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08.03.2006

ERP-Vergleich: Oracle hat die Nase vorn

In einem Labortest traten zwölf ERP-Lösungen gegeneinander an. Die großen Player behaupteten sich.
Oracle erhielt nur im Funktionstest für vorkonfigurierte Features mehr Punkte als SAP.
Oracle erhielt nur im Funktionstest für vorkonfigurierte Features mehr Punkte als SAP.

Lösungen für das Enterprise-Resource-Planning zu testen, ist kein leichtes Unterfangen. Um dennoch einen Vergleich zwischen unterschiedlichen Produkten anzustellen, hat die GPS Gesellschaft zur Prüfung von Software aus Ulm anhand eines realistischen Szenarios zwölf Systeme begutachtet.

Testkriterien

GPS hat den Test in die drei Kategorien Funktionen, Usability und Flexibilität gegliedert und diese im Verhältnis 12 zu 4 zu 2 in die Bewertung einfließen lassen.

Zum Funktionstest zählen:

• Stammdatenpflege und -übergabe,

• firmenübergreifende Absatzplanung,

• firmenübergreifender Verkauf,

• Einkauf,

• Intercompany-Logistik,

• Produktion,

• firmenübergreifende Dienstleistungen,

• Lieferung an Kunden,

• Fakturierung,

• firmenübergreifende Retoure,

• Gutschrift (Buchhaltung) sowie

• Controlling.

Der Test der Usability umfasste eine Checkliste von 20 Fragen in Bezug auf das Look and Feel des Frontends, Navigation und Orientierung sowie die Bedienung.

Die Flexibilität wurde folgendermaßen bewertet:

• Änderbarkeit des Systems durch den Anwender,

• Gestaltung individueller Abfragen und Reports,

• Werkzeuge zur Formulargestaltung,

• Workflowsteuerung,

• Einbindung von Dokumenten.

Testkandidaten

Hersteller/Anbieter Produkt

Synerpy GmbH AvERP 2006.b.1

Industrial Application Software GmbH Canias ERP

Classix Software GmbH Classix

Oracle Deutschland E-Business Suite

Oracle Deutschland Enterprise One 8.11.1

IFS Deutschland GmbH & Co. KG IFS Applications

Infor Global Solutions GmbH Infor Com 6.3

Intentia Deutschland GmbH Movex

SAP/Steeb Anwendungssysteme GmbH Mysap ERP 2005

Proalpha Software AG Proalpha 5.1.b

Psipenta Software Systems GmbH Psipenta 7.0.2

SSA Global GmbH SSA ERP LN 6.1

Fazit

• Die größten Anbieter Oracle und SAP bieten mit die meisten Funktionen.

• SAP kann alles, verlangt aber dem Anwender in puncto Parametrisierung viel ab.

• Der Abstand zwischen kleineren und weniger bekannten Anbietern zu den Global Players ist nicht sehr groß.

• Alle Hersteller haben begriffen, dass Anwender attraktive Benutzeroberflächen wünschen.

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www.computerwoche.de/go/

573057: Der Mittelstand verzögert den ERP-Upgrade;

573050: ERP für die Automobilindustrie;

572942: Dassault kauft Matrix One;

572905: Anwenderportal von AP.

Da Unternehmen, selbst solche aus dem Mittelstand, oftmals aus einem Firmengeflecht bestehen, haben sich die Tester auf Funktionen konzentriert, bei denen ERP-Lösungen Abläufe in Unternehmensnetzen steuern (Multi-Site). Dabei mussten sowohl Material- als auch Geldflüsse innerhalb einer konstruierten Firmengruppe organisiert werden.

Der Knackpunkt des Vergleichs lag in der Disposition und Planung von Bedarfen durch die Produktion beziehungsweise den Einkauf innerhalb der Firmengruppe. Abzuwickeln war zudem eine Rücksendung vom Kunden über den Lieferanten zum herstellenden Werk sowie die Nachbearbeitung der Ware. Hier, so die Tester, zeigte sich der Unterschied zwischen echten Multi-Site-Systemen und solchen, die mehrere Mandanten koppeln.

Genauigkeit der Machbarkeitsprüfung variiert

Bei der Prüfung der Verfügbarkeit von Material zum Liefertermin (Available to Promise, kurz ATP, es wird nur die Verfügbarkeit des Materials geprüft) bieten die getesteten Lösungen praktisch gleichwertige Funktionen. Nicht so bei der Machbarkeitsprüfung (Capable to Promise, Prüfung beziehungsweise Bestätigung eines Kundenauftragstermins). Bei der Prüfung der Verfügbarkeit der Produktionskapazitäten (Ressourcen) setzen manche Anbieter auf Zusatzprodukte. Die Planbarkeit stößt in der Praxis jedoch weniger in der Genauigkeit des Termins an ihre Grenzen, sondern vielmehr bei der Aktualität und Qualität der Daten.

Lästige Zollformalitäten

Unterschiede kristallisierten sich im Test auch bei der Zollabwicklung heraus. Man sollte meinen, solche Aufgaben wären kein Problem für gereifte Softwareprodukte. Dem ist aber nicht immer so. Für Aufgaben wie das Erzeugen einer zollgerechten Proforma-Rechnung sowie Ausfuhrerklärungen greifen viele Anbieter auf Werkzeuge von Drittherstellern zurück, was mitunter Reibungsverluste verursacht. Insbesondere dann, wenn der Kunde von einem ausländischen Herstellungswerk beliefert wird (Streckenlieferung) kann dies zu Schwierigkeiten führen. Der Warenwert für die vom ERP-System erzeugte firmeninterne Rechnung (Intercompany-Rechnung) sowie der Betrag auf der Zollrechnung, die das externe Programmmodul generiert, sind zu bestimmen. Dies betrifft aber nicht nur die Ausfuhr, sondern auch die Rücksendung der Waren ans Werk, falls Nachbesserungen erforderlich sind.

Servicefunktionen sind noch kein Standardelement

Firmen wollen vermehrt Umsätze mit Dienstleistungen rund um ihr Produkt erzielen sowie Reklamationen effizient bearbeiten und benötigen daher entsprechende ERP-Funktionen. Wie sich herausstellte, weisen manche Produkte Lücken auf. Statt Servicefunktionen zu bieten, werden Dienstleistungen als Material ohne Bestand verbucht. Doch dies reicht nicht aus, da beispielsweise Serviceeinsätze neben Materialbereitstellung auch den Einsatz von Personal und deren Disposition erfordern.

Zu den positiveren Eindrücken zählen die Benutzerschnittstellen der ERP-Lösungen. Hier variieren die Benotungen weit weniger als bei der Funktions- sowie der Flexibilitätsbewertung. Insgesamt präsentieren sie sich dem Anwender in einem modernen Look and Feel und mit guter Benutzerführung.

Große Abweichungen in der Bewertung traten hingegen bei der Flexibilität der ERP-Produkte zutage. Im Test mussten sie beweisen, wie sich ein neues Feld in der Benutzeroberfläche einfügen lässt. Hier konnten die Produkte "Canias ERP", Mysap ERP" und "E-Business Suite" brillieren. Das SAP-Programm gestattet es zudem, über das Frontend das Data Dictionary zu erweitern.

Abfragefunktionen verbesserungswürdig

Alleingelassen fühlt sich der Anwender bei manchen Systemen, wenn er individuelle Abfragen und Berichte erzeugen möchte. Die vorkonfigurierten Standardabfragen passen laut GPS oft nicht zur Anwendungsrealität. Einige Hersteller decken auch diese Aufgaben mit Drittprodukten ab beziehungsweise verweisen lediglich auf die Möglichkeit des Exports nach Microsoft Excel.

Weniger begeistert waren die ERP-Tester auch über die angebotenen Funktionen zur Formulargestaltung. Hersteller wie SAP und Oracle liefern zwar Formulargeneratoren mit, doch diese können in puncto Benutzerfreundlichkeit nicht immer überzeugen.

Klein, fein und quelloffen: AvERP

Im Vergleich zu den Branchenriesen Oracle und SAP präsentiert sich das Open-Source-Produkt AvERP als kleine, aber feine Alternative. Es handelt sich um ein Mehrmandantensystem. Um mandantenübergreifend zu arbeiten, wie im Szenario gefordert, lassen sich Tabellen freigeben. Daten können ferner repliziert oder mittels EDI-Konverter an Mitglieder der Firmengruppe übermittelt werden.

Es fehlen in diesem System jedoch eine eigene Buchhaltung, Disposition und Kommissionierung. Doch grundsätzlich ist es für kundige Anwender trotzdem möglich, Intercompany-Prozesse zu steuern.

Mysap als Vorbild: Canias ERP

Das Produkt Canias ERP orientiert sich an SAPs Mysap ERP, versucht jedoch einen für den Mittelstand besser geeigneten Ansatz zu fahren. Dies betrifft insbesondere die Parametrisierung. Firmenübergreifende Produktionsplanung beherrscht das System, bei Detailaufgaben wie beispielsweise der Rückabwicklung sind jedoch manuelle Buchungen erforderlich.

Gut schnitten die Abfragefunktionen ab; sie stützen sich entweder auf vorgegebene Felder und logische Verknüpfungen, lassen aber auch SQL-Abfragen zu. Der Formulargenerator ist Teil des Produkts und erzeugt Dokumente in gängigen Formaten.

Newcomer mit guten Vorsätzen: Classix

Der gleichnamige Hersteller stützt sich bei der Entwicklung des ERP-Systems Classix auf objektorientierte Verfahren, die bis in die Datenbankebene reichen. Testaufgaben wie die mandantenübergreifende Disposition konnte das Multi-Site-System lösen. Für die Retro-Logistik (Rückabwicklung vom Kunden über den Lieferanten zum Hersteller) fehlten einige Funktionen. Zwar ist die Finanzbuchhaltung aus eigenem Hause nicht sehr elegant über eine Batch-Datei angekoppelt, dennoch lieferte das Programm eine korrekte Ergebnisrechnung.

Oracles "kleines" ERP-System: Enterprise One

Im Zuge der Peoplesoft-Übernahme fiel Oracle auch das ERP-Produkt von J.D. Edwards zu. Das etablierte System versteht es, Multi-Site-Umgebungen beliebiger Größe zu steuern. Firmen agieren darin als eigenständige Einheiten, deren einzelne Umsätze sich im Sinne der Konzernkonsolidierung saldieren lassen. Liefertermine ermittelt die integriert "Order Promising Machine", indem sie auf die in der Gruppe verteilten Ressourcen zugreift. Hierbei wird auch die kostengünstigste Beschaffung ermittelt.

Die gute Multi-Site-Unterstützung zeigt sich durch Mechanismen, die den Warenausgang eines Mitglieds der Firmengruppe gleich als Wareneingang eines anderen Konzernteils verbucht.

Benutzerfreundlicher Schwede: IFS

Auch IFS Applications des schwedischen Anbieters IFS beherrscht die Multi-Site-Steuerung. Das ERP-System basiert zu weiten Teilen auf Applikations- und Datenbanktechnik von Oracle. Viele Prozesse lassen sich hier automatisieren, allerdings erfordert die Abwicklung von Reklamationen Eingriffe des Benutzers. Anders als mancher der anderen Wettbewerber verfügt IFS über ein Servicemodul. Groß geschrieben wird auch das Controlling. "IFS Control" erlaubt es dem Nutzer, eine Vielzahl an Kennzahlen, Angaben zu Umsatz und Liquidität sowie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit anzuzeigen. Die Prozesse eines Unternehmens werden mit dem "IFS Business Modeler" erzeugt, der den Testern ebenfalls gefiel. Über das Tool haben Entwickler direkten Zugriff auf die Programme, eine "automatische" Anpassung der Steuerungsparameter erfolgt hingegen nicht.

Einen positiven Eindruck hinterließen die reichhaltigen Funktionen zur Pflege von Massendaten.

PPS-Klassiker mit Raffinessen: Infor Com

Zwar zählt Infor Com zu den Mehrmandantensystemen und repliziert somit Daten zwischen Mitgliedern einer Firmengruppe. Dennoch konnte das System die Aufgaben genauso bewältigen wie Multi-Site-Produkte. Dies verlangt vom Bediener allerdings mehr Planung und manuelle Eingriffe: Beispielsweise müssen die zu replizierenden Daten im Artikelstamm gekennzeichnet werden. Ein Vorteil der Lösung: Stückliste, Arbeitsplan und Ressourcenliste bilden in dieser ERP-Lösung eine logische Einheit. Dies erleichtert es, Änderungen vorzunehmen und reduziert die Komplexität.

Da bei Infor Com das Rechnungswesen auf einem anderen Programm basiert (Infor Global Financials, vormals Varial), kommt es zu Datenredundanzen innerhalb der Firmengruppe. Dies betrifft Teile des Kunden- und Lieferantenstamms. Beispielsweise sind Firmennamen, Anschriften und Konditionen einmal im Logistiksystem in "Kunden" beziehungsweise "Lieferant" angelegt, und identisch in der Buchhaltung als "Debitor" beziehungsweise "Kreditor" gespeichert.

Dies dürfte nach den Plänen des Herstellers jedoch bald der Vergangenheit angehören.

Renaissance in Java: Movex

Der schwedische Anbieter Intentia hat Movex einer Verjüngungskur unterzogen. Das frühere RPG-basierende ERP-System setzt nun auf Java. Zudem weist das Produkt für die Steuerung von Firmenverbünden Features auf, mit denen sich Stand- und Lagerorte abbilden lassen. Sie gestatten es Firmengruppen, Prozesse mit relativ wenig Aufwand zu steuern. Dementsprechend konnte Movex die Anforderungen des Tests weitgehend erfüllen. Lediglich die Rücklieferung der Ware erforderte etwas Augenmerk, damit die Warenbewegungen dem richtigen Konto zugeordnet werden konnten.

Movex arbeitet mit einem Einkreisrechnungswesen, bei dem im Gegensatz zum Zweikreisrechnungswesen Buchungen in einem Schritt sowohl in die Finanzbuchhaltung als auch in die Kostenrechnung einfließen. Somit werden Warenbewegungen in den Kostenstellen beziehungsweise Kostenträgern und gleichzeitig auf Buchhaltungskonten berücksichtigt. Für die Anwender ist das in der Praxis einfacher zu handhaben, da es nur einen Buchungssatz gibt.

Dem Benutzer präsentiert sich das ERP-Produkt mit einigen Besonderheiten. Jedem Artikel lassen sich Alias-Namen zuweisen. Auf diese Weise lassen sich Artikelkennungen des Lieferanten oder Kunden leichter verwalten. Objekte wie Kundenaufträge und Lieferungen verfügen über eine Toolbox, die Werkzeuge zur Weiterbearbeitung sowie zugehörige Belege bereitstellt. Im Gegensatz dazu wirkt die Druck- und Formularsteuerung etwas krude und erfordert viel Aufwand bei der Einrichtung.

Unendlich parametrisierbar: Mysap ERP

SAPs ERP-Lösung bietet eine Fülle an Funktionen und liefert selbst in Umgebungen mit großen Datenmengen und vielen Anwendern gute Antwortzeiten. Für den Branchenprimus waren die geforderten Aufgaben im Prinzip kein Problem, doch der Weg zur Lösung war nicht immer elegant. Zur Reklamationsbearbeitung und Rücklieferung der Ware müssen manche Vorgänge manuell angelegt werden. Eine unternehmensweite Ressourcenprüfung setzt das Zusatzmodul "Advanced Planner and Optimizer (APO)" voraus, das in der Nutzung jedoch anspruchsvoll ist. Mysap ERP beinhaltet sehr viele Features, verlangt aber vom Anwender viel ab, weil er zahlreiche Parameter einstellen muss. "Alles ist möglich, aber manchmal anstrengend zu realisieren", so das Resümee. Wünschenswert wären hier nach Ansicht der Tester vorkonfigurierte Abläufe. Bemängelt wird ferner, dass die Dialogführung nicht in allen Programmmodulen einheitlich ist.

SAPs direkter Highend-Rivale: E-Business Suite

Im Gegensatz zu Mysap ERP liefert Oracles Konkurrenzprodukt eine Reihe von vorkonfigurierten Funktionen, die bei der täglichen Arbeit helfen. Bezogen auf den Umfang der Features gibt es zwischen beiden Platzhirschen keine großen Unterschiede. SAP bekam eine etwas schlechtere Bewertung in den Disziplinen Einkauf und firmenübergreifender Verkauf, konnte den Wettbewerber jedoch bei der Logistik knapp überrunden. In allen anderen Testkriterien des Funktionsvergleichs sind beide Anbieter gleichauf.

Da Oracles Produkt sich komplett auf hauseigene Datenbank- und Applikations-Server stützt, weist die ERP-Umgebung Besonderheiten auf. Beispielsweise stammen alle Daten einschließlich der für Auswertungen erforderlichen Informationen aus der operativen Datenbank und sind somit sehr rasch verfügbar. Dazu zählen auch die zahlreichen Balanced Scorecards für verschiedene Anwendungsgebiete. Zahlreiche vordefinierte Auswertungen lassen sich auf die Bedürfnisse einzelner Nutzer maßschneidern. Wie Intentias Movex verfolgt auch Oracle das Konzept des Einkreisrechnungswesens.

Solide Technik ohne Schnörkel: Proalpha

Die Software von Proalpha folgt dem Mehrmandantenkonzept. Daten zwischen den Mandanten, also zum Beispiel den Mitgliedern einer Firmengruppe, transferiert entweder ein EDI-Werkzeug, oder sie werden über den integrierten Replikationsmechanismus abgeglichen. Dies mag nicht so modern anmuten wie der Multi-Site-Ansatz, für den Benutzer gibt es aber keinen erkennbaren Unterschied.

Grundsätzlich konnte das ERP-System die gestellten Aufgaben lösen. Etwas störend ist jedoch, dass der Auftrag zur Nachbearbeitung eines Produkts sich nicht von einem normalen Produktionsauftrag unterscheidet.

Komfortabel erweist sich Proalpha am Frontend: Eine Synchronisation der Inhalte abhängiger Fenster sorgt für aktuelle Informationen selbst dann, wenn mehrere Dialoge geöffnet sind. Änderungen in Datensätzen werden so umgehend nachvollzogen. Wie alle anderen Module wurde auch das integrierte Dokumenten-Management im eigenen Haus entwickelt.

Flexibilität großgeschrieben: Psipenta

Die Lösung des Berliner Softwarehauses Psipenta richtet sich an Firmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Berücksichtigt werden dabei nicht nur die Fertigungsprozesse, sondern auch die Konstruktion. Dazu zählen wachsende Stücklisten, die sich erst im Verlauf eines Projekts vervollständigen. Änderungen sind hier selbst dann noch möglich, wenn die Fertigung bereits läuft. Dies kann auch bedeuten, den Auftrag kurzerhand an eine andere Firma auszulagern. Eine einzige Funktion sorgt dafür, dass die erforderlichen Auftragsdaten einer anderen Gesellschaft übertragen werden. Wie Proalpha bietet das Produkt ein integriertes Dokumenten-Management.

Baan is Back: ERP LN von SSA Global

Hinter dem nichts sagenden Kürzel ERP LN verbirgt sich das Nachfolgeprodukt von Baan V. Das Multi-Site-System bildet die im Test geforderte Firmenstruktur gut ab. Überhaupt haben sich die Entwickler einige nützliche Funktionen zur Steuerung von Firmennetzen einfallen lassen. Dazu gehören unter anderem mehrstufige logistische Ketten. Damit kann abgebildet werden, wer in der Lieferkette wem welche Baugruppen liefert.

Der Automatisierungsgrad stößt aber beim Nachbearbeitungsauftrag an seine Grenzen: Hier musste manuell eingegriffen werden, und zwar sowohl bei der Abwicklung als auch bei der Verrechnung.

"Dashboards" liefern dem Anwender hilfreiche Einblicke in Bewegungsdaten. Über einen Kunden lassen sich beispielsweise bequem die Bestellungen, Aufträge und Rechnungen in Erfahrung bringen.

Ein "Dynamic Enterprise Modeler" erlaubt es, Geschäftsprozesse einer Firmengruppe darzustellen beziehungsweise zu verändern. Im Funktionstest konnte SSA Global so viele Punkte sammeln wie das SAP-Produkt. In den Einzelbewertungen der Features liegen Unterschiede zwischen beiden Systemen vor allem im Controlling: Hier schnitten die Walldorfer besser ab.