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19.03.1982 - 

Papier zur Qualitätssicherung in der Datenverarbeitung:

Erwartungslücke zwischen DV und Fachbereich

ORLANDO/FLORIDA (CW) - In einer neuen Studie über die Qualitätssicherung in der Datenverarbeitung werden sechs Schritte definiert, mit denen DV-Leiter Betriebsmittel bereitstellen können, die den Anforderungen der Endbenutzer in vollem Umfang entsprechen.

In "Hatching the EDP Quality Assurance Function", zu beziehen durch das Quality Assurance Institute in Orlando, nennt William E. Perry als ersten Schritt die Definition der Qualitätssicherungsfunktion. Als nächstes muß die Qualitätssicherung in die DV-Organisation eingebaut werden. Dann gilt es, den Qualitätssicherungsstab auszuwählen.

Der vierte Schritt besteht in der Bestimmung der Qualitätssicherungsaufgaben, schrieb Perry. Der fünfte Schritt ist der Aufbau eines qualitätsbewußten Umfelds". Den letzten Schritt nennt Perry kurz und bündig "Erfolg".

Falsche Vorstellungen von Qualität

Wie läßt sich nun die Qualitätssicherungsfunktion definieren? Die DV-Qualität ist durch viele Faktoren bestimmt, sagte Perry. Dazu gehört die Richtigkeit und Zuverlässigkeit der Programme, die Wirksamkeit der Betriebsmittel, die Kontrolle über den Zugriff zu Daten, Wartungsfreundlichkeit, Testfähigkeit, Portabilität und Wiederverwendbarkeit. Die DV-Leitung sollte nach Perry Spezifikationen für jedes Kriterium der Qualitätssicherung entwickeln und für deren Verbreitung im gesamten DV-Bereich sorgen. Diese Aufgabe ist aber natürlich nur ein Teil dessen, was DV-Leiter wirklich tun.

DV-Leiter machten oft den Fehler, so Perry, "Erwartungslücken" im Kreis der Endbenutzer nicht zu beachten. Solche Lücken träten auf, wenn die Endbenutzer ihrerseits verabsäumten, Fehlermöglichkeiten in Anwendungsprogrammen und Implementierungshilfen einzuplanen. Um solchen Erwartungslücken vorzubeugen, sollten die DV-Leiter versuchen, verständliche Qualitätsspezifikationen in die Aufträge einzubauen, die für die Anwendungsentwicklung bestimmt sind. Der Fortschritt, der in der Bearbeitung der Aufträge gemacht wird, sollte im Verlauf der Entwicklung und Implementierung regelmäßig kontrolliert werden, damit die Endbenutzer - so Perry - durch auftretende Schwierigkeiten nicht so unangenehm überrascht würden. Nach Perry hat das Management oft falsche Vorstellungen von Qualität. Qualität kann man nicht messen, sagen die einen; Qualität verdirbt die Produktivität, die anderen; schlechte Qualität sei die Schuld schlechter Mitarbeiter; und die Qualität sei Sache der Qualitätskontrolle. Die Qualität ist dagegen nach Perry die Summe der Kostenaufwendungen für Vorbeugung und Bewertung. Unter Kosten für Vorbeugung versteht er das Geld, das zur Fehlerverhütung ausgegeben wird. Vorbeugung beinhaltet Qualitätszirkelarbeit, die Planung von Qualitätsverbesserungen, qualitätsbewußte Ausbildung, Konsultationen der Qualitätssicherungsfunktionen und Methoden des Installationsmanagements. Unter Bewertungskosten versteht Perry den finanziellen Aufwand, mit dem sichergestellt wird, daß die durchgeführte Arbeit den Erwartungen der Benutzer entspricht. Das beinhaltet Review-Techniken, Teamarbeit, Testvorbereitungen und Testdurchführung.

Zur Einführung von Qualitätssicherungsfunktionen in den DV-Bereich sollte ein Qualitätssicherungsbeauftragter ernannt werden. Dieser bestimmt, welche Qualifikationen die Mitarbeiter haben müssen, die Aufgaben der Qualitätssicherung durchzufahren haben.

Perrys Report zitiert eine Übersicht der IBM-Benutzergruppe Guide International aus dem Jahr 1979, in der Benutzer zu den Aufgaben der Qualitätssicherungsgruppe Stellung nahmen und die Reihenfolge ihrer Wichtigkeit bestimmten. Daraus ging folgende Rangordnung hervor:

- Prüfung und Freigabe von Dokumentationen,

- Durchsetzung von Normen,

- Prüfung von Anwendungssystemkontrollen,

- Freigabe von Systemen,

- Empfehlung von Kontrollen,

- Entwicklung von Kontrollvorschritten,

- Kontrolle der Einhaltung von Vorschriften,

- Prüfung des Systementwurfs auf Vollständigkeit,

Guide International forderte dieselben Benutzer auf, den Zeitaufwand für die verschiedenen Aufgaben zu schätzen. Demnach sind die drei mit dem größten Zeitaufwand verbundenen Aufgaben die Prüfung der Dokumentationen, Beratungen mit Anwendungsentwicklungsteams und die Bestimmung der Abweichungen von Normen.

Die Studie "Hatching the EDP Quality Assurance Function" kann zum Preis von $ 14.95 plus Porto (gegen bar) und von $ 17.95 (gegen Rechnung) bezogen werden vom Quality Assurance Institute, 9222 Bay Point Drive, Orlando, Fla. 32811.

* Brad Schultz gehört zum New York Bureau der COMPUTERWORLD.

Übersetzt von Hans J. Hoelzgen, Böblingen