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Erste Eindruecke von RAD Pack Utilities erweitern Funktionen von Borlands Delphi-Umgebung

22.09.1995

Von Dietmar Nentwig

Fuer die Erstellung von Windows-Applikationen stellt Borland die visuellen Entwicklungswerkzeuge "Delphi" beziehungsweise "Delphi Client/Server" her. Auf Basis einer objektorientierten Version der Programmiersprache Pascal lassen sich sowohl lokale Windows- wie auch verteilte Client-Server-Anwendungen im Netz realisieren. Mit dem "RAD Pack" steht jetzt eine Zusammenstellung verschiedener Utilities und Tools als Ergaenzung zu dieser Entwicklungsumgebung zur Verfuegung.

Delphi verknuepft unterschiedliche Methoden und Konzepte fuer die Software-Entwicklung in einem Tool. Neben einer objektorientierten Architektur auf Komponentenbasis, den Vorteilen des Rapid Application Development (RAD) und einer skalierbaren Datenbanktechnologie ist ein schnell uebersetzender Native-Code- Compiler enthalten. Die Uebersetzungsleistung betraegt etwa 350000 Zeilen Programmcode pro Minute auf einem Rechner mit 90-MHz- Pentium-Prozessor.

Borlands "RAD Pack" ist als Ergaenzung zu dieser visuellen Entwicklungsumgebung gedacht. Das Ziel ist dabei eine effizientere und kostenguenstigere Applikationserstellung - die Dauer der Programmier- und Testphase soll also gesenkt werden. Das RAD Pack enthaelt neben Sourcen und Programmen auf CD-ROM auch gedruckte Handbuecher: So ist im "Delphi Language Reference Guide" eine komplette Beschreibung von Object Pascal, der Entwicklungssprache von Delphi, zu finden.

Herzstueck ist das Visual Solutions Pack

Sie enthaelt neben der formalen Definition der Programmiersprache viele technische und praktische Hinweise, etwa ueber Speicherverwaltung und -zugriffe in Object Pascal, Anwendungs- Tuning, Aufrufkonventionen oder Realisierung der automatischen Code-Optimierung. Ausserdem ist fuer einen effizienten Einsatz der im "Visual Solutions Pack" (VSP) integrierten Funktionen ein umfangreiches Handbuch mit den Beschreibungen der verfuegbaren VBX- Controls enthalten.

Dieses Visual Solutions Pack nimmt die zentrale Stelle im RAD Pack ein. Seine Zielrichtung ist die Bereitstellung verschiedener vorgefertigter Module, die in andere Anwendungen eingebunden werden koennen. Die Module lassen sich in jeder Umgebung einsetzen, die den Gebrauch von VBX-Custom-Controls erlaubt. Die inhaltliche Zusammenstellung des Visual Solutions Pack erfolgt dabei nach praxisorientierten Gesichtspunkten.

So ist zuallererst die integrierte Textverarbeitung zu nennen, die neben Funktionen zur Darstellung und Formatierung von Text, zur Auswahl von Zeichensaetzen und Zeichengroessen oder zum Ansteuern eines Druckers auch die Moeglichkeit fuer den Import und Export von Textdateien im RTF-Format besitzt.

In einigen Anwendungen ist es erforderlich, die Option zur Generierung, Benutzung, Analyse und Manipulation von Spreadsheet- Informationen einzubinden. Diese Funktionen bietet RAD Pack in einem zu Excel 4.0 kompatiblen Tabellenkalkulationssystem als VBX- Controls an. Gleichzeitig koennen Daten direkt aus Excel- oder Access- Datenbanken gelesen und benutzt werden. Bezueglich der Integration von Windows-typischen Datenbanken wie Access, Foxpro oder Paradox in Delphi-Applikationen kann der Entwickler von Datenbank-Front-ends auf das ODBC-Konzept (Open Database Connectivity) zurueckgreifen. Fuer die Formulierung der Datenbankabfragen sind entsprechende VBX-Controls integriert.

Weiterhin stehen verschiedene Hilfsmittel - ebenfalls als VBX- Controls - fuer die Implementierung von Verfahren und Mechanismen der asynchronen Kommunikation zur Verfuegung, beispielsweise die Spezifikation eines Kommunikationsports, eine TTY- beziehungsweise ANSI-Terminalemulation, Autoreceive- und Autosend-Funktionen, das Xmodem-Transferprotokoll sowie Download- und Upload-Funktionen fuer den Dateitransfer.

Darueber hinaus kann man auf eine Zusammenstellung unterschiedlicher Buttons, Symbole und Animationen sowie auf verschiedene Features zur Darstellung und Manipulation von Bitmap- Dateien zurueckgreifen. VBX-Controls erlauben dem RAD-Pack- Benutzer, einen grafikorientierten Editor in seine Applikationen einzubinden, der die ueblichen Bildbearbeitungsfunktionen wie Laden und Speichern in verschiedenen Formaten, Zoomen und Scrollen unterstuetzt. Auch bereits vorhandene Daten lassen sich mit Hilfe von ueber 30 Darstellungskategorien - inklusive geeigneter Linien, Raster und Fuellmuster - grafisch aufbereiten, beispielsweise ueber zwei- oder dreidimensionale Tortendiagramme, Graphen oder Histogramme.

Weiterhin gibt es im RAD Pack die "Visual Component Library" (VCL), die den Quellcode von rund 70 Delphi-Komponenten umfasst. So ist es Kunden und Entwicklern moeglich, spezifische Aenderungen oder Anpassungen an Delphi-Funktionen vorzunehmen.

Im "Turbo Debugger fuer Windows" (TDW), der zur Analyse von Programmen dient, die unter Windows 3.x entwickelt wurden, sind Utilities und Online-Hilfen enthalten. Darueber hinaus ist auch das Aendern von Variablenwerten und Datenstrukturen sowie das Verfolgen objektorientierter Ablaeufe moeglich.

Mit Hilfe des "Tools Resource Workshop" (TRW) wird auf Windows- spezifische Ressourcen wie Bitmaps, Icons, Dialoge, Stringtables oder Menues zurueckgegriffen, die sich im Bedarfsfall auch veraendern lassen. In unmittelbarer Verbindung zu TRW steht der Resource Expert (RE). Dieses Utility dient zur Konvertierung beliebiger Resource-Scripts wie Menues oder Dialoge (beispielsweise aus dem Tools Resource Workshop oder dem Microsoft Application Studio) in ein Format, das unter der Delphi-Entwicklungsumgebung benutzbar ist.

Zusammenfassend gesehen, erhaelt der Delphi-Anwendungsentwickler mit dem RAD Pack viele nuetzliche Ergaenzungen. Gerade durch die zahlreichen VBX-Controls laesst sich die Software-Entwicklung effizienter gestalten. Eine Portierung von Delphi-Applikationen fuer Windows 3.1 auf 32-Bit-Umgebungen wie Windows 95 oder NT ist moeglich.

*Dr. Dietmar Nentwig ist freier Fachjournalist in Dortmund.