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09.06.2006

ERP II - die Zukunft hat erst begonnen

Michael Gottwald
Noch hat der Generationswechsel bei den ERP-Systemen nicht stattgefunden. Die meisten Anbieter offerieren kosmetische Verbesserungen, aber kein neues Lösungskonzept.
Nur ein kleiner Teil der ERP-Systeme basiert auf modernen Architekturen. Vorherrschend sind derzeit immer noch die Client-Server-Systeme.
Nur ein kleiner Teil der ERP-Systeme basiert auf modernen Architekturen. Vorherrschend sind derzeit immer noch die Client-Server-Systeme.
Die genannten Faktoren wurden als "sehr wichtig" oder "wichtig" für die Auswahl eines ERP-Systems eingestuft.
Die genannten Faktoren wurden als "sehr wichtig" oder "wichtig" für die Auswahl eines ERP-Systems eingestuft.

Die IT-Verantwortlichen, die für ihr Unternehmen ein ERP-System suchen, sind derzeit nicht zu beneiden. Sie haben es oft mit einer heterogenen und veralteten IT-Infrastruktur zu tun, die mit hohem Aufwand in Betrieb gehalten wird und aufgrund knapper Budgets nur sukzessive abgelöst werden kann. Immer schneller verändern sich die Erwartungen und Anforderungen - seitens des Managements, der Fachabteilungen, der Kunden und der Lieferanten - an die Geschäftsprozesse und damit die IT-Systeme.

Hier lesen Sie …

• nach welchen Kriterien IT-Chefs von Industrieunternehmen ihre ERP-Software auswählen;

• was ERP-II-Systeme der traditionellen Standardsoftware voraushaben;

• welche Produkte auf zukunftsweisenden Architekturen beruhen;

• warum die Softwareauswahl eine strategische Chance bietet.

ERP II

Der von Gartner definierte Begriff bezeichnet Web-zentrierte, auf Integrationsbelange ausgerichtete Architekturen von ERP-Programmen. Sie schicken sich derzeit an, die monolithischen Systemumgebungen zu beerben. Es geht hier vor allem darum, über Unternehmensgrenzen hinweg Prozesse - etwa eine die Lieferkette - zu steuern.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

572633: ERP-Anbieter schauen über den Tellerrand;

569749: SCM-Lösungen im Vergleich.

Die analysierten Anbieter

Firma Produkt Internet

Abas Software AG Abas-Business-Software www.abas.de

Agresso GmbH Agresso Business World www.agresso.de

Alpha Business Solutions AG Proalpha www.abs-ag.de

Ams.Hinrichs+Müller GmbH AMS www.ams-erp.com

AP Automation + Productivity AG P2plus www.ap-ag.de

Bäurer GmbH B2 www.baeurer.de

Bison Schweiz AG Bison Solution www.bison-group.com

CIS Cross Industrie Software AG, Semiramis www.semiramis.com KTW Group

Connectivity GmbH ConAktiv www.conaktiv.de

CSS GmbH eGecko-Control www.css.de

Delta Barth Systemhaus GmbH Deleco www.delta-barth.de

Diamant Software GmbH & Co. KG Diamant/3 Rechnungswesen www.diamant-software.de

Dontenwill GmbH Business Express www.dontenwill.de

DSS-Demand Software Solutions GmbH Genesis4web www.demandsoftware.de

E.bootis AG E.bootis ERPII www.ebootis.de

ERP4all Business Software GmbH Miclas www.erp4all.com

Exact Software GmbH Exact Globe 2003 Enterprise, www.exactsoftware.com e-Synergy

Fauser AG Jobdispo ERP www.fauser.de

Fibunet GmbH Fibunet www.fibunet.de

Fujitsu Glovia International glovia.com www.glovia.com

Globex Vertriebsges. mbH Praktikus Professional www.globex-vertrieb.de

GSD Gesellschaft für Software- ERPframe www.gsd-software.com entwicklung mbH

IAS GmbH Canias ERP www.iascon.de

IFS Deutschland GmbH & CO. KG IFS Applications www.ifsde.com

Infor Global Solutions Infor COM www.infor.com

Infra Business Solutions GmbH Infra:NET www.infragmbh.de

In-line Software GmbH Inks Warenwirtschaft www.in-line-software.de

Intentia Intentia Application Suite www.intentia.de

interSales AG Internet Commerce Quickstep www.intersales.de

Konert Ingenieurgesellschaft mbH Mykon www.konert.de

Mach AG Mach Software www.mach.de

Mesonic Software GmbH Corporate WinLine www.mesonic.com

Microsoft Deutschland GmbH Microsoft Dynamics AX, www.microsoft.com/ Microsoft Dynamics NAV germany/businesssolutions

Myfactory Software GmbH Myfactory.BusinessWorld www.myfactory.com

Nissen & Velten Software GmbH SQL-Business www.nissen-velten.de

Oracle Deutschland GmbH Oracle E-Business Suite / www.oracle.com JD Edwards Enterprise One

Ordat GmbH & Co. KG Foss www.ordat.com

Oxaion AG Oxaion www.oxaion.de

Psipenta Software Systems GmbH Psipenta.com www.psipenta.com

QAD Europe GmbH MFG/Pro www.qad.com

R.S. Consulting & Software GMBH Profid/2 www.rscons.de

RZW Cimdata Cd2000 www.rzw.de

Ramco Systems Ltd. Ramco Enterprise Series www.ramco.ch (VirtualworksTM)

Ramsauer & Stürmer Software GmbH RS\2 www.rs-soft.com

Rikom Software & Consulting GmbH Isah-7 www.rikom.com

Sage Software GmbH & Co. KG Classic Line / Office Line www.sage.de

SAP Deutschland AG & Co. KG SAP Business One/Mysap ERP/ www.sap.de Mysap Business Suite

Selectline Software GmbH Selectline www.selectline.de

SIB Gmbh Planos Me www.sib.de

Softbase Deutschland GmbH SBS Softbase Business Suite www.softbase.de

SoftM Software und Beratung AG SoftM Suite www.softm.com

SOU Systemhaus GmbH & Co. KG Sou.Matrixx www.sou.de

SSA Global GmbH SSA ERP LN www.ssaglobal.com

Steeb Anwendungssysteme GmbH Mysap ERP/

Mysap Business Suite www.steeb.de

Step Ahead AG Steps Business Solution www.stepahead.de

Topix Informationssysteme AG Topix:5 www.topix.de

Untersee GmbH Soma (mit SAP als Basis) www.untersee.com

Update Solutions AG Upos www.updateag.de

Beijing Waveful Technology Co., Ltd. W/EMP (Waveful Enterprise www.waveful.com Management Platform)

Wilken GmbH Wilken ERP www.wilken.de

Bei ERP-Einführungen steht heute der langfristige Investitionsschutz im Mittelpunkt. Dabei richtet sich der Blick aber weniger auf die konkreten Unternehmenszahlen des Softwareanbieters: Umsatz, Mitarbeiterzahl oder Projekterfahrung sind keine hinreichenden Kriterien für die Investitionssicherheit mehr. Vielmehr spielen bei Neuinvestitionen Fragen nach der Technologie eine immer größere Rolle, denn nach Auffassung vieler Anwender beeinflusst dieser Faktor die Flexibilität des Systems und damit die (Prozess-) Kosten nachhaltig.

Kollaborative Netze bestimmen das Geschäft

Um derartige Kostenvorteile auszuschöpfen, sind flexible Systemstrukturen notwendig. Die Stichworte heißen hier: Service-orientierte Architekturen (SOA), standardisierte Komponenten und Web-Services. Sie können Prozesse durchgängig abbilden und einen schnellen Return on Investment (RoI) sicherstellen. Die dafür notwendigen Technologien beginnen gerade erst, sich am Markt durchzusetzen. Aber künftig werden beispielsweise Java- oder .NET-basierende Systeme die Total Cost of Ownership (TCO) von ERP-Systemen und den RoI von IT-Konzepten positiv beeinflussen. In vielen Branchen bestimmt das Denken und Handeln in kollaborativen Netzen längst das Tagesgeschäft, also auch die IT-Prozesslandschaft.

Um dem gerecht zu werden, sind heute nicht mehr in Funktionsblöcke aufgeteilte Softwarepakete gefragt, sondern Konzepte, die für unternehmensübergreifende Zusammenarbeit ausgelegt sind. Im Fachjargon werden sie mit dem Schlagwort ERP II bezeichnet. Diese Lösungen zeichnen sich durch offene, Web-konforme Basisarchitekturen, Plattformunabhängigkeit, ein hohes Maß an Flexibilität, Serviceorientierung, Skalierbarkeit und Interoperabilität aus.

Die Anwenderbefragung "ERP-Trendbarometer Deutschland 2006" von Softselect bestätigt die hohen Erwartungen der interviewten IT-Leiter (aus zirka 200 Industrieunternehmen mit mehr als 300 Mitarbeitern) hinsichtlich der technische Zukunftsfähigkeit, der Flexibilität und der TCO-Vorteile solcher neuer Lösungen. Gleichzeitig weist sie die Bedeutung dieser Kriterien für die Softwareauswahl nach (siehe Grafik "Die Hauptkriterien der Investitionsentscheidung").

Bei vielen der von den Studienteilnehmern genannten Aspekte kommen die Vorteile der heutigen Web-Technologien zum Tragen. Sie können beispielsweise einzelne Standorte effizient in komplexe Unternehmens- oder Collaboration-Netze integrieren. Dezentrale Server-Landschaften, wie sie bei standortübergreifenden Client-Server-Konzepten häufig anzutreffen sind, lassen sich auf diese Weise abbauen. Das vereinfacht insbesondere die Einbindung kleinerer Organisationseinheiten und verringert die meist überproportional hohen Investitionen auf der Frontend-Seite.

Der Generationswechsel lässt auf sich warten

Darüber hinaus helfen plattformneutrale, Web- und komponentenbasierende Lösungen, die Geschäftsprozesse im eigenen ERP-System dynamisch und kostengünstig abzubilden. Sie lassen sich auf der Basis von Web-Services mit überschaubarem Aufwand in komplexe firmenübergreifende Prozessketten einbetten. Denn die Grundlage effizienter Lieferketten bilden extern verknüpfte Prozesse, die in immer kürzeren Zeitabschnitten implementiert, optimiert und eventuell auch eliminiert werden müssen.

Doch was ist heute Stand der Technik? Die in der Analyse "Softtrend 243: ERP und ERP II 2006" untersuchten Softwarelösungen (siehe Tabelle) bieten dem Anwender funktional ein befriedigendes bis sehr hohes Leistungsniveau. Beispielsweise unterstützen mehr als 71 Prozent dieser Lösungen die klassischen Fertigungsarten. Ausnahmen bilden nur die Prozessfertigung (48,4 Prozent Abdeckung), die Fließfertigung (60,9 Prozent) und die Kanban-Fertigung (59,4 Prozent).

Der Kern der Applikation blieb häufig unberührt

Doch hinsichtlich der verwendeten Technologien sowie der Zielgruppen und Branchenschwerpunkte unterscheiden sich die analysierten ERP-Systeme zum Teil wesentlich (siehe Grafik "Die Basisarchitektur der untersuchten Produkte"). Wie die Ergebnisse verdeutlichen, steht der technische Generationswechsel in der hiesigen ERP-Landschaft noch am Anfang. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Hersteller der ERP-Systeme noch kein fundamental neues web- und komponentenbasierendes Lösungskonzept auf der Grundlage moderner Basisarchitekturen entwickelt.

Stattdessen haben sich die meisten Anbieter darauf beschränkt, Bedieneroberflächen Browser-gerecht zu gestalten oder neue Techniken auf Mo-dul- oder Komponentenerweiterungen umzusetzen - zum Beispiel für E-Procurement oder Supply-Chain-Management. Der eigentliche Kern der Applikation blieb dabei jedoch unberührt.

So arbeiten viele ERP-Systeme unter ihren Browser-Oberflächen heute noch immer mit Cobol. Modernere Komponenten werden mit Konnektoren oder proprietären Schnittstellen an die restlichen Funktionseinheiten angebunden, Web-Services nur in Teilbereichen oder noch gar nicht unterstützt.

Impulse kommen zunächst aus dem Ausland ...

Nach wie vor ist der Anteil auf modernen Technikkonzepten beruhender und vornehmlich Web-gestützter Systeme gering. Wichtige Impulse kommen hier aus dem Ausland. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die Produkte von Ramco Systems ("Ramco Enterprise Series" und "Virtualworks") sowie "Semiramis" von Semiramis Software (ehemals Cross Industrie Software) und "W/EMP" (Waveful Enterprise Management Platform) von Wavefulsoft.

... aber zunehmend auch aus Deutschland

Doch auch in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren einige Systeme entwickelt beziehungsweise weiterentwickelt, die aufgrund ihrer Basisarchitektur und ihrer Funktionen im Auswahlprozess häufig mit SAP, Oracle und Microsoft konkurrieren. Zu diesen Produkten zählen "Abas-Business-Software " von Abas Software, "Genesis4web" von Demand Software Solutions, "SSA ERP LN" von SSA Global, "Infor Com" von Infor Global Solutions, "Foss" von Ordat, "Proalpha" von Alpha Business Solutions oder "IFS Applications" von IFS.

Im Bereich Finanzwesen fallen vor allem die Neuentwicklungen von Diamant Software ("Diamant/3 Rechnungswesen"), Coda ("Coda Financials"), CSS (eGecko-Control") und Fibunet ("Webreb") positiv auf. Diese Stand-alone-Produkte finden beispielsweise in Verbindung mit Partnerlösungen (Warenwirtschafts- oder PPS-Lösungen) als integrierte Bausteine eines ERP-Gesamtkonzepts Verwendung.

Die Anbieter von ERP-II-Lösungen stehen in der Pflicht, heterogene Systemlandschaften zu verbinden und unternehmensübergreifende Prozesse mittels technischer Standards effizient abzubilden. Aus dieser Notwendigkeit und dem Einsatz offener sowie Web-fähiger Entwicklungsumgebungen haben sie sich vielfach einen technologischen Vorsprung gegenüber den traditionellen ERP-Anbietern erarbeitet.

Keine Glaubensfrage - eine strategische Chance

Die Auswahl einer bedarfsgerechten ERP-Lösung bedeutet auch eine strategische Chance: Tatsächlich geht es bei der Systemauswahl weniger um die Frage nach vorhandenen Funktionen, sondern um das Entwickeln von langfristig ausgerichteten IT-Strategien.

ERP I oder ERP II? Das ist keine Glaubensfrage. Die Antwort darauf zieht letztlich eine generelle Neuausrichtung des methodischen Vorgehens nach sich: Flexibilität, Kosten, Qualität und Geschwindigkeit logistischer Prozesse bedürfen immer wieder einer genauen Überprüfung - und einer Anpassung der Abläufe beziehungsweise Systeme in immer kürzeren Zyklen. Deshalb werden Tools erforderlich, die diese Arbeitsweise unterstützen. IT-Modell und Geschäftsmodell bilden dabei adaptive Einheiten.

Die Ziele reichen heute über Unternehmensgrenzen hinaus

Ziele wie "Prozessoptimierung" und "Prozesseffizienz" durch den Einsatz von ERP-Systemen machen heute nicht mehr an den Unternehmensgrenzen halt. Sie bezeichnen eine stromlinienförmige Abbildung extern ausgerichteter Geschäftsabläufe im Supply-Chain-Management, Collaborative Commerce und Customer-Relationship-Management sowie die Verlagerung von Geschäftsprozessen ins Internet. Es bleibt spannend, mit welchen Lösungsansätzen und -konzepten die marktführenden ERP-Hersteller diesem Trend entgegentreten werden, um Front- und Back-Office sowie Online- und Offline-Business zu verschmelzen.

Die Studie kann zum Preis von 80 Euro unter www.softselect.de angefordert werden. (qua)