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16.07.2007

ERP-Software für kleine Firmen

In diesem Jahr fand die weltweite Microsoft-Partnerkonferenz in Denver statt. Im Nachhinein erwies sich die Bettenkapazität dort als nicht ausreichend, denn über 8.000 Teilnehmer aus 130 Ländern übertrafen sogar die optimistischen Erwartungen des Softwarekonzerns.

Von Dr. Ronald Wiltscheck

Noch vor der offiziellen Eröffnung der weltweiten Partnerkonferenz in Denver hat Microsoft ein neues Produkt aus seiner "Dynamics"-Reihe angekündigt. Die Business-Software "Microsoft Dynamics Entrepreneur Solution" richtet sich an Firmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, wobei der Hersteller den Fokus auf Kunden mit 10 mit 15 PCs legt.

Neu an der Software ist deren Nutzungsmodell: So ist die "Entrepreneur"-Lösung für maximal fünf gleichzeitige Nutzer ausgelegt (Concurrent User), dabei könnte aber laut Microsoft die Software auf bis zu 24 Arbeitsplätzen installiert sein. "Dynamics Entrepreneur" basiert auf der Navision-Plattform und löst deren Version "für kleine Unternehmen" ab. Mit dieser alten Bezeichnung waren Microsoft-Partner schon immer unzufrieden, denn welcher Kunde möchte schon als "klein" bezeichnet werden?

Auf den Markt kommen soll die Entrepreneur Solution in der ersten Hälfte 2008, dennoch steht bereits deren Preis fest: 759 Euro pro Nutzerlizenz. Als Pilotländer sind Deutschland, Großbritannien, Niederlande und Spanien vorgesehen. Auch beim Vertrieb dieser Lösung wird Microsoft neue Wege gehen und auf Value Added Distributoren setzen. Die VADs sollen für die Schulung der Partner und den Support der Endkunden aufkommen.

Denn Microsofts Mittelstands-Chef Robert Helgerth glaubt nicht, dass die bestehenden Microsoft-Dynamics-NAV-Partner die neue Software vertreiben werden. "Wir richten uns an alle Microsoft-Partner, die noch keine Dynamics-Produkte vertrieben haben." Er nimmt an, dass für die arrivierten Navision-Partner Entrepreneur mit angepeilter Implementierungszeit von einem bis zwei Tagen uninteressant wäre. Im angestammten Navision-Revier sind drei und mehr Tage dauernde Installationen nicht unüblich, und das Kostenverhältnis von Service zu Software variiert von eins zu zwei bis eins zu vier.

Deswegen ist laut Helgerth Entrepreneur eher etwas für bestehende Sage-Partner, die bereits ihre ersten Erfahrungen mit Microsoft CRM gesammelt haben. Auf jeden Fall liegt aber die Entrepreneur-Klientel über der Lexware-Kundschaft; Letztere beschäftigt oft nur einen Buchhalter.

Was die gewünschten "VADs" betrifft, so gehen die Meinungen auseinander. Während laut Helgerth auch Broadliner wie Actebis Peacock, Tech Data oder Ingram Micro in Frage kommen - sofern sie die nötige Expertise mitbringen und die Händler schulen - , möchte Søren Fink-Jensen, Mittelstands-Chef Westeuropa, vor allem ISVs (Independent Software Vendors) für diese Aufgabe gewinnen.

Eines dieser unabhängigen Softwarehäuser, Pebblestone Fashion International, bietet bereits eine vertikale Lösung (Mode) auf Basis der Entrepreneur Solution an. So ist es denkbar, dass weitere derartige Navision-ISVs mit speziellem Branchenfokus als VADs am Markt auftreten könnten, wobei sie dann treffenderweise als Master Reseller und nicht als Distributoren bezeichnet werden sollten.

Live CRM nur in den USA

Ein weiteres wichtiges Thema auf der weltweiten Partnerkonferenz von Microsoft war "Software as a Service" (SaaS), also das Bereitstellen der Software ohne deren Installation beim Kunden und ohne Verkauf von Lizenzen. Auf diesem Feld ist - zumindest in Nordamerika - Salesforce.com recht erfolgreich unterwegs, und auch SAP plant derartige "Software on Demand" (Codename A1S).

Bereits im Vorjahr hat Microsoft die selbst gehostete Software "Live CRM" angekündigt. Nun ist es zumindest in Nordamerika so weit: Im Rahmen des "Early Access Program" können erste Kunden dieses "Live CRM" ab sofort nutzen.

Auch die Preise des Angebots stehen fest: Je nach Umfang der Leistungen wird Live CRM zwischen 39 und 59 Dollar pro Nutzer pro Monat kosten. Wann es in Deutschland verfügbar sein wird, ist noch unbekannt.

Dabei sollen aber auch Microsoft-Partner nicht zu kurz kommen. Sie könnten ihren Kunden Live CRM verkaufen. Natürlich lägen dabei die Erlöse für sie nicht so hoch wie beim klassischen Lizenzverkauf, doch laut Allison Watson, Channel-Chefin bei Microsoft, könnten Partner auch die Live-CRM-Software kundenindividuell anpassen. Deswegen heißt dieses Konzept bei den Redmonder im Gegensatz zu den Initiativen von SAP und IBM "Software und Services". Denn es bleibt beim Angebot von Microsoft, die eigene Software auch durch Partner hosten zu lassen ("CRM on Demand") oder ganz klassisch beim Kunden zu installieren ("CRM on Premise").

Live CRM basiert bereits auf der neuen Version von Microsofts Dynamics-CRM-Software, Code-Name "Titan", und ist mandantenfähig. Der auf dieser Plattform aufsetzende, bei Kunden fest zu installierende Nachfolger von "Microsoft CRM 3.0" wird voraussichtlich im Oktober 2007 auf den Markt kommen - auch in Deutsch.

Der genaue Starttermin für die Serverprodukte "Windows Server 2008", "SQL Server 2008" und das Entwicklerwerkzeug "Visual Studio 2008" steht dagegen fest. Microsoft-COO Kevin Turner kündigte die drei Pakete für den 27. Februar 2008 am.

In diesem Jahr haben es gleich sieben deutsche Partner ins Finale der Award-Vergabe geschafft, weitere 73 sind in der Qualifikation ausgeschieden. Von den sieben Finalisten ist es aber nur der Münchner Datalog Software AG gelungen, den Sieg als Microsofts "License Delivery Partner of the Year 2007" (weltweit!) davonzutragen. Stefan Brotzler, Director Business Developement bei Datalog und dort auch für die Geschäftsbeziehungen zu Microsoft verantwortlich, hat in Denver die begehrte Auszeichnung aus den Händen von Allison Watson entgegengenommen. "Es war ein riesiger Adrenalinstoß", gab Brotzler sichtlich erschöpft am nächsten Morgen zu Protokoll. Mit dem Gewinn dieses Awards sieht der Large Account Reseller (LAR) seine Leistungen in Microsofts Volumenlizenzgeschäft belohnt.

Der letztjährige Sieger im Bereich OEM, Fujitsu Siemens Computers, musste sich diesmal der japanischen Third Wave Corp. geschlagen geben. Dafür hat ein anderer Hardwarehersteller mit starker Präsenz in Deutschland - Hewlett-Packard - einen Microsoft-Partner-Award gewonnen: den des Enterprise-Allianz-Partners.

Neu im Partnerprogramm

Zusätzlich hat Microsoft einige Ergänzungen und Erweiterungen in seinem Partnerprogramm verkündet. So hat der Softwarekonzern die Zahl der Kompetenzen, mit denen sich seine Partner schmücken können, von 13 auf 15 erhöht.

Neu hinzugekommen sind die Kompetenzen "Business Intelligence" (BI) und Hosting, die bisher nur als Spezialisierungen galten. Damit trägt die Company den Markttrends Rechnung. Denn laut Microsoft fragt auch der Mittelstand verstärkt BI-Lösungen und gehostete Software nach.

Außerdem verlangt der Konzern von seinen Gold-Partnern, dass sie obligatorisch an der Kundenzufriedenheitsstudie teilnehmen. Dabei beurteilen gewerbliche Endkunden den Microsoft-Partner. Hier hinkt Deutschland noch einigen europäischen Ländern hinterher.

Zertifizierte Partner müssen ab sofort mindestens ein Lösungsprofil auf der Microsoft-Website hinterlegen, um zertifiziert zu bleiben. Bisher haben dies nur 47 Prozent der Gold- und 17 Prozent der zertifizertenPartner in Deutschland getan. Ferner müssen registrierte Partner mindestens ein Training samt Prüfung ablegen, wollen sie das "Action Pack" selbst nutzen.

Spezielle Wünsche von Microsoft an die deutschen Partner äußerte der hiesige Director Partner Strategy & Programs Wolfgang Brehm. Seiner Meinung nach gibt es hierzulande bereits genügend viele zertifizierte Partner mit der Kompetenz "Information Worker" (Office, Exchange und Portalserver). Hier gäbe es nur noch Potenzial für "qualitativen Zuwachs".

Gesucht würden hingegen noch mindestens fünf Search-Partner. Auch die Zahl der Unified-Communications-Spezialisten soll von 51 auf 133 wachsen. Steigerungspotenzial gäbe es ferner bei der Kompetenz "System Management" - von 33 auf bis zu 53 Partner. Die Zahl der zertifizierten Security-Partner soll von 59 auf 79 zulegen.

Mehr dazu finden Sie unter

www.channelpartner.de/243567