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06.11.1992

Erwartungen und Versprechungen

Mehr als zwei Fünftel der Anwender von IBM-Mainframes entwickeln ihre Anwendungen, so schrieb die Düsseldorfer "Wirtschaftwoche" in der Ausgabe vom 23. Oktober 1992, noch mit Cobol, wobei sie gerade von der 74er- auf die 85er-Version der Programmiersprache wechselten. Mit einem flächendeckenden Einsatz objektorientierter Sprachen sei deshalb kaum vor der Jahrtausendwende zu rechnen.

Mitte 1989 kündigte die Software AG ein objektorientiertes Datenbank-Management-System an und stellte dabei die relationale Technik als Holzweg an den Pranger. Ende vergangenen Jahres erwarb dasselbe Unternehmen mit der Nixdorf-Entwicklung DDB/4 ein relationales DBMS-Produkt. Offenbar wollen auch die Software AG-Kunden erst einmal den Stand der Technik erreichen, der für die Branchenauguren bereits Geschichte ist.

Diese beiden Beispiele sagen viel über den Zustand der DV-Abteilungen aus, aber wenig über die Erwartungen der Anwender. Seminare zum Thema Objektorientierung (OO) erfreuen sich nämlich nach wie vor eines großen Publikumsinteresses, während andere Veranstaltungen immer häufiger wegen zu geringer Teilnehmerzahlen ins Wasser fallen. Zudem hat sich das Schlagwort OO, an der Marketing-Front als ein treffsicheres Geschütz erwiesen, das die Anbieter folglich bei jeder Gelegenheit auffahren. (Vgl. den Gastkommentar von Michael Peltzer in dieser Ausgabe auf Seite 8 sowie den nebenstehenden Artikel von Harry Sneed.)

Dabei macht die Diskussion um die Objektorientierung vor allem eines deutlich: Es gibt einen wachsenden Leidensdruck bei den Anwendern. Seine Ursachen liegen sicher nicht zuletzt in den inkompatiblen Rechnerwelten und dem überproportionalen Aufwand für die Softwarewartung. Und hier offeriert der objektorientierte Ansatz - wo er mehr ist als ein Marketing-Slogan - plausible Lösungsvorschläge. (Vgl. hierzu auch das Interview mit Sesha Pratap in dieser Ausgabe auf Seite 7.)

Inwieweit die Produkte halten, was die Experten versprechen, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Auch davon wird abhängen, wie schnell sich der vielbeschworene Paradigmenwechsel bei den Anwendern durchsetzen läßt. qua