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25.01.2002 - 

HP-Führung attackiert Walter Hewlett

Erster wichtiger Fondsvertreter befürwortet die Fusion

MÜNCHEN (CW) - Mit der Alliance Capital Management Holding L.P. hat sich der erste große institutionelle Anleger für die Fusion zwischen Hewlett-Packard (HP) und Compaq ausgesprochen. Ungefähr gleichzeitig versuchte die HP-Spitze, den Fusionsgegner Walter Hewlett als wirtschaftlich inkompetent zu diskreditieren.

Per 30. September 2001 hielt Alliance 21,3 Millionen HP-Aktien. Das entspricht etwas mehr als einem Prozent sämtlicher stimmrechtsverbundener HP-Wertpapiere. Alliance ist damit der zwölftgrößte institutionelle Inhaber von HP-Aktien, besitzt im Übrigen auch acht Millionen Compaq-Anteilscheine. Größter institutioneller Anleger ist nach einer Aufstellung von Thomas Financial, die das "Wall Street Journal" zitiert, Capital Research & Management. Dieses Fonds-Management-Unternehmen besitzt knapp 68,9 Millionen HP-Aktien. Die Barclays Bank auf Rang zwei hält 60 Millionen, gefolgt von der Bank of America mit 55 Millionen Anteilen. Der US-amerikanische Finanzdienstleister State Street folgt auf Platz vier mit 45,2 Millionen Aktien. Die State Farm Mutual Automobile Insurance Company verfügt über knapp 45,5 Millionen HP-Papiere.

Ungemach droht dem Zusammenschluss nicht nur aus den USA. Auch die Europäische Kommission kann die Fusion stoppen. Hierbei ist es egal, ob die beteiligten Unternehmen in Europa oder irgendwo sonst in der Welt mit ihrer Zentrale angesiedelt sind. Die wesentliche Frage ist, ob die vereinte Compaq-HP-Firma in einzelnen europäischen Zielmärkten eine dominierende Marktposition erlangt, die den Wettbewerb behindert. Zu denken wäre hierbei insbesondere an das PC-Geschäft, den Massenspeicherbereich, das Intel-Server-Segment und auch an das Geschäft mit Personal Digital Assistants (PDAs).

Dem Image insbesondere von HP dürfte derweil der eskalierende Schlagabtausch zwischen Fusionsbefürwortern und deren Antipoden unter Führung von Walter Hewlett nicht besonders zuträglich sein. Am vergangenen Freitag sandte HP einen Brief an seine rund 750 000 Aktionäre, um sie von den Vorteilen der geplanten Übernahme zu überzeugen. In dem Schreiben stellt der kalifornische IT-Konzern Walter Hewlett in ein schlechtes Licht und versucht indirekt, den Sohn von Firmengründer William Hewlett als inkompetent darzustellen. Wörtlich heißt es: "Walter Hewlett, einer der Erben von HP-Mitbegründer Bill Hewlett, ist ein Musiker und Akademiker, der dem Hewlett Family Trust und der Hewlett Foundation vorsteht. Obwohl er im HP-Verwaltungsrat sitzt, hat Walter niemals für das Unternehmen gearbeitet oder Management-Aufgaben übernommen." Seine Motive seien deshalb wahrscheinlich völlig anders gelagert als die der HP-Aktionäre.

Rob Enderle, Analyst bei der Marktforschungsgesellschaft Giga Information Group, erinnerte daran, dass HP den Gründersohn, der seit 1987 Verwaltungsratsmitglied des Unternehmens ist, auf der HP-Website ganz anders darstellt: Walter Hewlett wird dort als unabhängiger Softwareentwickler und Chairman der Vermont Telephone Company charakterisiert. (jm)