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07.12.1979 - 

Der Zeitpunkt, ein DDP-Konzept zu entwickeln, ist gekommen:

"Es fehlt an der Software"

Für den Verwaltungsbereich in der zentralen Datenverarbeitung unseres Unternehmens (Wacker-Chemie GmbH, München) setzen wir zwei Rechner vom Typ IBM /37v148 und IBM 3031 ein. Unser Netzwerk besteht aus 15 Standleitungen, über die zirka 150 Bildschirmterminals und Terminaldrucker sowie drei RJE-Stationen bedient werden.

Das EDV-Konzept beruht auf Zentralisierung der Hardware, und trotzdem haben wir immer den Einsatz von Mini-Computern oder Kleinrechnern im Netzverbund sehr ernsthaft betrachtet. Daß dieses notwendig war, läßt sieh aus unseren Firmendaten sehr deutlich erkennen. Spricht man aber in einem Netzverbund von Mini-Computern oder Kleinrechnern, muß automatisch das Stichwort "Distributed Processing" fallen. Hier ergeben sieh die ersten Schwierigkeiten; sei es Funktions-, Daten- oder Lastenverbund - es fehlen noch die Voraussetzungen dafür. Es fehlt an der notwendigen Software und vor allen Dingen an Spezialisten, die solche Systeme über Jahre warten und verbessern können.

Ich gehe davon aus, daß der Einsatz von Mini-Rechnern nur im Verbund mit den zentralen Rechnern realisiert werden kann. Dabei entstehen die nächsten Schwierigkeiten. Betriebssysteme und Anwendungssprachen sind unterschiedlich. Schnittstellenprobleme können zwar gelöst werden, aber man braucht Personal, das diese Geräte programmieren und bedienen kann. Auch eine straffe Organisation der Gesamt-Datenverarbeitung, unabdingbare Voraussetzung für die Durchführung eines solchen Projektes, wird nicht verhindern können, daß Eigenentwicklungen wieder zu "Insel-Lösungen" führen. Die Probleme, die dadurch entstehen werden, sind nur schwer einzugrenzen.

Trotzdem, es steht außer Frage, daß wir nach der Phase der Zentralisierung uns heute noch stärker mit dem Thema Dezentralisierung, sprich Rechner im Verbund mit intelligenten Terminals, beschäftigen müssen. Auch muß vermieden werden, daß außerhalb des Datenverarbeitungs-Verbundes Kleinrechner oder Minis durch die "Hintertür" in einzelnen Fachbereichen eingesetzt werden.

Der Zeitpunkt, ein DDP-Konzept zu entwickeln, ist trotz aller noch offenen Fragen gekommen, auch wenn die Realisierung durch den hohen Entwicklungsaufwand eines solchen Projektes noch lange Zeit in Anspruch nehmen wird.

Ein letzter Gedanke zu den "Minis": Wo liegt die Grenze? Bei Tischrechnern, bei dem, was man bisher als Mini bezeichnet hat, oder gar schon bei einer IBM 4300?

*Peter Clotten ist Leiter RZ und Systemprogrammierung der Wacker-Chemie GmbH, München.