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Die DV-Abteilung muß strategisch beraten:


05.01.1984 - 

Erst Integration macht Mikro-Einsatz sinnvoll

MÜNCHEN (CW) - Nur eine konstruktiv beratende DV-Abteilung kann verhindern, daß der Mikrocomputer-Einsatz für sie oder den Mikro-Anwender selbst zum Desaster gerät: diese Auffassung vertritt E. Heinrich Willms von der McKinsey & Company. Inc.

Der ungeschulte Anwender überschätzt demzufolge meist die Anwendungsbreite der Mikros, und nicht abgestimmte Mikro-Inseln können deshalb für die DV-Abteilung und damit für das Gesamtunternehmen das totale Daten-Chaos produzieren.

Abstimmungsziel zwischen DV-Funktion und Fachabteilung muß sein: Die Mikros das tun zu lassen was sie können, aber nur eingebettet in ein "einheitliches" Informationskonzept. Mikrocomputer bestehen eben nicht jeden Eignungstest. Ihre Grenzen zeigen sich sehr rasch bei der Anwendung komplexer Algorithmen auf große Datenmengen. In solchen Fällen wachsen die Rechenzeiten schnell über ein akzeptables Maß hinaus. Hier sind dedizierte Systeme aus dem Minicomputer-Bereich dem Mikro einfach überlegen; gleiches gilt für integrierte Datenbestände. Und ein Nachteil ist auch die mangelhafte Integrationsmöglichkeit von Mikros in bestehende Systeme.

Eine Domäne der Mikrocomputer sind aber Problemstellungen mittlerer Komplexität bei geringeren bis mittleren Datenvolumina, wie Break-Even-Analysen, Finanzanalysen Budgetrechnungen oder die Verwaltung kleinerer Dateien. Dabei liegt der Vorteil der Mikros in den ungezählten Softwarepaketen, die weitgehend ohne Anpassungsaufwand übernommen werden können.

Ein nicht zu unterschätzender Vorzug der Mikros liegt ferner darin, daß der nicht geschulte Benutzer über dieses Vehikel an die EDV-Denkweise herangeführt wird, speziell dann, wenn "sein" Mikro den gestiegenen Anforderungen nicht mehr genügt und die Anwendung auf die Groß-DV gelegt wird. Dann aber ist dieser Anwender bereits durch Schulung am eigenen Problem an die Möglichkeiten der DV herangeführt worden.

E. Heinrich Willms (McKinsey & Company, Inc.) empfiehlt (mit Hilfe der DV-Abteilung als Kontroll- und Beratungsinstanz) als sinnvoll für die Nutzung von Mikrocomputern:

- durch die Beschränkung auf wenige Mikro-Typen und Softwarepakete, die interne Austauschbarkeit und Kompatibilität der Systeme zu gewährleisten;

- durch methodische Hilfestellung der DV-Abteilung die Eigeninitiative der Fachabteilungen zu fördern und

- Geräte weitgehend auf die Problemstellung abzustimmen; dann ließen sich Fehlinvestitionen vermeiden.

Generell sieht Willms einen sinnvollen Einsatz von Mikrocomputern in folgenden Bereichen beziehungsweise für folgende Probleme:

- Realisierung von abgegrenzten einfachen Organisationseinheiten im Sinne von "Insellösungen";

- als Systemunterstützung bei zeitlich begrenzten Projekten;

- als "Vorabsystem" bis zur Fertigstellung von Programmen oder Systemen auf der Groß-EDV

- für die Lösung von Entscheidungsprozessen bei gezielten Analyseaufgaben.

Wie man vom Marken-Wildwuchs und sogenannten "Piratensystemen" zur gesteuerten Integration kommt, welche Konfliktpotentiale zu berücksichtigen sind, wie die DV-Abteilung vorgehen kann und soll, das erarbeitet unter anderem auch ein Symposium der CW-CSE mit internationalen Sprechern am 25. und 26. Januar 1984 in München.

Awusküfte: CW-CSE "PC und Groß-DV", Friedrichstraße 31, 8000 München 40, Telefon 089/3 81 72-1 69