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05.01.1978 - 

ZMD entwickelt Anforderungsprofil für lnformations-Retrieval-Systeme

Erträglicher Aufwand für die Maximalliste des Machbaren

FRANKFURT - Ein Information-Retrieval-System sollte Funktionen zum Wörterbucheinblick, zur Selektion von potentiellen Suchbegriffen, zur Wörterbuchsuche, zur sequentiellen Suche in der Textdatei sowie zur Benutzung von Retrieval-Hilfsdateien enthalten. Darüber hinaus sind aus Benutzersicht organisatorische Dialogfunktionen wie

Benutzungseinschränkungen, Benutzungsunterstützung, mögliche Retrievalsystemerweiterungen sowie eine komfortable Terminalausstattung zu fordern. - Zu diesen Ergebnissen kommt die Zentralstelle für maschinelle Dokumentation (ZMD) in einem jetzt vorgelegten umfangreichen Funktionskatalog über "Benutzungsseitige Anforderungen an Informations-Retrieval-Systeme".

Ausgehend von der Erfahrung, "daß die zur Zeit im praktischen Einsatz befindlichen Retrievalsysteme nicht alle Anforderungen erfüllen", hat die ZMD "aus der Sicht des Retrievalfachmannes" diese Liste von Eigenschaften eines Retrievalsystems zusammengestellt, "wie man es insbesondere im Bereich von Information- und Dokumentation (I u D) für die Zwecke der Literaturdokumentation benötigt". Die Frankfurter Dokumentationsspezialisten wollen ihren Katalog als eine "Maximalliste des Machbaren" verstanden wissen, deren DV-technische Realisierung allerdings "mit erträglichem Aufwand" möglich sei. Der ZMD-Arbeitskreis setzte vor der Formulierung von Forderungen folgende Prämissen voraus:

- Retrievalsysteme, müssen zur Anpassung an den neuesten Stand der Technik, aber auch für die Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten sowie für Anwendungen im Bereich von Forschung und Entwicklung ausbaufähig sein.

- Um die Möglichkeiten eines Retrievalsystems voll ausschöpfen zu können, muß dem "Retriever" die notwendige Hardware, das heißt, ein Terminal einschließlich Bildschirm und Protokolldrucker, zur Verfügung stehen.

- Ein Retrievalsystem muß grundsätzlich für Retrieval mit (manuell oder maschinell) indexiertem Material ("Deskriptor-Retrieval") wie mit nicht indexiertem "freiem" Wortmaterial ("Freitext-Retrieval") geeignet sein.

- Ein universelles Retrievalsystem muß "abmagerungsfähig" sein, das heißt, es müssen Funktionen, die in bestimmten Anwendungsfällen mit Sicherheit nicht benötigt werden, bei der Implementierung des Retrievalsystems weggelassen werden können, ohne daß hierdurch die Funktionsfähigkeit des Retrievalsystems beeinträchtigt wird.

- Die Kommandosprache eines Retrievalsystems muß, insbesondere mit Rücksicht auf den Anschluß von Terminals verschiedener Hersteller und die Verwendung unterschiedlicher Retrievalsysteme in Informationsnetzen, vereinheitlicht werden.

- Ein Retrievalsystem muß von mehreren "Retrievern" gleichzeitig benutzt werden können.

- Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit muß folgendes berücksichtigt werden:

- Dem "Retriever" muß das Arbeiten mit dem Retrievalsystem soweit wie möglich erleichtert werden, damit er seine Recherchen so schnell und so effizient wie möglich durchfuhren kann.

- Das Retrievalsystem muß in der Lage sein, Aufträge des Retrievers soweit wie möglich zu optimieren.

- Der Betrieb eines Retrievalsystems soll von einem erfahrenen Fachmann (Retrievalaufsicht) überwacht und beeinflußt werden können.

- Ein Dialog-Retrievalsystem ist so zu konzipieren, daß aus der Sicht des Retrievers folgende Funktionsgruppen zur Verfügung stehen:

- Wörterbucheinblick und Selektion potentieller Suchbegriffe

- Frageformulierung und Wörterbuchsuche

- Ausgabe gefundener Dokumente

- Retriever-Unterstützung

Aufbauend auf diesen Grundvoraussetzungen und unter dem Gesichtspunkt, "einem Optimum an Effizienz und Benutzungsfreundlichkeit so nahe wie möglich zu kommen", haben die ZMDler ihren Anforderungs-Katalog zusammengestellt. Kern der umfangreichen Liste sind Dialogfunktionen, die einerseits organisatorische Voraussetzungen wie die Zulassungsprozedur zum Retrievalsystem schaffen sollen und andererseits eigentliche Retrievalprozeduren zur Verfügung stellen sollen. Im wesentlichen werden aufgezählt:

Organisatorische Dialogfunktionen:

- Kennzeichnung der Verfügbarkeit des Retrievalsystems

- Zulassung zur Benutzung des Retrievalsystems

- Einschränkungen bei der Benutzung des Retrievalsystems

- Datenbankwahl

- Datenbankwechsel

- Beendigung des Datenzugriffs

- Nachrichtenübermittlung zwischen Retrievalaufsicht und Retriever

Retrievalfunktionen:

- Wörterbucheinblick

- Selektion von potentiellen Suchbegriffen

- Wörterbuchsuche

- Sequentielle Suche in der Textdatei

- Benutzung von Retrieval-Hilfsdateien

In weiteren Abschnitten des Funktionen-Katalogs wird auf erforderliche beziehungsweise wünschenswerte Ausgabemöglichkeiten, Benutzungsunterstützungen sowie Schnittstellen für die Erweiterung des Retrievalsystems eingegangen. Dort wird beispielsweise gefordert, daß ein Retrievalsystem neben dem obligatorischen Bildschirmterminal mit Protokolldrucker weitere Ausgabemöglichkeiten über Schnelldrucker oder auf externe Datenträger wie Magnetband/-platte ermöglichen sollte.

Information: Zentralstelle für maschinelle Dokumentation (ZMD), 6000 Frankfurt/Main 71, Postfach 710 370.