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21.10.1994

Erste Schritte auf Microsoft zu Texas Instruments trimmt seine Tools auf Client-Server-Format

MUENCHEN (CW) - Texas Instruments (TI) praesentiert seine modellbasierte Entwicklungsumgebung "Information Engineering Facility" (IEF) in neuem Outfit und unter neuem Namen. Der Hersteller von Halbleitern und elektronischen Waffensystemen verpasste dem Software-Tool eine grafische Oberflaeche und die Bezeichnung "Composer". Mit diesen und anderen Massnahmen versucht er, endgueltig das Mainframe-Image loszuwerden.

"Das gesamte Softwaresegment arbeitet nicht so profitabel, wie es eigentlich sollte", raeumte William Hayes gegenueber dem "Wall Street Journal" ein. Der 50jaehrige Hayes leitet die Softwaresektion von TI seit dem Fruehjahr dieses Jahres, als der vorherige Chef, John White, im Alter von 55 in Rente ging. Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Mannes bestand darin, einige der Peripherie-Produkte zu verkaufen, um sich ganz auf die IEF- Tools zu konzentrieren.

Vor rund einem Jahr erfolgte der Versuch, IEF im Client-Server- Umfeld zu positionieren. Doch amerikanische Analysten kamen uebereinstimmend zu dem Schluss, dass die Werkzeuge dessenungeachtet unflexibel sind und nur fuer den Einsatz in konservativen Mainframe-Unternehmen taugen. Wie schwer es sein kann, sich von einer solchen Einschaetzung zu befreien, erlaeutert die CW- Schwesterpublikation "Computerworld" am Beispiel des Schiffbruchs, den Knowledgeware derzeit erleidet. Das Unternehmen wird vermutlich noch diesen Monat von der Sterling Software Inc. uebernommen. Zugleich fuehrt die Publikation jedoch Analysten ins Feld, die die Richtung, in die sich nun TI mit seinen Entwicklungs-Tools bewegt, positiv bewerten.

Noch in diesem Jahr soll die IT-Umgebung Composer in einer Version fuer NT-Workstations und fuer das Server-Betriebssystem Windows NT 3.5 auf den Markt kommen. Eine Einzelplatzausfuehrung wird rund 11 000 Dollar kosten, NT- und Unix-Server-Varianten liegen bei etwa 20 000 Dollar. Derzeit unterstuetzen die Werkzeuge neben IBM MVS, VM und VMS auch Tandem Nonstop Kernel, Tandem NonstopUC, Tandem Integrity, HP-UX, IBM AIX, Sun Solaris, Sequent Dynix/ptx, Pyramid DC/OSx, Sinix, AT&T GIS SVR4, Windows 3.1 und OS/2.

Die Umgebung basiert auf einem Repository, in dem das Applikationsdesign sowie die -struktur hinterlegt werden koennen. Composer fuer NT ist daher, so meldet die CW-Schwesterpublikation "Infoworld", nur der erste Schritt in der Zusammenarbeit mit Microsoft. Geplant haben die beiden Firmen ein Repository, das Object Linking and Embedding (OLE) und den SQL Server mit den TI- Entwicklungswerkzeugen verbinden soll. Ein Auslieferungsdatum fuer das als "Raven" betitelte Projekt legten die beiden Firmen nicht fest.

Zusaetzlich soll Composer auch den Transaktionsmonitor "Tuxedo" von Novell unterstuetzen. TI plant darueber hinaus ein Bundle mit einer Netz-Middleware von Peerlogic Pipes Inc., San Franzisko.

Trotzdem setzt offenbar nicht jeder auf eine glanzvolle Zukunft des Unternehmens als Softwarelieferant: "TI sollte das ganze Zeug abschreiben", zitiert das Wirtschaftsmagazin William Mitton, Analyst bei Brown Brothers in New York. "Nichts davon ist etwas wert."