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28.01.1983 - 

Skandinavischer Kommunikationskonzern will sich als Allround-Anbieter profilieren:

Ericsson will seinen Fuß ins Office-2000 bekommen

MÜNCHEN (ha) - Während des letzten Jahres entwickelte der schwedische Kommunikationskonzern Ericsson sein Konzept für die Büroautomation. Mit der Übernahme von Unternehmen wie Facit und Electrolux haben die Skandinavier das untere Ende der Produktskalen auf dem Büroautomationssektor abgedeckt. Vor allem Facit, die elektronische Schreibmaschinen, Tischcomputer und Rechenmaschinen der niedrigsten Preis- und Leistungsklasse vertreiben, gilt als passende Ergänzung zur derzeitigen Office-Offensive der Ericsson-Bosse.

Während der letzten Jahre hat Ericsson versucht, ein Bein in das lukrativ erscheinende Büro 2000-Geschäft zu bekommen.

Die Hauptaktivitäten kommen von der Ericsson Information Systems, einer Konzerntochter, die im letzten Jahr nach der Eingliederung von Datasaab, dem Computer- und Terminalhersteller von Saab-Scania, gegründet wurde.

Ericssons Position als eines der führenden Unternehmen in der Fernmeldetechnik basierte seit den 70er Jahren auf dem Erfolg des elektronischen Telefon-Vermittlungs-Systems "AXE".

Diese computerunterstützte Anlage wurde zunächst entwickelt, um die veralteten mechanischen und elektromechanischen Telefon-Vermittlungs-Systeme zu ersetzen, die seit über 50 Jahren treue Dienste geleistet hatten. Inzwischen hat Ericsson das Vermittlungssystem so verändert, daß es den Bedürfnissen des Büromarktes gerecht wird.

Das neue MD 110-System basiert auf dem AXE-Prinzip, ist jedoch auf die interne Kommunikation von Großunternehmen ausgerichtet.

Ericsson erkannte, daß seine Abhängigkeit von dem Geschäft mit Vermittlungssystemen zu groß geworden war, in dem zu oft die internationale Politik mehr als technische Qualitäten darüber entscheiden, welche Systeme ein Land für sein öffentliches Telefonnetz auswählt.

Internationale Anspannung

Bis jetzt war Ericsson mit Systemen in mehr als 40 Ländern vertreten. 1979 fiel jedoch die Entscheidung, in den Markt für das "Büro der Zukunft" einzusteigen, mit dem Langziel, das Geschäft mit öffentlichen Stellen auf 40 Prozent des gesamten Verkaufs zu reduzieren. Momentan steht es auf 50 Prozent.

Wie John Meurling, Vizepräsident der Ericsson-Gruppe kürzlich gegenüber der Financial Times erklärte, herrscht eine angespannte Konkurrenz auf den internationalen Märkten, angeführt von den Rivalen ITT in den USA, Siemens in Deutschland und Philips in den Niederlanden.

Meurling sagte, daß sich das profitable Geschäft in der Fernmeldetechnik von der Telefonvermittlung zu den Terminals verlagert - den Telefonen, Computerterminals, visuellen Display-Einheiten und zu den Textverarbeitungssystemen, die damit verbunden sind.

Glasfaser im Versuch

Auch andere Teile der Firmengruppe spielen eine Rolle im neuen Konzept: Sieverts Kabelwerk, Ericssons Kabelproduzierende Tochtergesellschaft, setzt auch auf Glasfasertechnologie. Inzwischen wurden in Schweden in Kooperation mit den staatlichen Fernmeldetechnik-Stellen Versuchsprojekte gestartet. Obwohl Schweden noch keine feste Zusage für den staatlichen Einsatz der Glasfaser-Produkte in nächster Zeit gegeben hat, will Sieverts schon Erfahrungen in die auswärtigen Märkte einbringen.

Optische Fasern mit ihrer Fähigkeit, riesige Datenmengen zu transportieren, sollen in einigen Jahren die herkömmlichen Kupferkabel ersetzen und eine große Bandbreite neuer Dienstleistungen bieten, wie Videotext und elektronische Post.

Rifa, ein weiteres zur Ericsson-Gruppe gehörendes Unternehmen und Schwedens größter Bauelemente-Hersteller, während der vergangenen zwei Jahre etwa 200 Millionen Schwedenkronen investiert, um sein Silikon-Chip-Design zu verbessern und die Produktions-Kapazitäten zu erweitern. Rifas Präsident Stig Larsson sagte ebenfalls gegenüber der Financial Times, daß sein Unternehmen ein Zentrum eingerichtet hat, in dem die Ingenieure der gesamten Ericsson-Gruppe Design-Technik studieren können. Ericsson habe erkannt, daß es wichtig ist, Silicon-Chips entwerfen und produzieren zu können, um ihre Büro-Automations-Systeme mit Eigenschaften zu versehen, die großen Marktwert haben. Zusätzlich verringere eine eigene Designtechnik die Abhängigkeit des Unternehmens von fremden Herstellern.