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08.09.1995

Ernuechterung ueber geringe Nachfrage nach Fax-Kommunikation Mannesmann will den Mobilfunk staerker im Untergrund etablieren

BERLIN (gh) - Aehnlich wie der Wettbewerber DeTeMobil verzeichnet auch die Mannesmann Mobilfunk GmbH ein anhaltendes Wachstum. Die Duesseldorfer Mobilfunker locken derzeit ebenfalls monatlich rund 50000 Neukunden in ihr D2-Netz und konnten ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 61 Prozent steigern. Prioritaeten beim weiteren Netzausbau will das Unternehmen nun vor allem in U- und S-Bahnhoefen setzen.

Deutschlands erster privater Mobikfunk-Netzbetreiber kann, wie Geschaeftsfuehrer Juergen von Kuczkowski auf der IFA '95 mitteilte, im ersten Halbjahr 1995 auf einen Umsatz von sage und schreibe rund 1,2 Milliarden Mark zurueckblicken - was mehr als einer Verdoppelung der vergleichbaren Vorjahresergebnisses entspricht. Im August 1995, also rund drei Jahre nach dem kommerziellen Netzstart, telefonierten bereits 1,2 Millionen Teilnehmer im D2- Netz.

Diese positive Entwicklung wurde, wie es in Berlin hiess, durch die zum 1. Mai vorgenommene Einfuehrung des "D2-Fun-Tarifs", mit dem Mannesmann vor allem die private Mobilfunk-Klientel anspricht, massgeblich beeinflusst. So konnte in den ersten drei Monaten des Jahres - also vor der Einfuehrung von D2-Fun - ein durchschnittlicher Zuwachs von etwa 30000 Teilnehmern pro Monat verzeichnet werden. Seit der Einfuehrung des neuen Tarifmodells hat sich dieser Zuwachs von Kuczkowski zufolge auf monatlich rund 50000 Neukunden "beschleunigt". Allerdings halten sich bei den Neuzugaengen "D2-Classic"-Kunden und "D2-Fun"-Kunden momentan die Waage, womit die Duesseldorfer also auch im professionellen Bereich eine ungebrochene Nachfrage verzeichnen.

Zur Zeit deckt das D2-Netz rund 93 Prozent der Flaeche der Bundesrepublik ab und versorgt damit nach Mannesmann-Angaben mehr als 97 Prozent der Bundesbuerger. Unabhaengig davon sollen die Netzkapazitaeten weiter ausgebaut werden. Das Hauptaugenmerk gilt dabei vor allem der Verbesserung der Funkversorgung in stark frequentierten U- und S-Bahnhoefen. Allein hier will Mannesmann noch im laufenden Jahr zwischen 600 und 700 Millionen Mark investieren; bis Ende 1995 duerften sich damit die Gesamtinvestionen beim Auf- und Ausbau des D2-Netzes auf drei Milliarden Mark belaufen.

Als neue D2-Features praesentierte Mannesmann auf der IFA unter anderem den Dienst "D2-Charge" sowie eine Erweiterung der Rufnummernanzeige. D2-Charge richtet sich an Unternehmen, die Mobiltelefone verleihen und ermoeglicht diesen, selbst spezifische Minutenpreise festzulegen, indem sie ein Gespraechsguthaben pro Mietkarte definieren. Neben den bis dato traditionellen Telefonverleihern wie Autovermietungen sollen hier unter anderem Hotels, Messegesellschaften und Taxiunternehmen angesprochen werden. Die erweiterte Rufnummernanzeige laesst nun, nachdem bisher nur die Anzeige von Rufnummern ausschliesslich aus dem ISDN moeglich war, auf Wunsch auch die Uebermittlung von D2-Nummern und deren Anzeige auf dem Display des angerufenen Telefons zu. Die Freischaltung der Rufnummernuebermittlung und die Nutzung des Dienstes sind kostenlos.

Ihre besondere Aufmerksamkeit wollen die Duesseldorfer Mobilfunker nach den Worten von Kuczkowskis auch in Zukunft auf Kunden richten, die sich fuer "integrierte Sprach- und Datenanwendungen zur Optimierung ihrer betrieblichen Kommunikationsprozesse interessieren". Gemeint ist die zur CeBIT gross vorgestellte "Datenuebetragungskomponente" im Zusammenhang mit Faxversand mit maximal 9,6 Kbit/s im GSM-Netz. Bundesweite Partnerschaften mit Unternehmen wie Apple, Toshiba, NEC, AVM, Dr. Materna und Dr. Neuhaus sollen hier in Zukunft, wie es in Berlin hiess, fuer kompetente Beratung und anwendungsspezifische Loesungen sorgen. Mit dem bisherigen Erfolg dieses Geschaeftsfeldes ist man allerdings, wie am Rande durchsickerte, gemessen an den urspruenglichen Erwartungen, alles andere als zufrieden. Bei lediglich einem Prozent liege derzeit der Anteil der Fax-Datenkommunikation im D2- Netz; innerhalb der naechsten fuenf Jahre kalkulieren die Mannesmaenner mit maximal fuenf Prozent Nutzer - bezogen auf reine "Airtime".