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Zuversicht in Konstanz:

Es geht auch ohne politischen Druck

14.03.1975

KONSTANZ - Leute, die sich den TR 440 wünschen, sind für den Vertriebschef der Computer-Gesellschaft Konstanz jetzt wichtig. "Ich hoffe, daß wir im März noch eine Reihe von neuen Abschlüssen melden können", sagt Leeb, der von der Siemens-Tochter in Wien 1974 zur neuen Siemens-Tochter an den Bodensee kam. "Wir rechnen uns noch für einige Zeit Chancen am Markt aus." Nachdem die stürmische Beschaffungsphase bei den Universitäten vorbei ist, sieht Leeb Chancen bei Anwendern, die "dieselben Rechner wie Forschungsinstitute brauchen". In diesem Bereich gibt es laut Leeb immerhin soviele Leute, die gern einen TR 440 hätten, daß er hofft, in absehbarer Zeit beweisen zu können, daß sich der Rechner auch ohne politischen Druck verkaufen läßt. "Ein bißchen Politik ist bei nicht-kommerziellen Rechnern immer im Spiel", meint Leeb, "an einen echten freien Markt für Großrechner glaube ich erst dann, wenn der erste große europäische Computer in den USA installiert ist."

Die Konkurrenz in derselben Leistungsklasse (etwa IBM 370/158) fürchten die Konstanzer nicht: "Nach dem Probelauf eines Algol-Programms sind da viele weg vom Fenster", meint der Chefverkäufer. Mit besonderer Freude erzählt er von jenem Vertreter eines Konkurrenten, dem in Konstanz bei der Uni die Äußerung herausrutschte, so ein Programmierkomfort wie bei der TR 440 gäbe es sonst nirgendwo. Leeb: "Dem haben sie hinterher wahrscheinlich das Gehalt gekürzt." Mit dem Namen Siemens im Hintergrund hat es Leeb leichter: "Keiner glaubt, daß Siemens das DV-Geschäft aufgibt."

CII im Nachteil

"Die rund 30 Kunden, die wir haben, sind zufrieden. Die schwimmen uns höchstens nach oben davon - aber, das ist ein Problem, das Unidata lösen muß", meint Leeb. Der Ruf technischer Zuverlässigkeit hat die Diskussion um den Fortbestand der Konstanzer Firma so gut überdauert, daß man sich jetzt schon ernsthafte Hoffnungen auf den Verkauf zweiter und dritter Anlagen an bisherige Kunden machen kann. Gegenüber der im Unidata-Verbund angebotenen Iris 80 von CII hilft den Konstanzern neben technischen Argumenten auch der "Orts- und Sprachvorteil."

Warten auf Unidata

Bei der Muttergesellschaft Siemens lobt man vor allem die Qualität der Konstanzer Entwicklungsmannschaft, von der zur Zeit rund 50 Leute in München arbeiten, und die der Einfachheit halber jetzt von Siemens übernommen werden sollen. An der Weiterentwicklung des TR 440 arbeiten in Konstanz noch 100 Mann - die Hälfte davon ist damit beschäftigt, für einwandfreie Übergänge zwischen dem 440 und Unidata-Produkten zu sorgen. Die Unidata-Kompatibilität ist den 440-Anwendern - das ergab eine Umfrage - ein halbes Jahr Wartezeit wert.

Um soviel länger dauert es, wenn der geplante 200-Mio-Byte-Speicher kompatibel und nicht nur 440-tauglich geliefert wird. Der Speicher mit CDC-Platten wird dem Modell 3330/2 von IBM entsprechen. Wahlweise wird die 440 jetzt mit dem schnelleren 256-K-Kernspeicher für rechenintensive Arbeiten und einem vor allem für dialog-intensive Arbeiten gedachten Halbleiterspeicher mit 512 K Worten geliefert (das entspricht gut 3 Megabytes). Neben den jetzt verfügbaren Einrichtungen zur Datenfernverarbeitung ist Standard-Software für Verbundsysteme in Vorbereitung. In Verbundsystemen sieht man die Alternative zum größeren Rechner - vor allem da, wo es auf Sicherheit ankommt: