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08.11.2005

ERP-Anbieter Geac wird zerschlagen

Die Investoren von Golden Gate Capital wollen das Softwarehaus kaufen, aufspalten und teilweise mit ihrer Beteiligung Infor zusammenführen.
Die für das laufende Geschäftsjahr prognostizierten Marktanteile zeigen: SAP und Oracle beherrschen den Weltmarkt.
Die für das laufende Geschäftsjahr prognostizierten Marktanteile zeigen: SAP und Oracle beherrschen den Weltmarkt.

Das Softwarehaus Geac, Anbieter von ERP-Lösungen (Enterprise Resource Planning), steht vor der Zerschlagung. Geac, das sich Golden Gate Capital rund eine Milliarde Dollar kosten lässt, soll aufgespalten und in zwei getrennten Unternehmen neu organisiert werden. Die Übernahme sei eine natürliche Ergänzung der bisherigen Strategie, erläutert David Dominik, Managing Director von Golden Gate. "Wir wollen Unternehmen integrieren, die zusammen entscheidend schneller wachsen können als jedes für sich."

Die ERP-Lösungen sollen nun Teil des Infor-Portfolios werden. Auch die Supportmitarbeiter sollen künftig bei Infor beschäftigt sein. Mit diesem Deal wechseln außerdem rund 2000 Kunden unter das Dach eines anderen Anbieters von Business-Software. Nach Abschluss des Geschäfts, der für das erste Quartal 2006 geplant ist, käme Infor auf rund 20000 Kunden weltweit.

Über das ERP-Segment hinausgehende Finanzapplikationen für die Bereiche Compliance, Ausgaben-, Prozess- und Zeit-Management sowie die Sparte Industry Specific Applications (ISA) sollen als zwei Geschäftsgruppen einer noch zu gründenden und von Golden Gate Capital finanzierten Firma weitergeführt werden. Name und CEO stehen noch nicht fest. Der Großteil der Geac-Mitarbeiter soll hier einen neuen Job finden.

Für Kunden und Mitarbeiter bedeute die Transaktion eine langfristige Zukunft für das eigene Geschäft, kommentierte Charles Jones, President und CEO von Geac, den Ausverkauf: "Der wichtigste Trend in unserem Markt ist Konsolidierung." In der Softwarebranche könne nur überleben, wer eine kritische Größe erreiche.

Die Aufspaltung bedeutet für Geac das Scheitern der bisherigen Geschäftsstrategie. In den vergangenen Jahren hatten die Kanadier verschiedene Softwareanbieter übernommen und damit ihr Produktportfolio erweitert.

Technisch geriet Geac ins Hintertreffen

Die Rechnung, mit einem möglichst breiten Angebot dem Konkurrenzdruck standhalten zu können, ging jedoch nicht auf. Geac sei mit seiner technischen Entwicklung ins Hintertreffen geraten, kritisiert Judy Sweeney, Analystin von AMR Research. Die einzige Möglichkeit zu wachsen seien weitere Zukäufe gewesen. Angesichts eines sich zusehends konsolidierenden Marktes hätte es immer weniger Gelegenheiten für sinnvolle Übernahmen gegeben. Die Entscheidung, selbst zu verkaufen, sei die logische Konsequenz gewesen.

Die Perspektiven für weiteres Wachstum sahen eher schlecht aus. Vor allem die Lizenzeinnahmen, die als wichtiger Indikator für künftige Service- und Wartungseinnahmen gelten, waren rückläufig. Im jüngst abgelaufenen ersten Quartal des Finanzjahres 2006 meldete das Unternehmen Softwareumsätze von 13 Millionen Dollar, 16 Prozent weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Der Gesamtumsatz schmolz um 3,1 auf insgesamt 103,7 Millionen Dollar. (ba)