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01.09.1995

Erste Eindruecke von Corel Draw 6.0 Corel will auf Grafik-Office unter Windows 95 vorbereiten

01.09.1995

Von Michael Matzer*

Der Grafikallrounder "Corel Draw 6.0", in Kanada gerade vorgestellt, soll im November auch in Deutschland debuetieren. Die fuer Windows 95 entwickelte 32-Bit-Suite umfasst im wesentlichen vier Module sowie zahlreiche kleinere Utilities und Bonusdateien wie Videos und Schriften. Das DTP-Programm "Ventura" ist allerdings nicht mit von der Partie.

Das Upgrade von Corel Draw unterstuetzt Seitenformate bis zu 45 Quadratmeter Groesse (fuer Grundrissplaene) und eine Genauigkeit bis zu 0,1 Mikron. Zu den neuen Werkzeugen gehoeren Tools, um etwa symmetrische Polygone und mehrseitige Objekte zu erzeugen. Mit Messer und Radiergummi lassen sich Objekte in mehrere Teile aufspalten. Die Unterstuetzung der Seitenbeschreibungssprache Postscript (PS) wurde erweitert, was auch dringend noetig war. So kann der Benutzer nun PS- und EPS-Dateien oeffnen, bearbeiten wie auch PS- Fuellmuster vorab anschauen beziehungsweise eigene Linienlayouts erzeugen. Zum Datenaustausch wurden neben OLE-2.0-Funktionen (als Client und Server sowie fuer In-place-Activation und Automation) auch Schnittstellen zu E-Mail und Fax integriert.

Die Textfunktionen reichen an die von Programmen wie "Word" oder "Pagemaker" beinahe heran. So lassen sich etwa Initialen einfuegen und Buchstaben-Kerning durchfuehren. Weitere Features sind ein vollstaendiges Suchen und Ersetzen, Rechtschreibpruefung, Thesaurus, Grammatikpruefung und ein Tipp-Lernprogramm. Zur Druckausgabe bietet das Programm PS-Level 2 und Farbseparation an.

Mit "Photopaint" verfuegt die Grafiksuite ueber eine leistungsfaehige Mal- und Bildbearbeitungsapplikation. Der neue Befehlsrekorder, wie man ihn auch von Micrografx "Picture Publisher 5.0" kennt, erlaubt das Editieren von Befehlsfolgen und deren erneutes Abspielen. Mit Objektkontrollfunktionen lassen sich die Sichtbarkeit und das Erscheinungsbild von Objekten in einem Bild einstellen. Objekte kann der Benutzer gruppieren, aufsplitten oder verschmelzen. Der "Image Navigator" dient dem einfachen, aber effektiven Durchqueren eines gezoomten Bildes. Texturen werden mit Hilfe eines dafuer vorgesehenen Pinsels manipuliert. Zusaetzliche Features sind die Integration weiterer Filter, ueber die der Anwender Bilder aus Fremdanwendungen per Drag and drop in ein Corel-Dokument einbinden kann. Die Moeglichkeiten der Umwandlung in andere Farbmodelle wurden erweitert. Auch Video- und Animationsbilder lassen sich nun bildweise bearbeiten und wieder als Film speichern.

"Corel Presents" ist die Multimedia-faehige Geschaeftspraesentations- Komponente des Pakets: Die mit den anderen Corel-Anwendungen einheitliche Oberflaeche sowie diverse Assistenten und Tutoren verhelfen auch Einsteigern und Gelegenheitsbenutzern zu raschen Ergebnissen. Presents wird mit ueber 50 Schablonen, 1200 animierten Akteuren, 300 Hintergruenden, 70 Klaengen, 1000 Photos, 260 Animationen und zehn Videoclips geliefert. Als Werkzeug fuer Geschaeftsgrafiken dient die Engine von "Corel Chart" aus dem Vorgaenger-Release Corel Draw 5, waehrend die Akteure aus "Corel Move" stammen.

Die Leistungsklasse von Presents ist in etwa vergleichbar mit der von "MS-Powerpoint 4.0". Das Praesentationsmodul bietet zwar kein Autorensystem und keine Skriptsprache, Multimedia-Anwendungen lassen sich jedoch schnell erstellen und einsetzen.

Als vierten Baustein enthaelt die Corel-Suite die vom Macintosh auf Windows portierte Version des "Ray Dream Designer", nun als "Dream 3D" bezeichnet. Das Programm erlaubt, aehnlich wie etwa "3D-FX" des Herstellers Asymetrix, die Erstellung einer Illustration aus der Kombination von geometrischen Objekten vor einer Szene.

Zusaetzlich zu den gelieferten 3D-Clipart-Objekten kann der Benutzer eigene Objekte mit dem Freiform-Modellierer sowie dem Textwerkzeug erzeugen. Dreidimensionaler Text laesst sich noch entsprechend aufwerten: Mit Hilfe von Beleuchtung, Schattierung und perspektivisch angeordneten Kameras kann eine dreidimensionale Szene auf Wunsch in Bewegung versetzt werden. Das Programm berechnet die Szene und speichert sie als zweidimensionales Bild, das sich wiederum mit gescannten oder Photo-CD-Bildern in Photopaint verschmelzen laesst. Die verbreitetsten Bildformate wie etwa das des Industriestandards Adobe Photoshop werden unterstuetzt. Den Zielmarkt fuer dieses Tool sieht Corel bei (Multimedia-)Kuenstlern und technischen Illustratoren.

Zu der Utility-Sammlung gehoert auch das Entwicklungswerkzeug "Script", eine OLE-2.0-Programmiersprache, mit der sich weitere Add-ons fuer Corel Draw 6 schreiben lassen. Ueber den "Dialog Editor" kann der erfahrenere Anwender mit Hilfe von Script Dialoge erstellen.

Preise und Voraussetzungen

Die Vollversion von Corel Draw 6 soll rund 1000 Mark, das Upgrade von Version 5 etwa 500 Mark kosten (nur CD-ROM-Versionen, die Diskettenausfuehrungen sind zwischen 200 und 250 Mark teurer). Die deutsche Version ist voraussichtlich ab November verfuegbar. Corel Ventura ist nicht in der neuen Grafiksuite enthalten, sondern wird in einer englischen Version 6.0 im Dezember 1995 erscheinen. Photopaint 6 soll es auch als "Single-Auskopplung" ab Oktober geben.

Die von Corel empfohlene Mindestsystemkonfiguration besteht aus einem 486DX2/66, 16 MB RAM, CD-ROM-Laufwerk, Maus oder Grafiktablett, VGA-Grafikkarte (800 x 600 bei 256 Farben), Windows 95 oder Windows NT.

*Michael Matzer ist freier Fachjournalist in Herrsching bei Muenchen.