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19.07.2016 - 

So schützen Sie sich vor Ransom-Viren

Erpresser-Viren – Geld oder Daten

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Eine neue Betrugsmasche befällt derzeit viele Computer: die sogenannten Ransom-Viren. Sie verschlüsseln die Daten auf privaten Computern. Nur wer zahlt, kommt wieder an seine Dokumente. Was man dagegen tun kann, sagen die Arag-Experten.

Immer wenn es darum geht, an das Geld anderer Leute zu kommen, scheint der Einfallsreichtum von Betrügern wahre Blüten zu treiben.

Nutzer werden unter Druck gesetzt

Schädlich waren Viren und Trojaner schon immer. Meist haben sie es noch dazu auf das Geld von Computernutzern abgesehen, indem sie beispielsweise Bank- und Kreditkartendaten abgreifen. Was aber neu ist: Die Erpresser-Viren setzen Computernutzer direkt unter Druck, indem sie Privatdaten auf der PC-Festplatte unlesbar machen. Wer nicht zahlt, hat keinen Zugriff mehr auf seine Daten.

Die Daten im Computernetzwerk werden dabei so verschlüsselt, dass nur der Original-Schlüssel sie wieder freigibt. Und den rücken die Verbrecher nur gegen Bezahlung heraus; in der Regel fordern sie um die 500 Euro, zahlbar in der anonymen Internetwährung Bitcoin.

Die neue Betrugsmasche scheint sich für die Cyber-Verbrecher zu lohnen. In der "Hitparade" der digitalen Schädlinge sind Erpresser-Viren steil nach oben geschossen.

Erpresser fordern in der Regel 500 Euro von Betroffenen, damit diese wieder auf ihre Daten zugreifen können. Dieser Zahlungsaufforderung sollte man jedoch nicht nachkommen.
Erpresser fordern in der Regel 500 Euro von Betroffenen, damit diese wieder auf ihre Daten zugreifen können. Dieser Zahlungsaufforderung sollte man jedoch nicht nachkommen.
Foto: Bacho - Shutterstock.com

So funktionieren Erpresser-Viren

Wenn Nutzer sich den Ransom-Virus eingefangen haben, sperrt dieser zunächst das Nutzerkonto auf dem betroffenen Computer. Anschließend verschlüsselt das Schadprogramm alle Dateien sowie das Startmenü, sodass kein Zugriff mehr auf den Computer möglich ist. Daraufhin blendet der Schädling eine erpresserische Meldung ein.

Für viele Nutzer sind diese in mehrfacher Hinsicht erschreckend: Denn der Computer verweigert nicht nur die Arbeit, die verhängnisvolle Meldung stammt auch scheinbar aus der Feder von Bundespolizei, BKA oder GEMA. Darum sind die Viren auch als BKA- und GEMA-Trojaner bekannt. Im Meldungstext wird dem User zu Unrecht eine "ungesetzliche Tätigkeit", "unbefugte Netzaktivitäten" oder gar die "Wiedergabe von pornografischen Inhalten mit Minderjährigen" vorgeworfen. Dann drohen die Erpresser mit schwerwiegenden rechtlichen Schritten - es sei denn, der Betroffene ist zur Zahlung bereit.

Sowohl das BKA als auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfehlen allerdings, der Zahlungsaufforderung nicht nachzukommen. In vielen Fällen geben die Kriminellen den Rechner nämlich selbst nach der erfolgten Überweisung nicht frei. Diese Viren sind keine Dumme-Jungen-Streiche, sondern ein handfestes Verbrechen. Eines, das man bei der Polizei anzeigen sollte. Auch wenn die Chancen, die Betrüger zu fassen, derzeit sehr gering sind - je mehr Menschen die Vorfälle öffentlich machen, desto größere Chancen hat die Polizei, den Betrügern doch auf die Spur zu kommen.

Wie kann man sich schützen?

Die Viren und Trojaner kommen in der Regel als E-Mail ins Haus. Sie haben unterschiedliche Texte, oft in korrektem Deutsch. Darum werden diese E-Mails vom Empfänger häufig als vertrauenswürdig eingestuft. Die Kriminellen nutzen für die Verteilung der Viren aber auch Drive-by-Downloads, die der Nutzer unwissentlich beim Besuch präparierter Webseiten im Hintergrund herunterlädt. Da sowohl die E-Mails als auch die darin enthaltenen Viren immer wieder modifiziert werden, können diese nicht immer zuverlässig von Virenscannern erkannt werden. Es helfen also nur erhöhte Vorsicht und ein gesundes Misstrauen gegenüber E-Mails unbekannter Urheberschaft und ganz besonders gegenüber deren Anhängen.

Ransom-Viren auch auf Apple?

Mac-Nutzer haben in aller Regel mit Viren deutlich weniger Probleme als die meisten Windows-Nutzer. Aber auch bei Apple hatte sich ein Erpresser-Virus in das Update eines Programms geschmuggelt; mit der neuen Programm-Version holten sich die Nutzer dieses Programms auch den Virus auf den Computer. Immerhin wurden die Probleme schnell erkannt, so dass wohl nur wenige Nutzer betroffen waren.

Was tun, wenn der Virus den Computer lahmlegt?

Bei einer primitiven Art des Virus ist das Vorgehen recht simpel:

  1. Fahren Sie Ihren Computer runter und starten Sie ihn anschließend im abgesicherten Modus neu.

  2. Dann führen Sie eine Systemwiederherstellung aus. Wählen Sie dafür einen Zeitpunkt vor der Vireninfektion aus und setzen das System auf diesen zurück.

  3. Anschließend sollten Sie einen Virenscanner einschalten, um den Computer auch von schlummernden Schädlingen zu befreien.

Schwieriger ist das Vorgehen, wenn der zweite Schritt nicht funktioniert und der Rechner auch im abgesicherten Modus den Sperrbildschirm anzeigt. Meist ist dann die einzige Möglichkeit eine Neuinstallation von Windows, um den Computer restlos von dem Schadprogramm zu befreien. Dabei gehen allerdings alle gespeicherten Daten verloren.

Darum empfehlen die Arag-Experten, die wichtigsten Daten regelmäßig zu kopieren. Und zwar so, dass die Sicherheitskopie außerhalb der Reichweite des Virus ist und von ihm nicht angegriffen werden kann. Man sollte seine wichtigsten Daten also entweder auf DVD brennen oder auf eine externe Festplatte kopieren. Diese sollte nach der Sicherung dann aber nicht mit dem PC verbunden bleiben, sondern ausgeschaltet werden.

Download des Textes unter: www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/internet-und-computer/

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