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Erster Entwurf der neuen GPL vorgelegt

16.01.2006
Die Diskussion um die künftige General Public License beginnt.

Am 16. Januar wurde der "First International Conference on GPLv3" am Massachusetts Institute of Technology in Boston die erste Diskussionsvorlage zur dritten Version der wichtigsten Lizenzform für Free- und Open-Source-Software übergeben. Die Free Software Foundation (FSF) startet damit die öffentliche Debatte um eine Nachfolgerin der seit 14 Jahren gültigen zweiten Version der GPL.

Der weitere Diskussionsprozess ist zwar gegliedert, aber keinem strikten Zeitrahmen unterworfen. So soll nach der ersten Diskussionsrunde ein zweiter Entwurf im Juni 2006 folgen. Falls der schon weitgehende Zustimmung findet, könnte die GPL 3 drei Monate später verabschiedet werden. Die FSF-Organisationsgruppe um Rechtsanwalt Eben Moglen geht aber eher davon aus, dass ein dritter Entwurf im Oktober vorliegt und die Verabschiedung der neuen Lizenz frühestens im Januar 2007 erfolgt.

Richard Stallman, Vater der General Public License und Vordenker der Bewegung für freie Software, erklärte in einem Interview mit "Cnet", es gelte, mit der GPL 3 vier Probleme der bisherigen Lizenz aus dem Wege zu räumen: Sie müsse erstens GPL-Projekte gegen "Piraten, die mit Patenten bewaffnet sind", schützen. So könnte Personen und Institutionen verboten werden, GPL-geschützte Software zu verwenden, wenn sie ihre Patente als rechtliche Mittel gegen GPL-Software nutzen. Zweitens gelte es, Regeln für die Verwendung von GPL-Software auf Geräten mit Einschränkungen durch Digital-Rights-Management einzuführen. Drittens müsse geklärt werden, wie GPL-Programme mit proprietären Services im Internet zusammenarbeiten dürfen. Das ist bisher eigentlich nicht möglich, wird aber allgemein praktiziert.

Viertens soll die neue GPL dazu beitragen, die Vielzahl der von ihr abgeleiteten Lizenzformen zu reduzieren. In diesem Kontext steht mit Beginn der Diskussion um die neue GPL auch gleich die Neuformulierung der Lesser General Public License (LGPL) an. Diese Lizenz sieht mehr Freiheiten für die Mischung von freier Software mit anderen Programmen vor, ohne die Offenlegung des kompletten Quellcodes zur Pflicht zu machen.

Die Free Software Foundation möchte die GPL mit der dritten Version an die Anforderungen neuer Techniken anpassen, ohne an den Prinzipien der Lizenz zu rühren. "Änderungen an der GPL dürfen nicht die zugrun- de liegende Bewegung für den freieren Austausch von Wissen untergraben", heißt es in ei- nem Background-Dokument der FSF zur Diskussion der GPL 3. Politische Prinzipien und Bedürfnisse der Bewegung ständen vor industriellen oder kommerziellen Interessen. Damit ist klar, dass Branchengrößen wie IBM, HP oder Novell und Red Hat nach Willen der FSF allenfalls marginalen Einfluss auf die Formulierungen der GPL 3 haben sollen. (ls)