den bestehenden Organisationsablauf. Es ergab sich dadurch einmal eine Einengung des persönlichen Verhaltensspielraums. Er brachte aber andererseits eine deutliche Entlastung bei Routinearbeiten, eine Verringerung des Zeitdrucks, intelligente Unterstützung und Entscheidungshilfen. Der zentrale und dezentrale Einsatz der Datensichtstationen ermöglicht es, jede gewünschte Information abteilungsspezifisch aufbereitet direkt in den Fachabteilungen abzurufen. Insbesondere aus der Aktualität und Vielseitigkeit der Informationsmöglichkeit auch in den saisonalen Spitzenzeiten und der Veränderbarkeit der Daten in den Abteilungen und der daraus resultierenden schnelleren Reaktionsmöglichkeiten ergibt sich eine Ausweitung des Aktivitätshorizontes. Weiterhin kann durch die direkte Korrespondenz mit der elektronischen Datenverarbeitung in den Abteilungen die Motivation zur Anwendung in Zusammenarbeit mit der EDV verbessert werden. Die Anwendung eines Bildschirm-orientierten EDV-Systems zeigt bei der Problemstellung in unserem Hause deutlich die Vorteile.

Werner Sindel, Leiter der EDV-Abteilung der Salamander AG, Kornwestheim

Wir haben etwa 40 Bildschirme installiert und haben dies sicher nicht getan, ohne uns vorher zu vergewissern, daß dadurch die Produktivität direkt oder indirekt positiv beeinflußt wird. Dabei verstehe ich unter indirekter Steigerung der Produktivität nicht nur qualitative Verbesserungen der Ergebnisse, sondern auch die Verbesserung der Arbeitsplatzbedingungen. Wenn Einzelarbeitsgänge, die bisher von verschiedenen Mitarbeitern nacheinander ausgeführt wurden, nach der Umstellung auf Bildschirm als fortlaufender Dialog von einem einzigen Mitarbeiter abgehandelt werden können, bringt dies nicht nur eine rationellere und mit sehr wenig Fehlerquellen behaftete Abwicklung, sondern es wertet den Arbeitsplatz auf und erhöht so die Verantwortungsbereitschaft der Mitarbeiter. Eine dadurch erreichte Motivation der Mitarbeiter wirkt sich also sowohl quantitativ als auch qualitativ auf die Produktivität aus. Dies scheint mir neben der rein sachlichen Verbesserung der Abläufe ein wichtiger Punkt, um die gesetzten Ziele voll zu erreichen.

Die Zeiten, in denen vor dem Einsatz von Bildschirmgeräten möglicherweise nur beschränkt Kosten/Nutzen-Analysen durchgeführt wurden oder eventuell sogar aus Prestigegründen Bildschirme eingesetzt wurden, sind meines Erachtens längst vorbei. Deshalb kann Ihre Frage aus unserer Sicht eigentlich nur als positive Feststellung angesehen werden.

Kurt Uhde, Stellvertretender EDV-Leiter,- Chemische Werke Hüls

Diese Frage läßt sich generaliter nicht mit ja oder nein beantworten. Jedenfalls trifft nicht zu,- einen Bildschirm hinzustellen und zu meinen, damit allein ist sozusagen eine Steigerung der Effektivität am Arbeitsplatz zu erzielen. Wichtig ist: Der Bildschirm ist zuerst einmal dunkel, und wenn man ihn erleuchten will, dann steckt immer noch die Intelligenz des anderen Programms dahinter, das gewisse Auskünfte erteilt, bzw. nicht erteilt. Prinzipiell kann man von einer Effektivität am Arbeitsplatz in ganz bestimmten Bereichen sprechen. Zum Beispiel dann, wenn man an eine Datenerfassung denkt. Da ist zwar eine Effektivitätssteigerung durchaus zu erzielen. Allerdings auch nur in gewissen Grenzen, weil man ja eine Arbeitskraft nicht ununterbrochen an den Bildschirm setzen kann. Wenn es um Auskunftssysteme geht, bei denen die reine Auskunftsbereitschaft im Vordergrund steht, wo man sonst mit Listenwerken und ähnlichem mehr Auskunft erteilen müßte, ist sicherlich auch eine verbesserte Auskunftsbereitschaft zu erzielen. Generell kann man sagen, daß der Bildschirm dort, wo es nur darauf ankommt, Dispositionsaufgaben zu erledigen, z. B. bei Auftragsdispositionen und dergleichen mehr, daß dort also mit Sicherheit der Bildschirm sinnvoll eingesetzt ist. Dort, wo es darauf ankommt, zusätzlich zu seinen Daten, die man erfaßt hat, gewisse Belege bereitzuhalten, um nachzuweisen "Ich habe es so eingegeben, ich habe es erfaßt", ist der Bildschirm schon etwas problematisch. Es läuft manchmal darauf hinaus, daß die Leute zwar eine Bildschirmeingabe vorsehen, aber, wenn es sich um kritische Daten handelt, die vielleicht sogar nachher der Revision unterliegen, hinterher eben auf dem Drucker ein Protokoll aller Eingaben erstellen, die dabei gemacht worden sind. Das ist sozusagen die Quintessenz dazu. Man kann aber sagen, die Erfassung mittels Datensammelsystemen bringt sicherlich eine Effektivitätssteigerung gegenüber den althergebrachten Kartenlochern. Bei Auskunftssystemen, wie Platzbuchungssystemen und ähnlichem mehr, sicherlich die einzige Möglichkeit, sinnvoll etwas zu tun.