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04.05.1990 - 

Kleine Systemanbieter stellen neuen Beirat

Erweitertes X/Open-Programm stärkt die Position der Anwender

ESSEN (CW) - Der Einfluß des Anwenders auf X/Open ist größer denn je. Als stärkste Gruppierung steuert der User-Beirat den Open-Systems-Entwicklungsprozeß entscheidend mit. Hatten Anwender früher nur eine beratende Funktion, so ist ihr Einfluß mit dem "Associate Membership Program" erstmals institutionalisiert worden.

DV- und Anwenderunternehmen können den jeweiligen X/Open-Beiräten jetzt als sogenannte "assoziierte Mitglieder" beitreten. Ein Machtzuwachs für den Anwender, denn neuerdings ist jedes dieser Gremien automatisch in den Marketing- und Technologie-Komitees sowie im sogenannten "Board of Directors" vertreten.

"Die stärkere Beteiligung der Anwender stellt einen bedeutenden Schritt in der Effektivierung des Entwicklungsprozesses offener Systeme dar", erläutert Walter de Backer, Vorsitzender des X/Open-Anwenderbeirats und Direktor des Informatikbereichs in der EG-Kommission. Der Europa-Verantwortliche bezieht sich hier nicht nur auf den neuen Status des Anwenders als "assoziiertes Mitglied", sondern auch auf das Marktforschungsprojekt "Xtra", dessen Ziel darin besteht, künftige Anforderungen an offene Systeme zu bestimmen. Anfang 1989 begonnen, bestand die erste Projektphase in einer ausführlichen Befragung von Anwendern und unabhängigen Software-Anbietern nach deren Vorstellungen und Wünschen. Zu den beiden 1987 und 1988 entstandenen Beiräten, dem Independent-Software-Vendor- und dem Anwendergremium, ist vor wenigen Tagen eine weitere Gruppe gegründet worden: der System Vendor Council.

Zu dieser Vereinigung sollen sich in erster Linie kleinere Anbieter von Computersystemen gesellen, die laut X/Open-Mitteilung "von ihrer Kapazität her nicht einer Aktiengesellschaft entsprechen".

Den größten Beirat bildet die Anwender-Gruppe mit derzeit 23 Mitglieds-Unternehmen darunter die Daimler Benz AG, Exxon Production Research oder die Ford Motor Company.

Unternehmen wie Lotus, Microsoft oder Oracle zählen zu den 18 Mitwirkenden beim Softwarebeirat. Mit immerhin fünf Mitgliedern startet der Systemanbieter-Beirat, zu dessen ersten Mitgliedern unter anderem die Pyramid Technology Corp., Sequent Computer Systems und die Sony Corp. zählen.

Das Associate Member Program bedeutet nicht nur eine Institutionalisierung der Gremien, sondern es zielt auch auf eine bessere Zusammenarbeit der Beiräte ab, "Durch den Status aller X/Open-Beiräte als assoziierte Mitglieder ist es allen möglich, ihre eigenen Anforderungen bekanntzugeben und direkt von anderen Mitgliedern zu erfahren, in welche Richtung sich deren Industriezweige bewegen", erläutert Informix-Chef Roger Sippl, der Vorsitzende des Software-Beirats.

Abgesehen von den sogenannten assoziierten X/Open-Mitgliedern, die den Beiräten angehören, sind die eigentlichen X/Open-Mitglieder Computerhersteller. Sie verpflichten sich durch die Mitgliedschaft, unternehmerische, finanzielle und technische Ressourcen in die Spezifikation des X/Open Portability Guides (XPG) zu investieren.

Außerdem unterstützen die Hersteller die Common Applications Environment (CAE), eine herstellerunabhängige einheitliche Anwendungsumgebung, die auf Defacto- und internationalen Standards beruht. An der Spezifikation dieser Umgebung sind im Rahmen der Beiräte Anwender, unabhängige Software-Anbieter und Staudardisierungsorganisationen beteiligt.