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22.07.1994

Erstmals wieder leichtes Plus bei Jobangeboten im IT-Bereich Software-Ingenieure profitieren von der Neuorientierung der DV

MUENCHEN/HAMBURG (CW) - Kleiner Lichtblick am Arbeitsmarkt fuer DV- Fach- und Fuehrungskraefte: Die Zahl der Jobangebote ist im zweiten Quartal gegenueber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um zwei Prozent gestiegen, wie EMC in seiner juengsten, von der CW in Auftrag gegebenen Auswertung der Inserate in 33 Tageszeitungen feststellt.

Die groessten Nachfrager nach DV-Know-how, naemlich die Org./DV- Berater, Software- und Systemhaeuser signalisierten mit einem Plus von 19 Prozent auch den groessten Bedarf. Damit konnten sie ihren Anteil auf ein Drittel der Stellenangebote fuer DV-Kernberufe und - Vertriebspositionen vergroessern. Gesucht wurden in erster Linie Verkaufsprofis (25 Prozent) sowie Software- und Systemingenieure (23 Prozent).

Zu den uebrigen Jobanbietern mit steigendem Bedarf an DV-Know-how zaehlen Dienstleister.

Dazu kommen Branchen, die sich in einem starken Umstrukturierungsprozess befinden.

Das gilt beispielsweise fuer das Transport- und Verkehrswesen, wo private Unternehmen die Aufgaben der ehemals staatlich gelenkten Betriebe uebernehmen, und fuer die Telekommunikationsunternehmen, die mit dem Ausbau des Mobilfunks voraussichtlich auf Jahre hinaus auf Erfolgskurs liegen.

Auch in der Elektrotechnik und vor allem der Informationstechnik und Buerokommunikation scheint der Abwaertskurs des vergangenen Jahres ueberwunden. Die meisten Offerten gelten hier allerdings dem Verkauf und Vertrieb. Ansonsten sind es vor allem Software- und Systemingenieure, die ueber Stellenanzeigen gesucht werden.

"Bei der Bewaeltigung zukuenftiger Herausforderungen sind nicht die reinen Techniker gefragt", erlaeutert Kai Juers von der Partner Consult GmbH, Hamburg. Benoetigt wuerden eher Generalisten, die zum Beispiel durch Analyse und Redesign von Geschaeftsprozessen den Informationsnutzen fuer ein Unternehmen sprunghaft steigerten.

Auch die chemische und Pharmaindustrie hat die Talsohle erreicht. Dass die Nachfrage nach DV-Spezialisten dennoch stagniert, haengt in dieser Branche wie im Maschinenbau mit einer konsequenten Rationalisierung zusammen, die auch vor dem Org./DV-Bereich nicht halt macht.

"Mich ueberrascht", so Juers,

"dass Banken und Versicherungen Personal reduzieren." Die Finanzdienstleister wichen auf externe Beratung aus. Die Wettbewerbssituation zwinge sie, einen Wandel in der Informationsverarbeitung einzuleiten, zum Beispiel durch Integration und Zusammenarbeit der Finanzverbundsunternehmen. "Das erfordert eine strategische Ausrichtung und professionelle Umsetzung, beginnend bei der flexiblen Produktidee in der Allfinanz bis zur massgeschneider-

ten Informationsbereitstellung", weiss Juers.

Dabei koenne Standardsoftware nur selten zum Zuge kommen. Zwar erlebe das Geschaeft mit ihr einen Hoehenflug, "es liegt aber nahe, dass essentielle Vorspruenge schwinden, wenn alle das gleiche haben", so der Hamburger Berater. Den Unternehmen werde diese Entwicklung allmaehlich bewusst. Die Entscheidung muesse heissen: Standard fuer Standardprozesse, jedoch Individualentwicklung fuer das Kerngeschaeft, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen oder zu erhalten.

Laut EMC stellen die Textilbranche und der Staat die wenigsten Datenverarbeiter ein. Erstere kaempft seit Jahren mit strukturellen Problemen, die aufgrund der internationalen Konkurrenz zur Schrumpfung gezwungen ist, und bei den Behoerden regiert der Rotstift.