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17.10.2003 - 

Anwendungen für mobile und stationäre Endgeräte

Ericsson baut die IP-Pfade ins WAN aus

MONTREUX (pg) - Ericsson baut für Benutzer seiner TK-Anlage "MD110" die IP-Migrationswege weiter aus. Der schwedische Konzern stellte jetzt ein Update für sein PBX-System vor, das IP-Telefonie auf Filialen ausdehnt und außerdem mobile Anwender mit nahezu allen Kommunikationsgeräten integriert.

"MD110 Convergence Communication System" (MD110 CCS) heißt das zweite IP-Update für das Kommunikationssystem des schwedischen Herstellers. Mit dem Release trägt der Konzern im Wesentlichen zwei Entwicklungen am Markt Rechnung: Zum einen soll vor allem Bestandskunden mittelfristig die Migration hin zu kompletten IP-Netzen ermöglicht werden, ohne jedoch bisherige Investitionen zu gefährden. Zum anderen kommt Ericsson dem Trend in der Branche nach, unterschiedliche Endgerätetypen zu harmonisieren und dadurch für mehr Effizienz zu sorgen.

Bei dem MD110 CCS handelt es sich um eine neue Version der TK-Anlage MD110 für mittelgroße und große Unternehmen. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger besitzt sie IP-Trunking-Funktionen und ermöglicht Firmen dadurch, verteilte Standorte über das eigene Datennetz beziehungsweise Virtual Private Networks auf IP-Basis zu verbinden. Gespräche können auf diese Weise über weite Strecken kostengünstig innerhalb des Enterprise Networks geführt werden. Ein "Ericsson Enterprise Branch Gateway" (EEBG), das vor Ort an einen Ethernet-Switch angeschlossen wird, gewährleistet dann den Zugang ins lokale Festnetz zum Ortstarif.

Backup für den Notfall

Darüber hinaus bietet das EEBG im Falle eines Netzausfalls eine autonome Telefonievermittlungsfunktion. IP-Endgeräte sind dann in der Lage, sich im noch verfügbaren Netz selbständig bei anderen Systemteilen wie Gatekeeper anzumelden oder alternativ über das Festnetz zu kommunizieren.

Laut Ericsson können die IP-Telefone an allen Standorten die Dienste der MD110 sowie direkte Multimedia-Übertragung nutzen. Der Hersteller bringt dazu mit der Serie "Dialog 4000" eine neue Generation von Systemtelefonen auf den Markt. Mit dem "Communication Client 1.1" führen die Schweden ferner ein Software-basierendes Bildschirmtelefon (IP-Softphone) ein, das neben den Leistungsmerkmalen eines Nebenstellenapparates auch eine grafische Chefsekräterin-Funktion anbietet, um andere Leitungen zu überwachen und deren Anrufe entgegenzunehmen.

Mit dem Update der MD110 verfolgt Ericsson Enterprise auch das Ziel, mobile und stationäre Endgeräte sowie Anwendungen für die Administration unter einem Dach zu integrieren. Ziel ist es, mobilen Mitarbeitern über verschiedene Endgeräte wie zum Beispiel Smartphones, Desktops, Notebooks, Handhelds sowie digitale, analoge und schnurlose Telefone sicheren Zugriff auf eine Reihe von unternehmenskritischen Kommunikations- und Informationsanwendungen zu ermöglichen. Dazu zählen Firmenverzeichnisse, E-Mails und Voice-Mails, Intranets sowie Anwendungen aus den Bereichen CRM, SCM und Sales Force Automation.

Ericsson bietet seine mobilen Lösungen als Weiterentwicklung für bestehende Kunden mit MD110-Kommunikationssystem sowie Neukunden an. Sie umfassen vier Kernbereiche:

- Eine Plattform für Kommunikationsdienste, die eine Integration in vorhandene IT-Umgebungen mit verbesserter Kostenkontrolle ermöglicht. Sie realisiert laut Ericsson IP-Telefonie auf Business Class Niveau und mobilen Zugriff auf alle Funktionen einer TK-Anlage.

- Mobile Benutzerapplikationen, darunter Online-Telefonie-Unterstützung, Verzeichnisdienste mit Sprachwahlunterstützung, automatische Vermittlung und Unified Messaging auf dem vom Anwender wählbaren Endgerät.

- Lösungen für einen sicheren, mobilen Zugriff, um einen kontrollierten Zugang ins Web, auf E-Mails, Dateisysteme und andere firmeneigene Daten zu gewährleisten, wobei zwischen Netzwerken je nach Effizienz und reduzierten Kosten gewechselt werden kann.

- System- und Netz-Management von Netzelementen und mobilen Anwendern, um die Quality-of-Service-Kosten zu senken.

Ein Beispiel für eine solche mobile Applikationen ist "Mobile Extension". Sie ermöglicht Angestellten außerhalb der Firmenbüros über gesicherte Verbindungen in öffentlichen Mobilfunknetzen die Nutzung per Mobiltelefon oder anderen IP-Geräten. Zu den externen Anwendungen zählt ferner der "Mobile Organizer", der als Web-Interface Teilnehmern mit WAP- oder HTML-fähigen Geräten den remoten Zugriff auf Outlook- oder Notes-Systeme erlaubt. Zum Portfolio gehört außerdem der "Online Assistant", der mobilen Zugriff auf eine Reihe vereinheitlichter Kommunikationsdienste bietet, die sich an der Erreichbarkeit des Benutzers orientieren, zum Beispiel Voice, E-Mail oder Instant Messaging.

Lars Svensson, President Ericsson Enterprise, hat für das dritte Quartal 2004 auch eine Server-basierende IP-Telefon-Architektur angekündigt. Sie soll zur MD110 kompatibel sein, Kunden aber eine reine IP-Umgebung im Stile von Cisco Systems bieten.