Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

01.12.1995

Erste Eindruecke von Approach 96 Lotus stattet Datenbank mit Entwicklungs-Funktionen aus

Von Michael Matzer*

Wie IBM im Juli bekanntgab, soll das Update der mit Lotus uebernommenen Datenbank "Approach" als Front-end fuer das eigene Client-Server-System "DB2" herhalten. Ob das neue Release aus technischer Sicht dieser strategischen Bedeutung gerecht wird, ist noch offen. Insbesondere im Zusammenspiel mit Notes unterstuetzt Approach 96 Arbeitsgruppen besser als die Vorgaengerversion und ist endlich auch mit "Lotus Script 3.0" zu programmieren.

Den groessten Nutzen aus den Verbesserungen in Approach 96 ziehen Teammitglieder und Datenbankentwickler. Arbeitsgruppen koennen wie bisher mit Hilfe der Powerkey-Technik auf Datenquellen wie SQL Server zugreifen, sei es direkt oder via ODBC-Treiber. Auffallend hierbei: Der Paradox-Treiber kommt nicht etwa von Borland, sondern von Microsoft.

Damit Anwender moeglichst schnell Ergebnisse erzielen, umfasst die neue Version zehn anpassbare Smartmaster-Vorlagen fuer komplexe Datenbanken, die im heimischen wie im beruflichen Umfeld einsetzbar sind. Die Vorlagen beinhalten bereits Layouts und relationale Verknuepfungen. Ein neuer Assistent fuehrt durch die einzelnen Schritte, die zum Erstellen und Speichern von komplexen Abfragen notwendig sind. Nun kann der Benutzer die "Top Ten" oder "Worst Ten" aus seinem Kunden-Pool herausfiltern oder Dubletten aufspueren. In Kreuztabellen und Geschaeftsgrafiken steht eine Drilldown-Funktion zur Verfuegung: Die einem Ergebnis zugrundeliegenden Daten lassen sich direkt sichten. Abfragen koennen inklusive der Ergebnisse gesichert und wiederverwendet werden.

Fuer den Zugriff auf SQL-Daten steht ein gesonderter Assistent bereit, der ermittelt, welche SQL-Tabellen, -Zeilen und -Spalten geladen werden. Zunaechst wird die Abfrage in natuerlicher Sprache formuliert, worauf das fertige Statement in SQL uebersetzt und ausgefuehrt wird. Die SQL-Routinen, die nun auch Oracles "SQL*NET 2.0" unterstuetzen, sollen laut Lotus mit erheblich mehr Performance ablaufen. Taucht am Server ein Problem auf, erscheinen dessen Nachrichten auch in Approach. Leider lassen sich nur solche SQL-Tabellen relational verknuepfen, die auf einem Oracle- oder MS- SQL-Server liegen - die Kompatibilitaet mit anderen Datenbanken geht derzeit noch nicht so weit. Das sollte sich aber bis zur Endversion noch aendern, zumal IBM ein Interesse daran haben duerfte, DB2 anzubinden.

Zur Aus- und Weitergabe von Abfrageergebnissen koennen Teamverantwortliche mit der Funktion "Teamsecurity" festlegen, wer was bekommt und wie er es bearbeiten darf. Mit der "Teammail"- Funktion lassen sich Berichte, Formulare, Arbeitsblaetter, Mailings und Kreuztabellen ueber jedes VIM- und MAPI-kompatible Mail-System weiterleiten.

Der Benutzer kann in Approach Arbeitsblaetter und Abfragen fuer Notes erzeugen, wobei die Notes-Daten automatisch aktualisiert werden. Die neue Funktion "Notesflow" startet die entsprechenden Befehle und Makros aus Approach-Anwendungen heraus, die in Notes 4.0 eingebettet sind. Hier greift Approach der Notes-Entwicklung etwas voraus: Notes 4.0 soll erst im Januar, einen Monat nach der Datenbank, auf den Markt kommen.

Die Programmierung von Approach erfolgt ueber die integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) des VBA-kompatiblen Lotus Script 3.0, deren Befehle in der allgegenwaertigen "Infobox" bereitstehen. Das Werkzeug umfasst einen Objekt-Browser, einen Debugger und einen Editor, der auch die Farbmarkierung beherrscht. Lotus Script unterstuetzt OLE 2.0, so dass sich Approach gleichermassen als OLE- Container und -Server einsetzen laesst. Eine flexiblere Anwendungsentwicklung ist nun auch durch die Moeglichkeit gewaehrleistet, OLE Custom Controls in die Werkzeugpalette einzubauen, so dass OCX-Komponenten von Drittanbietern verwendet werden koennen, etwa aus Visual Basic 4.0 (seit Oktober) oder Delphi 32 (ab der CeBIT 1996).

Nachholbedarf gegenueber Konkurrenzprodukten gibt es bei Approach 96 noch im Bereich der Datenreplikation: Im Gegensatz zu Microsofts "Access 7.0" fuehrt der einzige Weg, Daten zu replizieren, im Lotus-Update ueber Notes. Die Systemanforderungen mit 8 MB Arbeitsspeicher und rund 15 MB auf der Festplatte fallen bei Approach im Vergleich zu Borlands "Paradox 7" (30 MB) und Access 7 (bis zu 42 MB) allerdings recht bescheiden aus.

*Michael Matzer ist freier Fachjournalist in Herrsching bei Muenchen.