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30.07.1993

Erste Messfahrten in Suedbayern abgeschlossen VAM will D-Netz-Qualitaet auf Herz und Nieren pruefen

MUENCHEN (CW) - Mehr Transparenz im digitalen Mobilfunk hat sich der Verband der Anbieter von Mobilfunk-Diensten (VAM) auf seine Fahnen geschrieben. Die Organisation, in der sich zehn deutsche Service-Provider zusammengeschlossen haben, will als "neutrale Instanz" mit entsprechenden Messungen die Netzqualitaet sowohl des D1- als auch des D2-Netzes pruefen. Die Messfahrten werden, wie der VAM nun mitteilte, mit einer Streckenlaenge von jeweils 500 bis 800 Kilometern einmal pro Monat vom Rheinisch-Westfaelischen TUEV durchgefuehrt. Dabei soll sich die Qualitaetspruefung an den Beduerfnissen der Mobilfunk-Kunden orientieren, die vor allem auch waehrend der Fahrt stoerungsfrei telefonieren wollen. Die Untersuchung konzentriert sich daher auf die statistische Haeufigkeit der unerwuenschten Gespraechsabbrueche - sowohl bei Dauergespraechen wie auch bei einer vorgegebenen Sprechzeit von drei Minuten.

Der Abbruch von Telefonaten in Mobilfunk-Netzen ist, so der VAM, an sich nichts Ungewoehnliches, da die Funkkommunikation durch eine Reihe von Einflussfaktoren wie etwa topographisch bedingten "Funkmloechern" gestoert werden koenne. Die Uebertragungsstrecke vom Mobiltelefon zur sogenannten Funkfeststation sei daher weniger stabil als das normale Telefonnetz. Insgesamt werden nach Angaben der organisierten Service-Provider bis Ende 1994 fuer das D1- und D2-Netz jeweils etwa 3000 bis 4000 solcher Funkfeststationen aufgebaut - was einer Flaechenversorgung von rund 90 Prozent entspraeche.

Beide Betreiber veroeffentlichen zwar Karten ueber das Versorgungsgebiet ihrer Netze, die jedoch nach Ansicht des VAM im wesentlichen auf theoretischen Ausbreitungsmodellen basieren und ueber die praktische Verfuegbarkeit von Funkwellen wenig aussagen. Abhilfe schaffen sollen nun die durch Messfahrten ermittelten Pruefdaten, wobei erste Werte aus einer Anfang Juni im suedbayerischen Raum vorgenommenen Untersuchung bereits vorliegen.

Sie spiegeln, so der VAM, deutlich die unterschiedliche Netzphilosophie beider Betreiber wider. Wie von Insidern schon haeufiger moniert, versorge die Deutsche Bundespost Telekom mit ihren Zellen deutlich groessere Gebiete; die Versorgung in der Flaeche sei daher beim D1-Netz besser als beim D2-Netz von Mannesmann. Allerdings lasse sich, wie auch die VAM-Experten betonen, eine groessere Zelle in der Funkversorgung weniger gut an die Topographie des Gelaendes anpassen. Konsequenz: Die Uebertragungsqualitaet erscheint weniger stabil. Anders bei D2: Das Mannesmann-Netz war in der Flaeche des Untersuchungsgebietes deutlich schlechter versorgt, gleichzeitig jedoch innerhalb der jeweiligen Zelle im Vergleich zu D1 besser ausgeleuchtet.