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31.08.1979 - 

3031 steuert TP-Verarbeitung von 23 Ortskrankenkassen:

Erst der Memorex -Mix half bei ClCS

DORTMUND (ee) - Immer wenn das CICS hochgefahren wurde, ging im Dortmunder Rechenzentrum der Ortskrankenkasse in Westfalen-Lippe die IBM /370-148 in die Knie: Wartezeiten bis zu einer halben Minute gehörten zum TP-Alltag. Zunächst über eine Hauptspeicher-Aufrüstung mit Memorex und seit 17. August durch die Installation einer IBM 3031, Modell 2, steuert das AOK-Rechenzentrum nun die Datenverarbeitung mit den angeschlossenen 23 Allgemeinen Ortskrankenkassen. Der Bericht von Wolfgang Niebuhr macht deutlich, daß sinnvoller Mix erhebliche Leistungsverbesserungen bringen kann.

Angefangen hat das AOK-RZ 1971 mit einer IBM /360-30 (64 K). Die Entwicklung ging über die IBM-Modelle /370-135, /370-145 bis zur /370-148 (1 MB). Bereits 1975 wurde die Datenfernverarbeitung probeweise eingeführt. Nach erfolgreichen Tests und immer

stärker werdender Nachfrage mußte die Anwendungspalette erweitert werden. Das AOK-RZ entschied sich nach eingehender Untersuchung für den Anschluß von Datasaab-Bildschirmen und Mannesmann-Drucker. Inzwischen sind bei den 23 angeschlossenen AOKn in Westfalen-Lippe innerhalb eines Knotennetzes (siehe Abbildung)

158 Bildschirme Datasaab

32 Hardcopy- Drucker M 80/77 und

25 Krankenscheindrucker

(Zweibahnendrukker) M 184/77 installiert.

Das Knotennetz besteht aus Hauptanschlüssen für Direktruf (HfD) und ist mit Racal-Milgo-Modems (MPS 48) und Multimode sowie Digitalknoten ausgestattet. Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt 4800 Bit/sec und teilweise 9600 Bit/sec.

Die rasante Entwicklung auf dem TP-Sektor und die ständige Nachfrage nach neuen Bildschirmen ließ bald erkennen, daß die IBM /370-148 TP-und Batchanwendungen (obwohl 3-Schichten-Betrieb) nicht auf die Dauer schaffen wird. Aus diesem Grunde wurde im September 1978 eine IBM /370-138 (512 K IBM, 512 K Memorex) angemietet, die die TP-Steuerung übernehmen sollte. Hier zeigte sich jedoch, daß die Leistungsgrenze der Maschine bei zirka 15 000 Transaktionen pro Tag überschritten war. Die TP-Verarbeitung wurde deshalb auf die IBM /370-148 verlagert. Aber auch diese Maschine ging - kaum daß CICS hochgefahren war - "in die Knie". Bei einer HSP-Größe von 1 Mega Byte waren Pagingraten über "19" und ein Antwortzeitverhalten bis zu 30 Sekunden zu verzeichnen.

Batch-Jobs konnten nebenher nicht mehr gefahren werden. Selbst die /370-138 durfte während der TP-Zeit nicht voll ausgelastet werden, da auch ihre Plattenzugriffe das Antwortzeitverhalten negativ beeinflußte. Erst als der Hauptspeicher der /370-148 aufgerüstet wurde - wegen der guten Erfahrung der Hauptspeichererweiterung an der /370-138 wurde auch hier ein Memorex-Speicher mit 1 Mega Byte angeschlossen -, war TP in verträglichen Grenzen. Die Pagingrate war runter auf 0 bis 1 das Antwortzeitverhalten betrug vier bis fünf Sekunden, und es konnte auch mal wieder etwas nebenher gefahren werden.

Nach Installation der 3031 soll diese Maschine nach einer kurzen Testphase die TP-Steuerung übernehmen. Wenn die 3031 so gut läuft, wie die Installation gelaufen ist, kann das AOK-RZ zufrieden sein. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit ist gegenüber der der /370-148 jedenfalls verblüffend. Die Arbeitsergebnisse der ersten Jobs wurden von den Maschinenbedienern mit dem Kommentar zurückgegeben: "Ergebnisse besonders prüfen, läuft sonst 30 Minuten, diesmal nur zehn Minuten."

Für den Fall, daß die 3031 während der TP-Zeit ausfällt, kann die TP-Anwendung über eine Kanalumschalteinheit IBM 2914 von der /370-148 übernommen werden, denn eine unterbrechungslose Tp-Versorgung, der angeschlossenen AOK ist absolute Voraussetzung, da das Auskunftsystem die bisher bekannten Karteikarten abgelöst hat und der Versicherte seinen Anspruch nur überprüft bekommt, wenn der Sachbearbeiter Verbindung mit dem RZ hat.

Die Datenerfassung beim AOK-RZ wird zur Zeit noch über optische, lesbare Belege betrieben. Ein optischer Belegleser IBM 1287 tut schon seit sieben Jahren seinen Dienst. Das Einsatzende ist jedoch absehbar. Derzeit werden bei den 23 AOKn in Westfalen-Lippe insgesamt rund 100 Datenerfassungsplätze MDS 2140 installiert. Die Erfassung erfolgt dann auf Floppy, die zunächst körperlich zum RZ transportiert wird. Diese Lösung soll aber in Bälde ersetzt werden. Die vorhandenen Poststandleitungen des Auskunftsystems sollen zur Nachtzeit den Datentransport übernehmen.

Übrigens: Neben den bereits erwähnten Nicht-lBM-Produkten mixt das AOK-RZ auch in anderen Bereichen (Konfiguration siehe Abbildung 2). So sind an Fremdhardware installiert

1 DFÜ-Steuereinheit Memorex 1270

2 Plattenspeicher-Steuereinheiten Memorex

3 Plattenspeicher-Einheiten Memorex ( 3350 A02)

4 Plattenspeicher-Einheiten Memorex (IBM 3350 B02).

Im Bereich der Zentraleinheit - so hofft das AOK-RZ - muß nun aber etwas Ruhe eintreten. Eine 3031 unter Langzeitmiete und eine /370-148 (Kaufmaschine) sollte für die nächsten Jahre ausreichend sein. - Es sei denn, die H-Serie bringt etwas Besseres; Besseres im Preis und mindestens Gleiches in der Leistung, versteht sich.