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19.02.1999 - 

Kolumne

"ERP-Anbieter stellen sich neu auf"

Kommerzielle Standardsoftware hat viele Unternehmen von dem Chaos überalterter Individualsoftware befreit. Keine Frage, daß sie mit der Installation dieser Software enorme Kostenvorteile und dank des eingeflossenen betriebswirtschaftlichen Know-hows auch Produktivitätsgewinne erzielten.

In den größeren Firmen hat sich Standardsoftware durchgesetzt. Sie wird für Routineaufgaben wie Finanzbuchhaltung, Personalwesen und Teile der Produktionssteuerung verwendet. Weiter gehen Anwender allerdings nicht; etliche Funktionen der aufgeblasenen Enterprise- Resource-Planning-Werkzeuge bleiben ungenutzt.

Auf einen "reifen Markt" deutet auch hin, daß die Umsatzsteigerungen bei den Großen in erster Linie aus dem Sekundärgeschäft, also aus Beratung und Service, resultieren. SAP wies für das vierte Quartal 1998 im Produktgeschäft nur noch einen Anstieg von zwei Prozent aus, Peoplesoft verzeichnete im dritten Quartal sogar einen Rückgang der Lizenzeinnahmen, und J.D. Edwards warnte angesichts rückläufiger Einnahmen aus dem Produktgeschäft vor Gewinneinbußen im ersten Quartal 1999. Für das laufende Jahr rechnen sie beim Gesamtumsatz mit einem Plus von 20 bis 30 Prozent. Damit sind die Zeiten der steilen Wachstumskurven von 40 Prozent und mehr vorbei.

Angesichts dieses Trends stellen sich die ERP-Anbieter neu auf. Zum einen versuchen sie, ihre Produkte besser an die Bedürfnisse einzelner Industrien anzupassen. Zum anderen drängen sie in den mittelständischen Sektor, der allerdings bereits von kleineren Anbietern besetzt ist. Gleichzeitig sind sie dabei, sich mit Entwicklungsanstrengungen oder Zukäufen für neue Produktmärkte, etwa für Sales Force Automation, Data-Warehouse und Supply-Chain- Management, fit zu machen. Damit hoffen sie, gegen die Spezialisten in diesen Märkten weitere Software an ihre Bestandskunden verkaufen zu können. Allerdings haben diese Geschäftsfelder zwei gravierende Nachteile: Sie sind weitaus kleiner als der ERP-Markt selbst, und sie zielen auf die Verbesserung der Kernprozesse von Unternehmen. Warum aber sollte ein cleverer Manager hier nicht einen "Best-of-breed-Ansatz" wählen, der ihm Differenzierungsmöglichkeiten gegenüber dem Wettbewerb verspricht, anstatt Softwaremonolithen zu kaufen, die ohnehin bald jeder hat?