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09.07.1976 - 

DE für Holzfäller wie Linguisten:

Es geht auch ohne Zwischenträger

Die wohl umfangreichste OCR-B-Anwendung der Welt hat das Bundesjustizministerium eingeführt. Alle Urteile in Strafsachen müssen per Gesetz von den Gerichten in OCR-B an das Bundeszentralregister in Berlin raapportiert werden. Dort liest man sie mit einem Interscan SD 250 ein.

Die Raiffeisen-Rechenzentrum GmbH in Kassel läßt sich die neuen Kundenadressen von den Raiffeisenkassen in OCR-B anliefern. Pro Bank fallen nur wenige pro Tag an, so daß sich der Vorteil bemerkbar macht, daß dies Schreibmaschinen auch für die allgemeine Korrespondenz verwendet werden.

Die Badische Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft (BLZ) in Karlsruhe wickelt das gesamte Auftragswesen ihrer über 100 Außenstellen über OCR-B Groß/Klein ab (SD 250).

Siemens in München verwendet OCR-B Groß/Klein für das Einlesen von Texten für linguistische Auswertungen. Die Badenwerk AG, Karlsruhe, stellt ihren Buchhaltern frei, mit OCR-B oder Handschrift zu arbeiten.

Das Servicerechenzentrum Alldata vom Tagesanzeiger in Zürich liest Buchmanuskripte in OCR-B ein. Dabei verkraftet der Interscan Großleser SD 2250 auch Streichungen und Korrekturen, die teilweise als Markierungen und Handschriftziffern vorgenommen werden.

Handschriftziffern und Sonderzeichen

Das Erlernen der maschinengerech-Schreibweise macht, so berichtet zum Beispiel übereinstimmend Siegfried Spiering von der BLZ, Alfred Stolz von der Migros und Ministerialrat Stöckle vom Mainzer Innenministerium, keine Mühe.

Das Landesrechenzentrum Rheinland-Pfalz in Mainz läßt die gesamte Holzernte im Wald per Hand erfassen. Migros St. Gallen, BLZ und Badenwerk in Karlsruhe ersparen ihren Buchhaltern damit das ungeliebte Maschineschreiben.

Neue organisatorische Wege erschloß Richard Welter von Heckler & Koch mit den Handschriftenziffern, die ihm ein "billiger" Laser-OCR-One liest: Die Angaben für die Fertigungssteuerung werden über Handschrift erfaßt.

Umlaufbelege (Turn-arounds)

Fast alle Interscan-Kunden lesen auch EDV-Ausdrucke ein. Die Bedeutung dieser Umlaufbelege stellt Richard Welter von Heckler & Koch so dar: Er rechnete vor daß er eine ganze Menge Systemzeit spart, wenn er Stammdaten für die Fertigungskontrolle auf die OCR-Belege druckt und dann, mit den variablen Handschriftergänzungen zusammen, wieder einliest. Einziger Haken: Viele Ketten- und Walzendrucker (Matrixdrucker kommen ohnehin nicht in Frage) drucken zu unsauber.

Dieses Problem entfällt bei den einwandfreien Kugelkopfaufdrucken, die Migros einliest: Es sind Umlaufbelege im weitesten Sinne, denn produziert werden sie offline von einer automatischen Frischfleischwaage, die ein OCR-Protokoll über IBM-Schreibmaschine ausgibt.