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11.05.2001 - 

Hypertransport versus 3GIO

Erster Chip für schnellen Bus schafft Fakten

MÜNCHEN (CW) - Im Rennen um die nächste Generation von Bussystemen hat das Lager AMD/Api Networks einen deutlichen Vorsprung vor den Bemühungen von Intel.

Mit der Vorstellung des Hypertransport-to-PCI-Chips "AP1011" hat Api Networks die Verfechter des Hypertransport-Bussystems ein gutes Stück nach vorne gebracht. Der Baustein verbindet Asics, Mikro- und Netzprozessoren, die mit dem Hypertransport-Bus arbeiten, mit PCI-basierten Komponenten und Peripheriegeräten. Neben AMD, Mitentwickler von Hypertransport, bieten Broadcom, PMC-Sierra, Nvidia und Sandcraft passende Chips an. Der AP1011 akzeptiert PCI-Busse mit 32 und 64 Bit Breite. Auch bei der Wahl der Bus-Taktraten besteht Freiheit: 25, 33, 50 und 66 Megahertz können eingestellt werden. Bis zu 15 ICs lassen sich kaskadieren, so dass sich schnelle Verbindungen zu mehreren PCI-Bussen realisieren lassen.

Hypertransport, früher unter dem Namen Lightning Data Transport (LDT) bekannt, soll das I/O-Verhalten zukünftiger PCs beschleunigen. Die Datenübertragungsrate erreicht 1 GB/s in beide Richtungen und ist damit etwa 60-mal schneller als der PCI-Bus. Neben PCs und Workstations sollen auch Internet-Router, optische Switches, Netzwerke und Vermittlungsstationen etwa für den Mobilfunk in den Genuss der schnellen Übertragung kommen. AMD und Api setzen dabei allerdings auf Kompatibilität zum PCI-Bus, um, wie es heißt, die Investitionen der Anwender zu schützen.

Demgegenüber hat Intel Anfang März eine noch nicht näher spezifizierte Gegeninitiative angekündigt, die derzeit noch unter dem alten Namen "3GIO" (Third Generation I/O) läuft. Im Gegensatz zu Hypertransport, das sich als Evolution versteht, plant Intel Revolutionäres: OEM-Hersteller müssten ihr gesamtes Design ändern, wenn sie 3GIO einsetzen wollen. Von den PC-Herstellern hat sich bislang Compaq als Mitentwickler bei Intel geoutet. Damit bahnt sich ein Kampf um das zukünftige Bussystem an. Scott King, bei Compaq für die Plattformentwicklung zuständig, beurteilt die Lage so: "Natürlich würden wir nur eine I/O-Architektur vorziehen, so dass die gesamte Industrie nicht zwei Infrastrukturen unterstützen müsste." Sein Kollege Charles Shaver könnte mit zwei verschiedenen I/O-Möglichkeiten leben, solange es sich nur um unterschiedliche Chips handelt, "aber wir wollen wirklich nur eine Art von Schnittstelle für Erweiterungskarten".

Zwar besteht die vage Möglichkeit, dass sich die beiden Erzrivalen Intel und AMD doch noch auf ein gemeinsames Vorgehen einigen werden. Als Vorbild könnte der andere Busstreit NGIO gegen Futur I/O dienen, wo sich die konkurrierenden Parteien auf Infiniband verständigen. Jetzt sollten die Rechnerhersteller versuchen Einfluss zu nehmen.