Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.04.1999 - 

Aufholjagd im Revier der Datennetze

Ericsson kauft sich IP-Know-how

MÜNCHEN (CW) - Der schwedische TK-Konzern Ericsson hat knapp 500 Millionen Dollar in die Übernahme von zwei amerikanischen Unternehmen investiert. Durch die Einkäufe will das Unternehmen vor allem im Bereich der Datennetz-Technologie verlorenen Boden gutmachen und im US-Markt an Gewicht zulegen.

Kostet Ericsson die Übernahme von Touchwave lediglich rund 46 Millionen Dollar, schlagen die Schweden bei Torrent Networking Technologies richtig zu: 450 Millionen Dollar in bar bringt Ericsson auf, um den Router-Spezialisten aus Maryland zu schlucken. Darin enthalten sind zwei Forschungs- und Produktionsstätten in den USA, die Ericsson als Teil seiner Datacom-Division weiterführen will. Torrent nahm im Jahr 1998 rund 200000 Dollar ein.

Durch diese Übernahme fällt den Skandinaviern eine High-end-Router-Familie für die Netzzugänge von Internet-Service-Providern in den Schoß, mit der sie ihr bisheriges Produktspektrum abrunden können. So vertreibt Ericsson beispielsweise seit Mitte vergangenen Jahres den Core-Router "M40" von Juniper und hält eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen. Darüber hinaus können die Schweden die "IP9000"-Familie von Torrent als Label-Edge-Router in ihr IP-over-ATM-Angebot integrieren.

Im Gegensatz dazu bietet die Firma Touchwave IP-basierte private Nebenstellenanlagen an. Doch auch hier zählen die Skandinavier nach der Übernahme nicht zu den Vorreitern auf dem Markt. Selbst Ericsson-Manager mußten vergangene Woche eingestehen, daß ihre Firma das Thema IP-Technologie, verglichen mit der Konkurrenz, stiefmütterlich behandelt hat.

So kaufte beispielsweise Cisco den amerikanischen PBX- und Ethernet-Telefon-Anbieter Selsius Systems, während sich 3Com die Firma NBX einverleibte. Die jetzt getätigten Investitionen sind, so ein Ericsson-Sprecher, jedoch womöglich erst der Anfang. Es sei sehr wahrscheinlich, daß die Firma in den nächsten vier Monaten weitere Unternehmen schlucken werde.