Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.01.1977 - 

Jacobs Kaffee: Steiniger Weg zur Dialog-Programmierung

Erst IBM`s CMS, dann SPL und jetzt Roscoe

BREMEN - "Unsere Programmierer können sich heute schon nicht mehr vorstellen, wie sie vor etwa drei Monaten ohne ROSCOE gearbeitet haben." Erstaunlich für Bernd Siegler, Leiter der EDV-Produktion bei Jacobs Kaffee in Bremen, "denn es ist im allgemeinen schwierig, neue Verfahren einzuführen". Trotz anfänglicher Skepsis wird heute bei Jacobs online programmiert, unterstützt von ROSCOE (Remote OS Conversational Operating Enviroment), dem Job-Entry-System der CPP GmbH, Düsseldorf.

IBM nicht die richtige Schuhnummer

Der Weg bei Jacobs, endlich Vertrauen in neue Programmiertechniken zu finden, war mehr als steinig: Immer wieder "graste" er den Markt nach Standardpaketen ab, die helfen sollten, ohne Umstellung gleich der gesamten Organisation die Programmierung zu erleichtern. Der erste Versuch in dieser Richtung wurde, "weil sich`s bei der installierten 158 anbot", mit IBM`s CMS (Conversational Montoring System) unternommen - eine logische Konsequenz, mit diesem Betriebssystem-Zusatz das interaktive Programmieren einzuführen. Der Versuch mußte allerdings nach kurzer Zeit wieder abgebrochen werden. Dazu Siegler: "Mit der 158 vertrug sich unser Paket insofern nicht, als der Aufwand zu mächtig gewesen wäre."

Vor etwa 5 Jahren wurde der SPL-Compiler von DSE getestet. Mit diesem Pre-Compiler sollten wesentliche Programmteile automatisch erstellt werden. SPL wurde praktisch eingesetzt. Zwar versuchte Siegler immer wieder, seine Programmierer mit diesem System vertraut zu machen, aber "ich kann ja nicht ständig hinter den Leuten herlaufen und sie zwingen, sich damit zu befassen. Jeder fand immer neue Ausreden und nach einem halben Jahr war SPL vergessen".

Seit dieser Zeit steht Siegler den Softwaregeneratoren recht skeptisch gegenüber: "Bei all diesen Methoden sind noch große organisatorische Vorbereitungen notwendig, um sie effizient einzusetzen." Zudem seien alle diese Neuerungen noch zu aufwendig und schwer zu handhaben, aber gerade hier scheint er durch den Einsatz von ROSCOE die Hürde genommen zu haben: "Durch die Bildschirm-Softwareentwicklung werden sehr viele negative Erscheinungen spürbar abgebaut." Gemeint ist damit vor allem das "Aussperren der Programmierer", der Closed Shop.

Der Software-Spezialist braucht gar nicht mehr in den Maschinenraum - er übergibt seine Tests per Bildschirm. Selbst Siegler setzt sich ab und zu an den Monitor und "spielt" mit dem System: "Man hat die Maschine endlich für sich alleine und kann in die Jobs eingreifen und muß nicht warten, bis vielleicht einmal außerhalb der regulären Arbeitszeit Testmöglichkeiten zur Verfügung stehen."

Bei Jacobs läuft heute tagsüber das Online-Geschäft, gleichzeitig wird eine Batch-Partition für Programm-Tests bereitgehalten.