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01.08.2005

Erste Betas von Windows Vista und IE 7 für XP sind da

Zunächst erhalten 10 000 ausgewählte Entwickler Zugriff auf die Testversion des kommenden Betriebssystems.

Microsoft hat am Donnerstag vergangener Woche für Entwickler und IT-Profis die ersten Betaversionen des kommenden Betriebssystems Windows Vista (bisheriger Code- name "Longhorn") und des Internet Explorer 7 in der separaten Ausführung veröffentlicht, die noch dieses Jahr für Windows XP erscheinen soll. Die Vista-Beta hatte der Redmonder Konzern eigentlich erst für den 3. August avisiert.

Vista geht zunächst an 10 000 ausgewählte Tester. Für zahlende Mitglieder des Microsoft Developer Network (MSDN) und der Technet-Community ist die Beta 1 ebenfalls in Kürze erhältlich, allerdings ohne den Support, den die offiziellen Tester bekommen.

Der allgemeinen Öffentlichkeit stellt Microsoft die erste Vorabversion nicht zur Verfügung, auch wenn sie in Bälde über Tauschnetze wie Bittorrent zu haben sein dürfte. Ein Grund dafür ist, dass viele der auf den Endnutzer zielenden neuen Features des kommenden Windows noch gar nicht integriert sind - zum Beispiel ein neues Release des Windows Media Player oder Unterstützung für Tablet- und Media-Center-PCs.

Für Developer und IT-Profis

Bereits zu sehen sind in der Beta 1 die neue Grafik-Engine "Avalon" oder systemweite Suchfunktionen und virtuelle Ordner (wie in Apples Mac OS X 10.4 "Tiger"). Ebenfalls integriert ist die "User Account Protection" mit dem neuen Kontentyp "Limited Account". Dieser ist mit seinen Rechten zwischen dem "Gast"-Zugang von Windows XP und dem Administratorenkonto angesiedelt, das unter Windows 2000 und XP viele Nutzer mehr oder weniger zwangsweise verwenden, um ihren Rechner sinnvoll bedienen zu können. Er soll unter anderem die Ausbreitung von Malware mit allzu vielen Rechten verhindern.

Diese Technik nutzt auch der neue Browser Internet Explorer 7 für einen "Protected Mode", der die Installation schädlichen Codes von besuchten Web-Seiten weitestgehend unterbinden soll. Wie andere moderne Browser enthält auch der neue IE Unterstützung für RSS-Feeds und beherrscht Tabbed Browsing, die Anzeige mehrerer Sites in einem Fenster mit Karteireitern. Die Firewall von Windows Vista prüft nun im Gegensatz zu Windows XP SP2 auch ausgehenden Traffic. Das Outbound-Scanning wird allerdings nur in Firmenversionen standardmäßig aktiviert.

Daneben wurden allerlei Grundlagen des Betriebssystems verbessert. Dazu gehören schnellerer und sicherer Systemstart beim Boot-Vorgang und der Rückkehr aus dem Standby-Modus, ein verbessertes Treiberdesign mit Benutzer- statt Kernel-Modus (damit ein Treiberabsturz nicht mehr das ganze System mitreißt) und ein Anti-Phishing-Filter. Dieser findet sich bisher nur in der IE7-Beta für Windows XP, aber noch nicht in der mit Vista gelieferten Vista-Variante.

Die Installation von Vista erfolgt imagebasierend, also aus einer großen Datei statt der bislang üblichen Vielzahl von kleineren. Systemverwalter können das Image einfach anpassen, indem sie neue Dateien zufügen. Admins dürften sich auch über das verbesserte Ereignisprotokoll freuen, in dem sich bestimmte Aufgaben (etwa eine Nachricht an den Administrator) festlegen lassen, sobald auf einem Rechner bestimmte Probleme auftreten.

Geringere Verwaltungskosten

Ein neuer Restart-Manager soll die Anzahl benötigter Neustarts nach Angaben des Herstellers um geschätzte 50 Prozent reduzieren. Vista enthält außerdem neue Werkzeuge für die Diagnose von und den Umgang mit Problemen wie dem Absturz bestimmter Systemdienste, Hardwarefehlern, Netzproblemen, langsamer Systemleistung und Ressourcenfraß.

Brad Goldberg, General Manager Windows Client, erwartet, dass die Erneuerungen am Fundament des Betriebssystems die Kosten für Nutzung und Verwaltung um 25 Prozent senken werden.

Die Vista-interessierte Öffentlichkeit muss sich noch bis zur Beta 2 gedulden, die Anfang 2006 erscheinen soll. (tc)