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27.06.2003 - 

Börsengänge werden langsam wieder interessant

Erste IT-Firmen wagen den Sprung

MÜNCHEN (CW) - Die ersten Hightech-Unternehmen wagen wieder den Gang an die Börse. Anders als vor vier Jahren, als im Wochentakt neue Unternehmen an den Kapitalmärkten emittierten, müssen die Newcomer jetzt mit harten Fakten überzeugen.

"Gute Nachrichten für IPO-willige Unternehmen", zitiert die "Financial Times Deutschland" Tom Taulli, Wirtschaftsprofessor an der University of Southern California. "Der IPO-Markt dürfte die Talsohle durchschritten haben." Experten zufolge neigt sich die seit 28 Jahren längste Ruhephase des Marktes für Neuemissionen ihrem Ende zu - vorausgesetzt, die lang ersehnte Erholung der Wirtschaft stellt sich ein.

So brachte allein die Ankündigung von zwei schwergewichtigen Börsengängen die trägen japanischen Aktienmärkte in der vergangenen Woche auf Trab: Der Druckerhersteller Seiko Epson hofft, beim Börsengang am 24. Juni bis zu 960 Millionen Euro zu erzielen. Bis Redaktionsschluss (23. Juni) hatte das Papier bereits viele Interessenten - vor allem ausländische Investoren - angelockt und war Medienberichten zufolge zehn- bis 15-fach überzeichnet. Bis zu 50,8 Millionen Anteile plante der Marktführer bei Tintenstrahldruckern an die Börse zu bringen, 40 Millionen davon sind neue Aktien. Die Emission gilt als die größte des Jahres in Japan.

NEC Electronics hat es mit der Kapitalbeschaffung nicht ganz so eilig. Die Anfang November 2002 ausgegliederte Halbleitertochter des Elektronikkonzerns NEC will frühestens ab dem 24. Juli 23,5 Millionen frische Aktien zu einem Bezugspreis von umgerechnet rund 27,4 Euro verkaufen. Die Konzernmutter hält 10,5 Millionen weitere Anteile bereit. Kommt es - wie erwartet - ebenfalls zu einer Überzeichnung des Angebots, will NEC zusätzliche drei Millionen Anteilscheine ausgeben. Der IPO (Initial Public Offering) soll dem Chiphersteller annähernd 632 Millionen Euro einbringen, die das Unternehmen zum Großteil für Investitionen und die Einführung neuer Techniken, etwa die Umstellung der Produktion auf 300-Millimeter-Chips, verwenden will.

Signalwirkung für die internationalen Kapitalmärkte könnten die ersten Aktivitäten an den US-amerikanischen Börsen gehabt haben. Den Anfang machte der Festplattenhersteller Seagate im Oktober vergangenen Jahres mit seinem als sehr ambitioniert bewerteten Gang an die Börse. Damals musste das Unternehmen seine Erwartungen noch drosseln und senkte kurz vor der Ausgabe den Emissisonspreis von 14 auf elf Dollar. Zwischenzeitlich auf rund sieben Dollar gefallen, kletterte der Titel seit Mai deutlich nach oben und bewegt sich seit einigen Wochen bei mehr als 15 Dollar.

Profitabilität entscheidet

Wesentlich erfolgreicher verlief bereits der Börsengang des Chipspezialisten Formfactor, der am 12. Juni an der Nasdaq debüttierte. Der Aktienkurs stieg schon am ersten Handelstag um 25 Prozent über den Ausgabepreis von 17,25 Dollar, stürzte danach ab und stabilisiert sich seitdem in einer Spanne zwischen 17,7 und 17,75 Dollar. Mit einem Erlös von 84 Millionen Dollar galt der Börsenneuling nicht unbedingt als Schwergewicht unter den Emittenten, entscheidend ist jedoch das Signal, dass Investoren offenbar wieder Vertrauen in den IT-Sektor fassen.

"Es war die Profitabilität von Formfactor, die die Investoren zur Zeichnung bewegte", kommentierte David Menlow, President von IPOfinancial.com, den Erfolg. Denn im Vergleich zu den Boomjahren 1998/99 haben sich die Erfolgsbedingungen für ein IPO klar verschoben. Galt damals vor allem die Wachstumsfantasie als entscheidendes Erfolgskriterium für den Börsengang, so sind es heute harte Faktoren, die die Anleger überzeugen. Ohne eine bereits vorhandene Kundenbasis, wachsenden Umsatz und positive Ergebnisse wird sich niemand mehr zu einem Engagement überreden lassen. (rs/mb)