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07.04.1995

Erkenntnisse aus der Projektpraxis Wichtiger als jedes Werkzeug sind Objektsprache und -methode

MUENCHEN (IDG) - Die Entscheidung fuer die Objekttechnologie ist nicht gleichbedeutend mit der Auswahl von Tools - ist doch ein Werkzeug noch keine Garantie fuer den Erfolg eines Projekts. Grundlegend erscheinen dagegen Sprache und Methodik, fuer die sich Anwender entscheiden.

Die Sprache hat Auswirkungen auf den gesamten Stil eines Programmierteams. Das gilt auch fuer die Wahl einer Vorgehensweise, sei es Shlaer-Mellor, Rumbaugh, Coard-Jourdon oder was auch immer. Die Applikationsentwickler koennen nur erfolgreich arbeiten, wenn sie waehrend des Projekts bei der eingeschlagenen Richtung bleiben.

"Ungluecklicherweise greifen die Leute erst dann zu einer Methodik, wenn sie sich bereits in Schwierigkeiten manoevriert haben", beklagt John Rymer, Industrieanalyst bei der Bostoner Pa-

tricia Seybold Group Inc. Ein derartig undisziplinierter Umgang mit Projekten fuehre schliesslich dazu, dass Objekte nicht mehr wiederverwendet werden koennen.

Somit sind die Gruende fuer das Scheitern von objektorientierten Projekten laut Jim Adamczyk dieselben, die auch herkoemmliche IS- Vorhaben zum Platzen bringen: "ein schwaches Management und schlechte Unterweisungen der Mitarbeiter". Adamczyk gehoert zu Project Eagle, einem Partner von Andersen Consulting.

Bei objektorientierten Sprachen stehen in der Regel C++ und dynamische Sprachen wie Smalltalk von Parcplace oder Objective C von Next Computers zur Wahl. "Weil jede der Sprachen Plus- und Minuspunkte zu verzeichnen hat, laesst sich nur schwer analysieren, welches die geeignete sein koennte, bevor man sie im eigenen Unternehmen einsetzt", sinniert Rymer. Waehrend Smalltalk- Entwickler direkt ins kalte Wasser der Objekttechnik springen, laufen C++Programmierer allerdings Gefahr, prozeduralen Spaghetti- Code lediglich mit einigen Fleischbaellchen aus C++-Objekten zu garnieren. Um solchen Mischmasch zu vermeiden, sei die Einfuehrung eines Frameworks fuer eine disziplinierte Entwicklung unverzichtbar, so Rymer.

Doch auch hier, wie bei der Suche nach den richtigen Tools, ist ein Zuviel beim Analyseaufwand nicht angebracht, warnt Steve Clampett, Vice-President der Sabre Decision Technologies aus Dallas. Der Schluessel zur Objekttechnik liegt darin, den ersten Schritt zu wagen. Clampett raet: "Sorgen Sie dafuer, dass Ihre Leute ausgebildet werden, picken Sie sich eine der moeglichen Vorgehensweisen heraus und starten Sie mit einem Projekt, das wenig Risiko in sich birgt. Wenn Sie erst einmal eine Kerntruppe haben, die auf die Objektorientierung eingeschworen ist, koennen Sie bald das gesamte Entwicklungsteam ueberzeugen."