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23.05.1997 - 

TÜV und TCO schneller als der Blaue Engel (Teil 2 und Schluß)

Erste Umweltkriterien für Notebooks und LC-Displays entwickelt

Die TCO gab Ergänzungen für tragbare Computer und LC-Monitore zum Umweltzeichen TCO 95 heraus, die bislang für stationäre PCs, Bildschirme und Tastaturen galten. Bedeutung erlangt hat dieses Label aber bislang nur auf dem Monitormarkt. Der TÜV stellte eine Neuauflage seines Umweltlabels ECO-Kreis vor, nach dem nun auch Notebooks und Flachbildschirme geprüft werden können. Bislang reagiert die Branche allerdings eher vorsichtig auf den Vorstoß der beiden Organisationen. Ein Grund dafür dürfte sein, daß ein Blauer Engel für Notebooks noch auf sich warten läßt.

Bekannt, aber fraglich

Peter Cossé, hauptverantwortlicher Umweltschutz-Manager bei Toshiba, betont die Unabhängigkeit des blau-weißen Umweltlogos von kommerziellen Interessen. "Außerdem ist der Blaue Engel durch Vorläufer bei den Kopierern und Arbeitsplatzcomputern international bereits bestens bekannt. Auch in Japan hat dieses Umweltzeichen einen hohen Stellenwert."

Dabei bleibt es fraglich, ob ein Blauer Engel für Notebooks wesentlich anders aussehen wird als der ECO-Kreis des TÜV Rheinland. Beide Signets sind sich bei den Geräteanforderungen sehr ähnlich. Fast alle Kriterien, die zur Zeit für PCs gelten, beziehen sich beim ECO-Kreis auch auf die Notebooks.

Hartmut Woerrlein, Produkt-Manager für Notebooks bei Compaq Deutschland, begrüßt die Entwicklung: "Wir werden mit zu den ersten gehören, die ein Notebook nach TCO 95 zertifizieren", kündigt er an. Woerrlein glaubt allerdings, daß die Kriterien des TÜV-ECO-Kreis verbindlicher definiert sind als die der TCO. Compaq ist mit seinem Umweltengagement übrigens der einzige unter den fünf führenden Anbietern von tragbaren Rechnern in Deutschland, der sich zur Zeit derart konkret äußert.

Das liegt nicht zuletzt daran, daß die meisten Hersteller von ihren Teilelieferanten abhängen. "Wir beobachten die Entwicklung sehr interessiert", erläutert Produkt-Manager Robert Sturm aus Siemens-Nixdorfs Notebook-Division die Situation, "aber bei den LC-Monitoren sind wir auf unsere Zulieferer angewiesen." Ein weiteres problematisches TCO-Kriterium ist die geforderte Strahlungsarmut. Reinhard Höhn, Beauftragter für Produktumweltfragen bei IBM Deutschland: "TCO empfiehlt die TCO-Grenzwerte und Meßmethoden nach MPR II. Diese Grenzwerte kann nach unserem Wissenstand nur einhalten, wer für den Stromanschluß einen AC-Adapter mit geerdetem Anschlußkabel verwendet." Nur IBM biete zur Zeit MPR-II-kompatible Notebooks an. Die TCO-Anforderungen für Strahlungsarmut könne heute noch gar kein Hersteller erfüllen.

Peter Cossé von Toshiba ist skeptisch, inwieweit die Notebook-Kunden überhaupt auf die Umweltverträglichkeit der Kleinrechner achten: "Anfragen dazu hat es an uns noch nicht gegeben. Außerdem haben Notebooks keine umweltbelastenden Verbrauchsmaterialien oder Emissionen, wie etwa Kopierer, deren Käufer wesentlich mehr für dieses Thema sensibilisiert sind."

* Stefan Eder ist freier Journalist in Bonn.