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ERP als Plattformgeschäft

23.10.2006
Der diesjährige Partnertreff von Myfactory hielt eine Überraschung für die 150 angereisten Wiederverkäufer bereit: Eine Partnerschaft mit IBM soll ein webbasiertes ERP-Geschäft in Gang setzen.

Von Alexander Roth

Wenn ein ERP-Lieferant zum jährlichen Partnertag einlädt, gibt es für die Besucher üblicherweise bis auf ein paar Infos zu Produktneuheiten sowie die Möglichkeit zum Gedankenaustausch nicht viel zu erwarten. Myfactory als Gegenbeispiel: Gleich zu Beginn seiner vierten Partnerveranstaltung, die vom 18. bis 19. Oktober 2006 im badischen Wiesloch stattfand, präsentierte der Jülicher Softwarespezialist dem mit 150 Wiederverkäufern fast vollständig angereisten Partnerstamm gleich zu Beginn "Big News": Myfactory habe mit IBM eine Partnerschaft vereinbart, um ab sofort ERP-Software webbasiert - "On Demand" - anbieten zu können.

So drehte sich die zweitägige Veranstaltung fast komplett um die neue Produktstrategie. Zwar gab es auf den Vorträgen auch Infos zur neuen Version der Software "Myfactory.BusinessWorld" zu hören, doch die zentrale Rolle sollte das erhoffte "On Demand"-Geschäft einnehmen.

Zusammen mit Marcel Lautenschlager, der den Bereich Softwareservices bei IBM Europa verantwortet, stellten sich die drei Geschäftsführer Frank Türling, Marko Lorenz und Ernst Endress in diesen "interaktiven Workshops" höchstpersönlich den Fragen der Partner.

An diesen mangelte es nicht, denn auch die Erwartungen von Myfactory an den Channel haben sich geändert: Die Partnerschaft soll es dem Handel ermöglichen, den vom Hersteller adressierten mittelständischen Kundenstamm mit webbasierten Business-Lösungen auszustatten, wobei die Serverleistungen IBM mit den eigenen Rechenzentren zur Verfügung stellt. Auf welche Art und Weise derartige Services Kunden angeboten werden, hängt vom Geschäftsmodell der Wiederverkäufer ab: Die Fachhändler können beispielweise über einen gemieteten Server mehrere Kunden bedienen oder die Hardware dafür nutzen, zusätzliche, selbst geschriebene Lösungen aufzuspielen.

Als Grundlage soll die Produktfamilie "Myfactory.BusinessWorld" dienen: Sie beinhaltet neben ERP- und CRM-Funktionen auch die Möglichkeit, Portale oder Webshops zu betreiben.

"Markt für Business- Software wandelt sich"

Es waren nicht die technischen Aspekte, die einige der angereisten Partner verunsicherten ("BusinessWorld" basiert auf der internetfähigen ".NET"-Plattform von Microsoft), sondern eher die vertrieblichen Fragen: Vielen war unklar, auf welche Weise sie die Endkunden von dem neuen Angebot überzeugen könnten.

Antwort geben wollte Marko Lorenz, der auch im Gespräch mit ComputerPartner betonte: "Der Markt für Business-Software wandelt sich, wir beobachten schon seit Längerem eine starke Nachfrage nach Plattformlösungen. Diese können wir jetzt endlich bedienen." Die Partnerschaft mit IBM bedeute deshalb einen "Türöffner" für modern denkende Wiederverkäufer. Man könne sich als Myfactory-Partner zudem von anderen ERP-Wiederverkäufern noch deutlicher unterscheiden.

Das Unternehmen werde zwar weiterhin auch wie gewohnt Software vertreiben, sehe die Zukunft aber im On-Demand-Geschäft. Welches zudem flexibler sei, da sich der Preis nach dem geplanten Vertriebsmodell des Herstellers für die Services nur nach der tatsächlichen Inanspruchnahme richtet, und sich die Verträge kurzfristig kündigen lassen ("Pay per Use").

Harmonische Stimmung

Als guten Schachzug hatte es sich erwiesen, dass sich die Verantwortlichen von Myfactory reichlich Zeit für persönliche Anfragen genommen hatten. Die Atmosphäre auf der Veranstaltung war äußerst harmonisch. Die Abendveranstaltung des ersten Tages hatte der Hersteller als kleines "Oktoberfest" organisiert: Bei Freibier, Schweinsbraten und Blasmusik lässt man sich eben gerne für Zukunftsvisionen begeistern.