Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.05.1999 - 

Voraussichtlich Verluste im zweiten Quartal

ERP-Flaute ergreift auch J.D. Edwards

MÜNCHEN (CW) - J.D. Edwards legte seine vorläufigen Ergebnisse für das zweite Quartal 1999 vor. Der Umsatz stieg demnach im Vorjahresvergleich nur zwischen drei und zwölf Prozent auf 215 bis 235 Millionen Dollar.

Die anhaltende Flaute im Geschäft mit Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systemen hat nun auch den Standardsoftwareanbieter aus Denver, Colorado, ergriffen. Im ersten Quartal hatten die Softwerker immerhin noch einen Zuwachs von 20 Prozent geschafft, doch die nachlassenden Lizenzverkäufe versetzten dem Unternehmen jetzt einen Dämpfer. Negativ auf das Ergebnis wirken sich überdies das gestiegene Personalbudget sowie die Übernahme von Premisys Corp., einem Anbieter von Produktkonfigurations-Software, aus.

J.D. Edwards rechnet deshalb mit einem Verlust von 25 Millionen Dollar. Auf rund 60 bis 65 Millionen Dollar belaufen sich die Einnahmen aus Produktverkäufen, im ersten Quartal waren es mehr als 70 Millionen und im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres sogar über 140 Millionen Dollar gewesen. Der Anteil am Servicegeschäft wuchs damit erheblich und macht mittlerweile 70 Prozent der Gesamteinnahmen aus.

Mit dieser Entwicklung steht das Unternehmen nicht allein: Die Anbieter Peoplesoft und Baan hatten bereits vor kurzem ihre magere Ausbeute aus den letzten Quartalen bekanntgegeben. Auch Anbieter wie Marcam, JBA, QAD und SSA können kaum neues Geschäft generieren und schreiben derzeit rote Zahlen. Analysten gehen davon aus, daß diese Krise frühestens Anfang des nächsten Jahres überwunden ist. Bis dahin würden viele Unternehmen ihre Investitionsentscheidungen angesichts des vielzitierten Jahr-2000-Datumswechsels auf die lange Bank schieben.

Anleger und Analysten reagierten enttäuscht, der Wert der Aktie sank nach Bekanntwerden der Zahlen um mehr als einen Dollar auf 12,25 Dollar. Der Handel wurde kurzzeitig ausgesetzt, Anfang dieser Woche hatte sich das Papier bereits wieder erholt und tendiert derzeit bei 13 Dollar.

Hohes Rücklagenpolster von 500 Millionen Dollar

Von Panik im Unternehmen könne allerdings nicht die Rede sein: "Wir planen keine Entlassungen, und die Aussichten auf Neukundengeschäft sind gut", erklärt Stephan Vanberg, Sprecher von J.D. Edwards Deutschland. Ob die Kunden allerdings noch in diesem Jahr die Software ordern, sei ungewiß. Jedenfalls verfüge die Company über Rücklagen von 500 Millionen Dollar.

Als weiterer Umsatzmotor, gerade im Bereich der kleineren und mittleren Unternehmen, könnte sich das Outsourcing-Programm von J.D. Edwards entpuppen, sagt Vanberg. Seit Februar 1998 werden Outsourcing-Services in den USA angeboten, seit kurzem ist dieser Dienst auch in Großbritannien (Coventry) verfügbar. Er rechnet damit, daß ähnliche Leistungen binnen der nächsten sechs bis neun Monate auch hierzulande über Business Partner angeboten werden.