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15.02.2006

ERP-Anbieter schauen über den Tellerrand

Für die Anbieter von Enterprise-Resource-Planning-Lösungen (ERP) geht es zurzeit in erster Linie darum, zusätzliche Funktionen in ihre Suiten zu integrieren. CRM, SCM und RFID sind keine Fremdworte mehr.
Obwohl ERP-Produkte keine Neuheit sind, steigt die Nachfrage - auch durch Ablösegeschäfte.
Obwohl ERP-Produkte keine Neuheit sind, steigt die Nachfrage - auch durch Ablösegeschäfte.
Konzerne und größere Mittelständler hat SAP fest im Griff. Im Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen tummeln sich dagegen wesentlich mehr Anbieter.
Konzerne und größere Mittelständler hat SAP fest im Griff. Im Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen tummeln sich dagegen wesentlich mehr Anbieter.

Viele Nutzer von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware sind auf der Suche nach zusätzlichen Funktionen für die Geschäftsdatenanalyse, die Verwaltung ihrer Lieferketten (Supply-Chain-Management) und zur Verbesserung ihrer Kundenbeziehungen (Customer-Relationship-Management). Sie schauen sich hierzu bei ihren bisherigen Lieferanten für Enterprise-Resource-Planning um, erwägen mitunter aber auch den Kauf eines anderen Anbieters.

Hier finden Sie die ERP-Anbieter

Abas: Halle 5, Stand A18;

Bäurer: Halle 5, Stand A28;

C.I.S.: Halle 3, Stand C26;

CSB: Halle 5, Stand D16;

Ebootis: Halle 5, Stand C46;

Godesys: Halle 5, Stand A35;

Infor Global Solutions: Halle 5, Stand C24;

Microsoft Business Solutions: Halle 4, Stand A38;

Oxaion: Halle 5, Stand A38;

Proalpha: Halle 3, Stand C17;

PSI: Halle 5, Stand D26/1

Sage: Halle 5, Stand A16;

SAP: Halle 4, Stand D12/D28;

SoftM: Halle 5, Stand C04;

Wilken: Halle 5, Stand C38.

Standorte steuern

Neben den Anwendern, die Erweiterungen suchen, gibt es andere, die ihre ERP-Lösung auf ein anderes Produkt migrieren möchten, da das Altsystem neuen Anforderungen nicht mehr entspricht, schlecht in andere vorhandene Applikationen integriert ist und nur mit viel Aufwand in diese Richtung getrimmt werden kann. Insbesondere im Mittelstand ist die Zahl der Wechselwilligen groß. Dazu zählen Fertigungsunternehmen, die unterschiedliche Standorte in ihre IT-Landschaft einbinden wollen. Firmen aus verschiedenen Branchen suchen darüber hinaus Systeme für Finanzbuchhaltung und Controlling.

Galt es bisher, vor allem die Abläufe eines Unternehmens mittels ERP in den Griff zu bekommen, gehen Anwender nun dazu über, IT-Systeme mit ihren Lieferanten und Kunden zu verzahnen. Dies setzt neben einem Datenaustausch Ablaufsteuerungen für unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse voraus.

Microsoft Business Solutions (Halle 4, Stand A38) etwa zeigt auf seinen Ständen, wie der Geschäftsablauf in kleinen und mittelständischen Firmen im Idealfall ablaufen kann. Dazu zählen die reibungslose Verzahnung von Betriebsabläufen und die Einbindung von Kunden und Partnern in ein Unternehmen. Der Softwarekonzern hat hierzu eine virtuelle Referenzfirma "gegründet". Gezeigt werden auf der Messe die Version 4.0 von "Microsoft Dynamics AX" sowie die deutsche Version von "Microsoft Dynamics CRM 3.0".

Für das ERP-Programm "Microsoft Dynamics NAV 4.0 gibt es ein erstes Service Pack. Die Erweiterung soll den Zugriff auf den Datenbestand erleichtern. Hierzu wurden die Microsoft-Techniken "Windows Sharepoint" und "Sharepoint Portal Server" mit Microsoft Dynamics NAV verknüpft. Das "Microsoft Navision Employee Portal" gestattet es Anwendern, via Browser auf ERP-Daten zuzugreifen.

Das Produkt ersetzt das bisherige "Navision User Portal". Die technische Grundlage Employee Portal lieferte die Landshuter Softwarefirma IT IS AG.

ERP-Primus SAP (Halle 4, Stand D12/D28) demonstriert ebenfalls Lösungen im Betrieb. Der Hersteller führt gemeinsam mit 55 Partnerfirmen Geschäftsanwendungen und Dienstleistungen für kleine bis große Unternehmen vor. Unter anderem sind dies Lösungen zur Unternehmenssteuerung, Prozesseffizienz und Kundenbindung.

Eingebettete Analyse

In Kooperation mit der Metro AG führt der Softwarehersteller am Messestand eine Einzelhandelsfiliale vor, deren logistische Prozesse mit Hilfe der RFID-Technik gesteuert werden.

Zu den Neuheiten zählen Analysewerkzeuge ("SAP Analytics"), mit denen SAP-Anwender, die Netweaver nutzen, Geschäftsdaten analysieren können. Diese auf bestimmte Prozesse und Daten spezialisierten Applikationen sollen unter anderem eine tagesaktuelle Auswertung erlauben. Darüber hinaus wird zu sehen sein, wie SAP-Kunden mittels "Mendocino", einem gemeinsam mit Microsoft entwickel- ten Integrationsprodukt, "Office" mit "Mysap ERP" verbinden können.

Der ERP-Anbieter Infor Global Solutions (Halle 5, Stand C24) legt den Messeschwerpunkt auf integrierte Lösungen der "Infor Manufacturing Essentials Suite" für eine schlanke Fertigung sowie für den Großhandel.

Eine Neuheit ist "Infor XPPS". Die Business-Software für Automobilzulieferer steht unmittelbar vor der Auslieferung. Vorführen wird der Hersteller ferner unlängst hinzugekommene Funktionen der für mittelständische Fertigungsunternehmen konzipierten Software "Infor COM". Integriert wurden ein erweitertes Warehouse Management sowie Mechanismen zur Abwicklung von elektronischen Bestellungen (E-Procurement).

Das SCM-Produkt Supplyweb, das mit verschiedenen ERP-Lösungen von Infor genutzt werden kann, unterstützt 14 Sprachen sowie alle Standard-Zeitzonen und skaliert laut Hersteller besser.

Zu den außerdem auf der Messe zur Schau gestellten Produkten zählen "Infor Supply Chain Planning" und "Infor Global Financials". Letztere ist eine Accounting-Software für die diskrete Fertigung und Prozessindustrie.

Wilken (Halle 5, Stand C38) stellt seine E-Procurement-Lösung Openshop auf den Usability-Prüfstand. Messebesucher können die Benutzerführung der überarbeiteten Version 4.0 testen. Dabei werden mittels einer Augenkamera die Blickpfade und die Pupillenbewegungen der Tester beim Bedienen der Software aufgezeichnet.

Kundeninformationscockpit

Für sein Rechnungswesen stellt der Ulmer Softwareanbieter elektronische Assistenten, so genannte "Wizzards", vor. Diese sollen Nutzer kontextsensitiv bei der Bedienung der Software unterstützen. Erweiterungen bietet Wilken für seine Branchensoftware. Die Krankenhauslösung wird mit Modulen für das Finanz-Controlling und Instandhaltung ausgebaut. Energieversorger bekommen künftig für ihre Customer-Relationship-Management-Lösung (CRM) ein speziell angepasstes Kundeninformationscockpit sowie ein überarbeitetes Berichtswesen.

Sage (Halle 5, Stand A16) stellt sein neues Kunden-Management "Sage CRM" in den Mittelpunkt seines CeBIT-Auftritts. Damit will der britische Softwareanbieter eine Lücke zwischen dem Kontakt-Management "Act!" und der frei programmierbaren CRM-Lösung "Saleslogix". Sage CRM bietet Anwendern eine Web-basierende Suite mit Modulen für Vertrieb, Marketing und Support. Sage will die Lösung, die bis zu 1000 Nutzer skaliert, im klassischen Lizenzgeschäft wie auch als Mietlösung anbieten.

Seine ERP-Software "Office Line" zeigt Sage in Hannover in der Version 3.4. Das Einkaufsmodul umfasst verbesserte Lieferantenfunktionen. Zusätzlich bieten die Briten künftig auch Funktionen für die Kommissionierung, um Lagerprozesse zu optimieren.

Java-basierendes ERP

SoftM (Halle 5/Stand C04) stellt in Hannover ein neues ERP-Produkt vor. Gemeinsam mit dem Schweizer Anbieter Bison haben die Münchner mit "Greenax" ein neues Java-basierendes ERP-System entwickelt. Die Software, die ab April 2006 verfügbar sein soll, setzt sich aus einzelnen Funktionsservices, die den Anwendern erlauben, sich seine Workflow-Prozesse firmenspezifisch zusammenzusetzen. Greenax adressiert vorerst nur Kunden aus dem Handel.

Für die I-Series-Plattform gibt es mit Release 2.5 eine neue Version der "SoftM-Suite". Sie bietet ein neues Workflow-Modul, mit dem Anwender in kurzer Zeit Geschäftsprozesse modellieren und in die Praxis umsetzen können. Hersteller von Lebensmitteln und Konsumgütern können mit Release 2.5 nun auch aus ihren Stammdaten heraus den firmenübergreifenden Sinfos-Artikelstammdatenpool verwalten und pflegen.

Erweiterungen bieten die Münchner auch für die Pharmabranche. So lassen sich aus der laufenden Produktion den Vorschriften entsprechend Informationen auslesen, die dann elektronisch archiviert werden.

Abas (Halle 5, Stand A18) will in seiner gleichnamigen Business-Software künftig vor allem den Datenzugriff und die Datenverteilung effizienter gestalten. So soll das Abas-Portal einen konfigurierbaren und personalisierbaren Zugriff auf Daten und Dienste im Abas-ERP-System sowie auf andere firmeninterne und-externe Anwendungen, Datenbanken und Web Services bieten. Mit Hilfe der "Multi-Site"-Funktion sollen Anwender den Datenaustausch zwischen Abas-ERP-Mandanten besser steuern können. Dabei werden die Daten zentral in einer Datenbank vorgehalten und anhand festgelegter Regeln an unterschiedliche Nutzer verteilt. Über eine Außendienstanbindung lässt sich künftig eine Kopie des zentralen Firmenmandanten auf einem Notebook installieren. Darüber hinaus wird der Karlsruher ERP-Anbieter RFID-Schnittstellen standardmäßig in seine Lösungen integrieren.

Außendienst steuern

Auch Oxaion (Halle 5, Stand A38) baut die Mobilfunktionen seiner ERP-Lösung aus. So bietet das Modul "Oxaion Mobis" neben den drei Vertriebs-, Service- und Logistikassistenten in Zukunft auch ein "Überwachungscockpit". Damit lassen sich Einsatzpläne von Servicetechnikern prüfen beziehungsweise Serviceaufträge direkt aus dem Oxaion-System einzelnen Außendienstmitarbeitern zuweisen. Dieser kann dann über ein Notebook oder einen PDA online die notwendigen Informationen für den Auftrag aus der zentralen ERP-Anwendung abrufen. Ein weiteres Tool soll die Personaleinsatzplanung für die internen Disponenten vereinfachen.

Eine effizientere Planung verspricht auch das neue Projekt-Management-Modul PRM. Anwender behalten anhand eines Projektstrukturplans den Überblick über Prozesse, Budgets, Kosten und Termine von laufenden Vorhaben. Informationen aus dem ERP-System fließen Oxaion zufolge automatisch in das Modul ein. Neu ist auch das Integrated Relationship Management (IRM). Bislang mussten Anwender in Sachen Kunden-Management auf Lösungen von Drittanbietern zurückgreifen. Für das System ist kein Datenimport und keine Synchronisation mit der Kernapplikation erforderlich. Ferner gibt es im Backend Schnittstellen zu verschiedenen E-Mail-Anwendungen sowie zu Microsoft Office und Open Office.

Fertigungsfeinplanung

Das Thema Kunden-Management spielt auch bei Proalpha (Halle 3, Stand C17) eine zentrale Rolle, allerdings weniger unter dem Produktblickwinkel als vielmehr unter dem Beratungsaspekt. Consulting-Experten demonstrieren, dass es mit der Installation einer neuen IT-Umgebung nicht getan ist. Vielmehr müssten für ein funktionierendes CRM Menschen, Prozesse und Technologie zusammenspielen. Daneben zeigt der ERP-Anbieter aus Kelsterbach Funktionen für Multiressourcenplanung aus dem Bereich Advanced Planning and Scheduling (APS). Das Modul ist komplett in die Kern-ERP-Anwendung integriert und kommt laut Hersteller ohne Schnittstellen aus.

Bäurer (Halle 5, Stand A 28) präsentiert eine mobile Datenerfassung für seine Mittelstandslösung "b2". Vertriebsmitarbeiter sollen künftig via Smartphone und Blackberry kundenbezogene Geschäftsprozesse abwickeln sowie auf Kunden- und Auftragsdaten zugreifen können. Für seine Kunden unter den Kfz-Teilehändlern bietet der Anbieter aus Donaueschingen in "b2trade" neue branchenspezifische Funktionen wie beispielsweise Anbindungen an Katalogsysteme wie "Elekat" und "Proficonnect". Zudem zeigt Bäurer erste Eindrücke der nächsten Version 6.0 von b2. Mit dieser neuen ERP-Generation will der Hersteller eine Service-orientierte Architektur vorstellen.

Auch PSI (Halle 5, Stand D26/1) zielt mit seinen Lösungen auf die Automobilzulieferer. Vor allem die Funktionen für Serienfertiger wollen die Berliner im ERP-System "Psipenta" erweitern. So lassen sich nun auch Kuppelproduktionen, bei denen in einem Arbeitsgang unterschiedliche Erzeugnisse wie beispielsweise beim Stanzen spiegelverkehrter Teile produziert werden, im System abbilden. Dabei gilt es laut Hersteller, Lager- und Logistikprozesse sowie Disposition entsprechend flexibel zu gestalten. Die bereits bestehenden Chargenfunktionen erweitert PSI mit einer Chargenrückverfolgung. Damit sollen sich einzelne Chargen leichter zusammenfügen beziehungsweise splitten lassen. Über die entsprechenden Filterfunktionen könnten Nutzer Versand- und Lieferoperationen effizienter steuern. Neben den zusätzlichen Branchenfunktionen zeigt PSI in Hannover Manufacturing-Execution-Systeme (MES) sowie CRM-Lösungen.

Ebootis (Halle 5/Stand C46) will den Besuchern in Hannover die Single-Source-Code-Philosophie seines "ERP-II"-Systems erklären. Allgemeine und spezifische Funktionen aller Kunden bilden dabei mit jedem Release eine einheitliche Standardlösung. Ebootis zufolge kann damit jeder Kunde auf die gleiche Lösung zugreifen und die jeweils von ihm benötigten Funktionen nutzen. Mit diesem Modell verspricht der Hersteller, die Release-, Support- und Wartungsfähigkeit seiner ERP-Lösung zu wahren. Diesen Ansatz wollen die Essener mit praktischen Anwendungsbeispielen für mittelständische Industrie- und Handelsunternehmen zeigen.

Mit praktischen Beispielen plant auch CSB (Halle 5, Stand D16) seinen Messeauftritt. Gezeigt werden sollen beispielsweise die integrierten RFID-Lösungen, mit deren Hilfe sich Paletten, Kisten und einzelne Artikel identifizieren und über die gesamte Lieferkette hinweg verfolgen lassen. Die mobile Anbindung "M-ERP" des CSB-Systems soll Nutzern die gleichen Funktionen bieten wie der stationäre PC-Arbeitsplatz. Laut Hersteller lässt sich die Lösung an unterschiedliche Geräteklassen wie Notebooks, PDAs oder auch Smartphones anpassen. Für ein Management-Informationssystem (MIS) will CSB künftig auch Business-Intelligence-Funktionen bereitstellen.

Varianten willkommen

Die Cross Industrie Software AG C.I.S. (Halle 3, Stand C26) will in Hannover das neue Release 4.2 von "Semiramis" freigeben. Der Hersteller verspricht mit der neuen Version verbesserte Funktionen für die Integration in bereits bestehende Systemlandschaften. Außerdem soll die Software zusätzliche Funktionen in Sachen Hochverfügbarkeit und für Failover-Szenarien bieten. Mit zusätzlichen Sprachversionen und Branchenlösungen für Variantenfertigung und das Brauereiwesen will der Hersteller sein Kundenspektrum erweitern. Generell ist geplant, Semiramis künftig auch als System für hohe Nutzerzahlen und große Transaktionsvolumina zu positionieren.

Godesys (Halle 5, Stand A35) startet in Hannover die Aktion Fitness-Check für Pflichtenhefte. Über die CeBIT hinaus bis zum Sommeranfang können interessierte Unternehmen ihre ERP-Pflichtenhefte einer kostenlosen Prüfung unterziehen lassen. Nur knapp ein Drittel aller Fragen in diesen oft auf Schmöckerdicke angewachsenen Softwareleitfäden seien wirklich zielführend, schätzt Godesys-Chef Godelef Kühl. Teilweise würden Features abgefragt, die nichts mit den firmeninternen Prozessen zu tun hätten. Für niemanden entsteht dabei irgendeine Verpflichtung, verspricht der Mainzer ERP-Anbieter.